12.12.2013
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Früher fördern, später trennen

AK-Direktor Dr. Wolfgang Bartosch, AK-Präsident Josef Pesserl, Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner, Bildungslandesrat Mag. Michael Schickhofer und Elternvereinspräsident  Mag. Andreas Waltenstorfer © Fotostudio 44, AK Stmk

Frühe Förderung und spätere Trennung gelten als Erfolgskriterien im Schulsystem. Nach den jüngsten PISA-Ergebnissen kann man sich nicht zurücklehnen, weil jeder vierte österreichische Schüler das geforderte Mindestmaß bei den Schulleistungen nicht erreicht.

AK-Präsident Josef Pesserl forderte daher bei der Präsentation der PISA-Studie im AK-Festsaal ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr und den Ausbau des Angebotes der Ganztagesschulen.

In Mathe freudlos verbessert

Bifie-Expertinnen Mag. Dr. Ursula Schwantner (li.) und Dipl.Päd. Bettina Toferer © Fotostudio 44, AK Stmk

Danach führten PISA-Projektleiterin Dr. Ursula Schwanter und Bettina Toferer  aus, dass die heimischen SchülerInnen bei Mathematik (506 Punkte) über dem OECD-Schnitt rangieren, bei den Naturwissenschaften im Schnitt liegen und im Lesen unterdurchschnittlich abschneiden. Österreichs Schüler fühlen sich zu 80 Prozent „in der Schule glücklich“, haben aber wenig Freude an Mathematik, Mädchen zeigen noch weniger Interesse am Rechnen, was sich auch in der Leistungsbilanz niederschlägt.

Bildung der Eltern entscheidet

Nach Meinung der Expertinnen bestimmen nach wie vor die Bildung der Eltern und der sozioökonomische Hintergrund der Familie die Leistungen der Schüler. In allen Bereichen hinken Kinder mit Migrationshintergrund stark hinterher (in Mathematik um 60 Punkte). Trotzdem besteht die Risikogruppe mit schlechten Leistungen zu zwei Drittel aus einheimischen SchülerInnen. (Powerpoint-Unterlage in der Infobox)

Maßnahmen für Risikogruppen

Blick in den AK-Festsaal © Fotostudio 44, AK Stmk

Nach der Bestandsaufnahme kamen Politiker und Elternvertreter zu Wort: Landesrat Michael Schickhofer will Eltern- und Familienbildung forcieren und spezielle Maßnahmen für die Risikogruppen überlegen. „In Schulstandorten mit mehr als 50 Prozent Kinder nichtdeutscher Muttersprache müssen wir Schüler so qualifizieren, dass sie dem Unterricht folgen können.“ Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner setzt zwei Jahre lang einen Schwerpunkt beim Lesen. Da es den Lehrern zunehmend schwer falle, alle Kinder gemeinsam zu bedienen, befürwortet sie eine „flexible Differenzierung“, um die Spitzenleistungen zu verbessern. Der Präsident der Elternvereine an höheren Schulen, Andreas Waltenstorfer, sprach sich für kleinere Klassen an Problemschulen aus.

Wille zur Nachhilfe?

In der von Claudia Gigler geleiteten Diskussion wunderte man sich über Erfolge in Polen. Dass im PISA-Ranking asiatische „Drillländer“ (China, Korea, Japan, Singapur) an der Spitze liegen, wurde darauf zurückgeführt, dass „diese Schüler mehr wollen“ und mehr Nachhilfe bekommen. In Korea nehmen 66 Prozent der Schüler Nachhilfe in Mathe, während hierzulande „nur“ 24 Prozent eine Stütze in Anspruch nehmen. Bleibt die Diagnose der PISA-Expertinnen: Schulformen mit früher Förderung und späterer Trennung sind sehr erfolgreich, förderlich ist auch eine Autonomie der Schulen. Österreich braucht noch einige PISA-Tests, bis die Politik sich zu solchen Standardrezepten durchringt.

Kinderlebensmittel

52 Kinderlebensmittel unter der Lupe: zu hoher Zucker,- Fett- und Salzgehalt, Webseiten als Köder bei jedem vierten Produkt.

Ganztagesschule unbekannt

Nur 1,1 % der SchülerInnen besuchen im AHS-Bereich eine Ganztagesform mit verschränktem Unterricht, berufstätige Eltern erwarten eine Entlastung.

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