Landesrätin Juliane Bogner-Strauß, Nina Zechner (IV), Stadträtin Judith Schwentner, Christina Lind (AMS), Heide Cortolezis (Felin), Autorin Lisa Mittischek, Christiane Katschnig-Otter (Felin), Bernadette Pöcheim (AK), Landesrätin Doris Kampus (v. l.) © Sabine Watl, AK Stmk
Landesrätin Juliane Bogner-Strauß, Nina Zechner (IV), Stadträtin Judith Schwentner, Christina Lind (AMS), Heide Cortolezis (Felin), Studienautorin Lisa Mittischek, Christiane Katschnig-Otter (Felin), Bernadette Pöcheim (AK) und Landesrätin Doris Kampus (v. l.) präsentierten die neue FELIN-Studie. © Sabine Watl, AK Stmk
29.6.2021

Neue FELIN-Studie: Noch immer wenige Frauen in Top-Positionen

Seit 2017 beobachtet und misst die überparteiliche Organisation FELIN (female leaders initiative) den Frauenanteil in Führungspositionen in der steirischen Wirtschaft. Jetzt wurde eine neue Studie präsentiert, für die insgesamt 154 Unternehmen - darunter die Top-100-Unternehmen der Steiermark sowie die Beteiligungen des Landes und der Stadt Grat - durchleuchtet bzw. befragt wurden. Das zentrale Ergebnis der Untersuchung: Trotz der (leicht) steigenden Zahl weiblicher Führungskräfte sind Frauen in Management-Positionen weiterhin eher eine Seltenheit.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • 13 Prozent beträgt der Frauenanteil im Jahr 2021 In der ersten Führungsebene (Vorstand, Geschäftsführung und Aufsichtsrat kumuliert) der Top-100-Unternehmen, das ist ein Plus von 3 Prozentpunkten gegenüber 2019.
  • Bei den Geschäftsführungen der Top-100-Unternehmen stagniert der Frauenanteil seit 2019 bei 5 Prozent. Bei Klein- und Großbetrieben sank er sogar um jeweils 2 Prozent, bei Mittelbetrieben stieg er leicht um 2 Prozent. 
  • Im Bereich der Vorstände der Top-100-Unternehmen stieg der Frauenanteil  von 2019 bis 2021 von 5 auf 6 Prozent
  • In den Aufsichtsräten der Top-100-Unternehmen liegt der Frauenanteil 2021 bei 19 Prozent (ein Anstieg um 4 Prozentpunkte gegenüber 2019).  
  • In den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen liegt der Frauenanteil bei 27 Prozent (ein Plus von 7 Prozentpunkten gegenüber 2019)!
  • In den Aufsichtsräten der Beteiligungsgesellschaften des Landes Steiermark liegt der Frauenanteil unverändert bei 40 Prozent.  
  • In den Aufsichtsräten der Beteiligungsgesellschaften der Stadt Graz liegt der Frauenanteil im Jahr 2021 bei 44 Prozent, das ist ein Plus von 4 Prozentpunkten im Vergleich zu den Zahlen 2019.

Gesetzliche Vorgaben und Unternehmensziele

"Wie man es auch dreht und wendet: Vom Anspruch, dass sich der Anteil der erwerbstätigen Frauen adäquat in Führungspositionen widerspiegeln sollte, ist die Wirtschaft vielfach noch immer deutlich entfernt", sagt AK-Präsident Josef Pesserl. "Um diesem Anspruch in Zukunft gerecht zu werden, sind einerseits gesetzliche Vorgaben notwendig. Andererseits bedarf es aber auch Initiativen in den Unternehmen selbst, indem etwa in Firmenleitbildern Frauen in Führungspositionen als Unternehmensziel definiert werden." Für Bernadette Pöcheim, Leiterin des AK-Frauenreferats, belegen die Studienergebnisse "eine strukturelle Diskriminierung. Frauen werden für die Familie verantwortlich gemacht, sie kümmern sich um Kinder und um die Pflege von Älteren." Pöcheim fordert daher eine Quotenregelung, die mehr Frauen in Top-Jobs bringen soll, und (kürzere), für Frauen vorteilhaftere Arbeitszeiten. 

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