29.4.2015
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S-Bahn Obersteiermark in erreichbarer Nähe

Der erste Schritt für eine S-Bahn in der Obersteiermark ist in einem Jahr möglich, sofern die Finanzierung steht. Wie ein Gesamtpaket auf Schiene gebracht werden kann, wurde in der Aula der Leobener Montanuni auf Einladung der steirischen Arbeiterkammer diskutiert.

Diskussion über S-Bahn Obersteiermark in der Aula der Montanuni  © Claudia Dicker, AK Stmk

Für AK-Präsident Josef Pesserl heißt das Zauberwort „Erreichbarkeit“, wenn es um den Wirtschaftsstandort geht. Eine S-Bahn sei ein essenzieller Beitrag  dafür, die Erreichbarkeit für alle zu gewährleisten und den Industriestandort zu sichern. „Arbeitnehmer sollen möglichst schnell, möglichst stressfrei und kostengünstig ihren Arbeitsplatz erreichen“, lautet Pesserls Credo. Bei Investitionen in die Infrastruktur zu sparen, sei daher der verkehrte Weg, plädiert er dafür, solche Kosten aus den Maastricht-Kriterien herauszurechnen. Leobens Bürgermeister Kurt Wallner wünschte sich vorsichtig die „mittelfristige Realisierung des Konzepts S-Bahn“.

Machbarkeitsstudie erwartet 4.400 Fahrgäste

Prof. (FH) Hans-Georg Frantz skizzierte in seiner Machbarkeitsstudie, dass in der Region zwischen Trofaiach und Kindberg 95.000 Menschen leben. Zu den bestehenden fünf Haltestellen kämen 14 neue Stationen dazu. Nach Umsetzung des Konzepts (30 Minuten Intervall, in Stoßzeiten 15 Minuten, werktags von 5 bis null Uhr) beziffert er das Fahrgastpotenzial mit 28.183 ÖV-Fahrten. „Die Erfahrungen anderer Städte zeigen, dass nach Einführung der S-Bahn eine Verdoppelung der Fahrgastentwicklung möglich ist.“ Frantz erwartet 4.400 Fahrgäste und geht von jährlichen Betriebskosten von rund 12 Millionen Euro sowie 20,5 Millionen Euro für den Bau der neuen Stationen aus. (Referatsunterlagen in der Infobox rechts)

Zankapfel Vordernberger Tal

DI Bernhard Breid vom Verkehrsressort des Landes Steiermark präsentierte geringere  Zahlen für den Start. Die erste Stufe der S8 von Leoben über Niklasdorf, Bruck bis Kapfenberg bringe einen Zuwachs von 550 Kunden, der  Endausbau  (von St. Michael bis Mitterdorf-Veitsch) 1.790 Fahrgäste pro Tag, was einen Zuwachs von 20 Prozent bedeute. Die Anbindung ins Vordernberger Tal sieht keine Vollbahn vor, sondern einen 15-Minuten-Takt mit Bus, dämpfte er die Erwartungen zahlreicher Lokalpolitiker und Bürgermeister, die in der von Mario Fraiss (Radio Grün-Weiß) moderierten Diskussion vehement widersprachen. Der Ausgangspunkt für die S-Bahn müsse Vordernberg sein, andere Lösungen werde sich die Region nicht gefallen lassen. Weitere Diskutanten plädierten für einen S-Bahnverkehr in Richtung Stainach bzw. eine Erweiterung nach Mürzzuschlag. AK-Präsident Pesserl  rief  in seinem Schlusswort die Gemeinden auf, „gemeinsam das Projekt gegenüber Land und Bund zu betreiben:  Je früher der erste Schritt gesetzt wird, desto besser.“

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