7.11.2017

Befristet wohnt man teuer

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Wie wohnt die steirische Bevölkerung und was muss dafür gezahlt werden? Die Arbeiterkammer wollte es genau wissen und ließ die staatlich erhobenen Mikrozensusdaten aus 2016 auswerten. "Ein Drittel der rund 537.000 steirischen Wohnungen sind Mietwohnungen", erklärt AK-Expertin Susanne Bauer. In Graz wohnt etwa die Hälfte der Bevölkerung in Miete. Im Durchschnitt leben in der Steiermark 2,3 Personen in einem Haushalt. Die durchschnittliche Größe einer Mietwohnung liegt etwas unter dem Österreichwert bei 66 Quadratmetern. 

Private teurer

Knapp die Hälfte aller Mietwohnungen sind private Mietwohnungen, vom Besitzer einer Vorsorgewohnung bis hin zur gewerblichen Immobilienfirma. 40 Prozent der Mietwohnungen stellen Genossenschaften zur Verfügung, elf Prozent Gemeinden. 6,9 Euro pro Quadratmeter waren 2016 im Schnitt für Miete und Betriebskosten (Bruttomiete) zu zahlen. 7,9 E/qm waren es in privaten Mietwohnungen, 6,0 E/qm in Genossenschaftswohnungen und 5,8 E/qm in Gemeindewohnungen.

Mehr Befristungen

Zwischen 2008 und 2016 ist die Zahl befristet vermieteter Wohnungen stark gestiegen, von 22.900 auf 37.130 oder um 62 Prozent. Ein Fünftel aller steirischen Mietwohnungen werden befristet vergeben. Wer das Pech hat, nur eine befristete Wohnung zu bekommen, zahlt doppelt drauf, sagt die Marktforscherin: "Man muss mit einem möglichen Auszugsdatum leben und auch mehr zahlen." 8,7 E/qm, also um 1,80 Euro mehr als im Schnitt aller Mietwohnungen, beträgt die Bruttomiete in einer befristet gemieteten Wohnung in der Steiermark.

Unabhängig davon, wer Eigentümer ist, sind alle Mietkosten zwischen 2008 und 2016 stärker als die Inflation gestiegen. Im Vorjahr lag die Inflation bei 0,9 Prozent, die Mieten stiegen jedoch um 2,7 Prozent. Im Bereich der Genossenschaftswohnungen konnte der Kostenanstieg zumindest vom Lohnanstieg aufgefangen werden.

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