Thomas Stoimaier © Graf-Putz, AK
Thomas Stoimaier © Graf-Putz, AK

Erster Betriebsrat in Magna-Werk gegründet

Freunde von Betriebsräten waren Frank Stronach und sein Magna-Konzern nie. Trotzdem gibt es nun im Heavy-Stamping-Werk bei Gleisdorf einen Betriebsrat.

Frank Stronach hat mit Magna viel für die Steiermark getan. Doch mit Gewerkschaften und Betriebsräten konnte der Unternehmer wenig anfangen. In seinen Betrieben sollen Fairness-Komitees dafür sorgen, dass alle Beschäftigten gut behandelt werden. Doch als Stronachs Magna-Konzern 1998 Steyr-Daimler-Puch kaufte, bekam er mit dem traditionsreichen Unternehmen auch einen ebenso traditionsreichen Betriebsrat. „Mit der Geschäftsführung gibt es aber eine gute Gesprächsbasis“, sagt Thomas Stoimaier, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates von Magna Steyr und stellvertretender Vorsitzender im EU-Betriebsrat von Magna Europa.

Werk für Werk Betriebsratsgründungen

„Es gab zusammen mit der Gewerkschaft seit Jahren Bestrebungen, in den einzelnen Magna-Werken demokratisch gewählte gesetzliche Vertretungen für die Belegschaften einzurichten“, erzählt Stoimaier. Vor zwei Jahren sei das für Magna Fuel Systems in Sinabelkirchen gelungen und heuer im August bei Magna Heavy Stamping nahe Gleisdorf: „Es braucht Leute, die bereit sind, sich für andere einzusetzen.“

Belegschaft stimmte zu

In diesem Fall war es Werner Sauseng. Er war bereits lange im Fairness-Komitee dabei, hatte aber immer wieder festgestellt, dass Vereinbarungen in diesem freiwillig eingesetzten Gremium gebrochen wurden. Sauseng: „Ein Betriebsrat hat gesetzlich festgehaltene Rechte.“ Das hatte auch die Belegschaft so gesehen, die mit großer Mehrheit der Einrichtung eines Betriebsrates zugestimmt hat. Erst danach fand mit Unterstützung der Produktionsgewerkschaft die Wahl von Sauseng und seinem Betriebsratsteam statt.