Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Prämien- und Provisionsmodelle

Durch die Änderung der Lohnsteuerrichtlinien seit 2011 sind die Möglichkeiten, Prämien oder Provisionen möglichst steuerschonend auszubezahlen, eingeschränkt worden. Wie kann trotzdem zumindest ein Teil von Prämien oder Provisionen steuerschonend ausbezahlt werden?

Der allererste Schritt zur Optimierung einer Prämien-/Provisionszahlung ist, dass vor Auszahlung einer derartigen Zahlung eine schriftliche Vereinbarung über den Anspruch und die Auszahlungsmodalitäten getroffen werden muss. Diese darf nach Auszahlung eines Teilbetrages nicht mehr verändert werden.

Weiters müssen diese Zahlungen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten verteilt werden und es darf kein einseitiges Gestaltungsrecht, weder des Arbeitgebers noch des Arbeitnehmers, vorliegen. Allerdings kann man jährlich neu entscheiden wie die Prämie/Provision ausbezahlt werden soll, sofern eine erneute schriftliche Vereinbarung getroffen wird.

Welche Form der Auszahlung nicht mehr begünstigt ist

Wird ein Bezug aufgrund der vertraglichen Gestaltung als laufender Monatsbezug vereinbart oder laufend erwirtschaftet (z.B. monatliche Provision oder Überstunden), ändert eine Änderung der Auszahlungsform (z.B. von monatlicher in eine quartalsweise Auszahlung) nichts daran, dass dieser Bezug als laufender Bezug zu behandeln und somit voll steuerpflichtig ist. Auch eine Aufteilung auf 14 Monatsbezüge würde zu keinem anderen Ergebnis führen.

Werden also unterjährige Vergütungen zunächst akontiert und erfolgt später eine Quartals-, Halbjahres- oder Jahresabrechnung, ist nunmehr so vorzugehen:

  1. Monatliche Akontierung: Abrechnung als laufender Bezug. Die Vergütung ist zum Jahressechstel hinzuzurechnen und wirkt sich positiv auf die Berechnung der Lohnsteuer bei den Sonderzahlungen aus.    
  2. Provisionsspitze (Quartals-, Halbjahres oder Jahresabrechnung)
Beispiel

Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren eine Umsatzprovision in Höhe von 3 % der verkauften Waren des jeweiligen Vormonats. Dazu soll monatlich eine fixe Summe als Akonto auf die Provision verrechnet werden und im Juni und Dezember eine Endabrechnung über die tatsächlich erwirtschaftete Umsatzprovision ausbezahlt werden.

Das Fixum (fixes Akonto auf die Provision) wird mit 300 € monatlich festgesetzt. Die gesamte Umsatzprovision für die erste Jahreshälfte beträgt 2.000 €, das Fixum für sechs Monate 1.800 €. Es verbleibt also eine Provisionsspitze von 200 €, die im Juni zusätzlich zum Fixum ausbezahlt wird.

Für die zweite Jahreshälfte beträgt die gesamte Umsatzprovision 3.000 €. Abzüglich des schon abgerechneten Fixums von 1.800 € beträgt die im Dezember ausbezahlte Provisionsspitze somit 1.200 €.

In diesem Fall ist nicht nur die monatliche Akontozahlung der Umsatzprovision als laufender Bezug zu versteuern, sondern auch die Provisionsspitzen im Juni und Dezember.

Steueroptimierte Auszahlung

Mit den folgenden Auszahlungsvarianten ist eine steueroptimierte Auszahlung möglich:

Variante 1:
Es wird vor Auszahlung vereinbart, dass eine Jahresvergütung (z.B. Umsatzprovision) in monatlichen Teilbeträgen ausbezahlt wird und die Teilbeträge auch in Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration enthalten sind. Diesfalls wären die Jahresvergütungsanteile die in den Urlaubszuschuss und die Weihnachtsremuneration eingerechnet werden, ebenfalls als Sonderzahlung gewertet und, sofern diese Sonderzahlungen innerhalb des Jahressechstels liegen, mit 6 % zu versteuern sein.

Beispiel

Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren eine Provisionszahlung über jährlich 7.000 €. Diese Zahlung soll vierzehn Mal in gleicher Höhe ausbezahlt werden. Die Provisionszahlung beträgt somit 500 € pro Monat und auch der Urlaubszuschuss und die Weihnachtsremuneration werden um jeweils 500 € erhöht.

Ebenso wird eine sogenannte „Superprovision“ (Belohnung, Prämie) als Sonderzahlung behandelt, wenn sie in Form einer Einmalzahlung gewährt wird.


Variante 2:
Steht die Höhe der Prämie/Provision erst einige Zeit nach Beginn des Kalenderjahres fest und die Jahresprämie wird laufend akontiert, ist die Endabrechnung als Sonderzahlung abzurechnen. Auch dies gilt nur, wenn diese Auszahlungsform vor Auszahlung des ersten Teilbetrages schriftlich vereinbart wurde.

Beispiel

Ein Arbeitnehmer hat aufgrund seines Dienstvertrages Anspruch auf eine Provision, die vom Erreichen einer Jahresumsatzgrenze abhängt. Es wird vor Auszahlung der Provision vereinbart, dass ein Siebentel im Dezember des Folgejahres als Sonderzahlung und der Rest in monatlichen Raten bis zum Ablauf des Jahres ausbezahlt werden soll:

Die Provision für 2015 wird nach Berechnung des Jahresumsatzes im März 2016 ermittelt und beträgt 13.650 €. Ein Siebentel der Provision, das sind 1.950 €, wird vereinbarungsgemäß im Dezember 2016 ausbezahlt und steuerlich wie eine Sonderzahlung behandelt. Die restlichen sechs Siebentel, das sind 11.700 €, werden von April bis Dezember 2016 in gleichbleibender Höhe von je 1.300 € ausbezahlt und als laufender Bezug versteuert.

Die von April bis Dezember ausbezahlten Provisionsanteile wirken jahressechstelerhöhend.


TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK