15.6.2018
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12 Stunden auf Abruf raubt Beschäftigten Schutz

Josef Pesserl findet harte Worte für die Gesetzesinitiative zum 12-Stunden-Tag. © Barbara Buchsteiner, AK Stmk

Harte Worte findet AK-Präsident Josef Pesserl zur Gesetzesinitiative zum 12-Stunden-Tag: "Das nimmt den Arbeitnehmern jeden Schutz und der Arbeitgeber kriegt damit jede Macht."

"Wir sind für gerechte Regeln. Und wir stehen dafür, dass die Arbeitnehmer geschützt sind", sagt Pesserl. Beides schafft die Regierung mit dieser Regelung ab, es kommt Arbeit auf Abruf. 12 Stunden – immer dann, wenn der Chef es anschafft. Das wird die Realität sein. "Wie sollen sich Arbeitnehmer wehren, denen mit Entlassung gedroht werden kann, wenn es keine Regeln mehr gibt, die sie schützen?", fragt Pesserl.  

Gefahr für die Steiermark

Und er sieht auch eine Gefahr für den Standort: "Österreich und die Steiermark sind erfolgreich, weil wir Lösungen im Ausgleich schaffen. Wer jetzt das Gleichgewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kippt, gefährdet die Wirtschaft und den sozialen Frieden." Wer glaubt, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichberechtigt über Arbeitszeiten reden können, war noch nie in einem Betrieb, kritisiert der AK-Präsident: "Ich habe jahrelange Erfahrung als Arbeiter, Betriebsrat, Gewerkschaftssekretär und nun als AK-Präsident. Im Rahmen meiner Betriebsbesuche führe ich unzählige Gespräche und kenne die Ängste und Sorgen der Menschen sehr genau. Wir beraten tausende Menschen in der AK genau in solchen Konflikten und wissen, wie sehr sie den Schutz durch klare Regeln brauchen."  

Mehr Verletzte und Unfälle

Pesserls Fazit: "Der Regierung hat kein Gespür für die Arbeitnehmer. Die arbeitenden Menschen sind dem Duo Kurz/Strache egal!" Das gilt auch für deren Familien und deren Gesundheit. Die Unfallhäufigkeit ab der achten Arbeitsstunde nimmt laut Studien nämlich stark zu. Bei überlangen Arbeitszeiten schleichen sich Fehler ein, die am Bau oder bei der Arbeit mit Maschinen schnell zu schweren Unfällen führen können. Das kann auch die Wirtschaft nicht wollen, so Pesserl abschließend. 

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