Anja Grabuschnig führt mit großer Leidenschaft das AK-Archiv. © AK Stmk, AK Stmk
Anja Grabuschnig führt mit großer Leidenschaft das AK-Archiv. © AK Stmk, AK Stmk
6.11.2017

Das Archiv als Spiegel

Seit beinahe 100 Jahren gibt es die Arbeiterkammer, unterbrochen nur von den Zeiten des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus. In all diesen Jahren war die Arbeiterkammer eine per Gesetz eingerichtete Institution, die von ihren Mitgliedern bei Wahlen demokrat isch legitimiert war. Ihre Leitung und die Ausrichtung ihrer Tätigkeiten fußen auf Mehrheitsbeschlüssen der gewählten Gremien. "Das AK-Archiv bewahrt alle bedeutenden Unterlagen schon aus Gründen der Rechtssicherheit der Institution auf", sagt Anja Grabuschnig. Sie ist mit der Führung des Archivs beauftragt und entspricht so gar nicht dem Bild einer verstaubten und etwas verschrobenen Person, die in einem Keller alte Akten hütet.

Fundgrube der Arbeitswelt-Geschichte

Grabuschnig ist studierte Historikerin und am Puls der Zeit, etwa bei der Digitalisierung des Bestandes. Das Sichten, Sichern und Katalogisieren des Bestandes in einer Datenbank ist das eine große Anliegen der Archivarin: "Wir entfernen zum Beispiel Heft- und Büroklammern, die zum Teil schon rosten und das Papier angreifen." Mindestens ebenso wichtig ist ihr das Zugänglichmachen des Archivbestandes: "Dadurch fördert die Arbeiterkammer die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte und der Geschichte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer." Eine wahre Fundgrube über die Sorgen und Nöte der steirischen Beschäftigten über die Jahrzehnte sind zum Beispiel die Protokolle der Vollversammlungen.

Forschung und Anfragen

Zusätzlich sammelt das AK-Archiv aus historischen Gründen auch Themen zur Arbeitergeschichte und -bewegung mit dem Schwerpunkt Steiermark, sagt Grabuschnig. Die im Archiv verwahrten Archivalien stehen für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung. Daneben kommen aber auch Anfragen Interessierter. Grabuschnig: "Immer können wir nicht helfen, wir haben etwa keine Originalquellen zur Hitlerjugend, weil die AK zu der Zeit aufgelöst war." Anfragen gab es auch zur Geschichte des Puchwerks oder zu Alfred Wickenburg, von dem die Fresken im traditionsreichen Kammersaal stammen.

Tipp/Hinweis/Achtung

Archiv der AK Steiermark, Hans-Resel-Gasse 8-14, 8020 Graz, Anja Grabuschnig, 05/7799-2536, anja.grabuschnig@akstmk.at

 

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