11.8.2016

Ist Bioplastik das "bessere" Plastik?

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Jute statt Plastik war einmal, heute kann eine Plastiktragetasche aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und kompostierbar sein.

6 Bioplastiksackerl im Handel

Während andere Länder das Plastiksackerl bereits per Gesetz aus den Geschäften verdrängt oder über Sondersteuern zurückgedrängt haben, versucht der heimische Handel der Kunststofftragetasche einen ökologischen Anstrich zu verpassen. Sechs von 25 befragten Geschäften bieten auch kompostierbare oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Tragetaschen an. Hier die Studie lesen.

Vielfältige Biokunststoffe

In einer Studie hält die AK-Marktforschung fest, dass es keine verbindlichen Regelungen über nachhaltige Verpackungen gibt und Rohstoffe und Verwertungswege der „Bioplastiksackerl“ dem Konsumenten nicht klar erkennbar sind. Biokunststoffe können aus nachwachsenden und/oder fossilen Rohstoffen bestehen und sie können biologisch abbaubar, nicht biologisch abbaubar oder kompostierbar sein. Ein Sackerl nach der Norm EN 13432 zersetzt sich in der industriellen Kompostierung zu 90% innerhalb von 12 Wochen, wobei aber kleine Mikropartikel verbleiben. In der Praxis werden aber Biosackerl mit anderen Sackerln bzw. Fehlwürfen aussortiert und der thermischen Verwertung zugeführt.

Einheitliche Kennzeichnung nötig

AK-Expertin Susanne Bauer zweifelt aufgrund der realen Gegebenheiten an einer Erfolgsgeschichte der „Biobags“, zumal nicht klar sei, ob Biokunststoffe vom Anbau bis zur Kompostierung ökologische Vorteile bringen: „In diesem Bereich braucht es verlässliche Normen und eine einheitliche Kennzeichnung, damit sich der Konsument orientieren kann. Der wichtigere Weg ist aber die Vermeidung von Plastiksackerln.“ (Studie der AK-Marktforschung in der Infobox rechts)

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