Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Die Macht der Daten

In den letzten Jahren explodierte die Menge an Daten, die produziert, gespeichert, analysiert und kombiniert wird. Und damit wuchs auch die Macht von Konzernen, deren Geschäftsgrundlage die kommerzielle Verwertung dieser Daten ist.

Hohe Gewinne für Internetkonzerne

Wie die Grafik unten zeigt, erwirtschafteten 2013 vier große Internetkonzerne (Apple, Amazon, Google und Facebook) dreimal so viel Umsatz und mehr als zehnmal so viel Gewinn wie alle ATX Konzerne zusammen. Dabei kommen sie aber mit verhältnismäßig wenig Beschäftigten aus. Bei Facebook z.B. erwirtschaftete jeder Beschäftigte mehr als eine Viertelmillion US-Dollar Gewinn.

Die Macht der Internetkonzerne und die Datenexplosion © APA Auftragsgrafik, ÖGB Verlag

Diese Entwicklungen werfen große Fragen auf. Denn die hohe Wertschöpfung steht dabei einer sehr geringen Beschäftigung gegenüber: Was bedeutet dieser Trend für die zukünftige Beschäftigungswirkung? Wie können wir unter diesen Bedingungen künftig unsere Sozialsysteme finanzieren?

Dazu kommt, dass im Bereich der neuen digitalen Unternehmen (z.B. „Share Economy“) starke Monopolisierungstendenzen erkennbar sind. Weil diese Konzerne global agieren, ist eine lückenlose Besteuerung oder umfangreiche Regulierung umso schwieriger.

Was sagen Daten über mich?

Aus 170 Facebook-Likes lassen sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die ethnische Herkunft das Geschlecht, die sexuelle Orientierung und die politische Einstellungen eines Menschen ableiten. Und das ist nur ein kleines Beispiel dessen, was möglich ist.

Wie auf Schritt und Tritt zu kommerziellen Zwecken ausspioniert wird © APA Auftragsgrafik, ÖGB Verlag

Die kommerzielle Nutzung dieser Datenmengen birgt eine Reihe von Problem- und Gefahrenpotenzialen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen. Oft wird in Diskussionen das Gefühl vermittelt, dass man den rasanten Entwicklungen im Bereich von Big Data eigentlich nichts entgegen setzen könnte und der Kampf um den Schutz von Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten längst verloren wäre.

Ganz so ist es freilich nicht. Auch wenn die Probleme nicht einfach zu lösen sind: Natürlich gibt es Ansätze, um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken. Und es gibt zahlreiche sehr konkrete Vorschläge, die sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene anknüpfen.

MEHR DAZU

Was wir fordern

Die datenschutzrechtliche Verantwortung der AnbieterInnen muss klar geregelt werden und für die NutzerInnen auch klar identifizierbar und durchsetzbar sein:

  • Höhere Standards: Es ist notwendig, internationale und nationale Standards des Daten- und Persönlichkeitsschutzes zu verbessern
  • Klare Verantwortlichkeiten für DatenverarbeiterInnen
  • Rechtsdurchsetzung: Die digitalen NutzerInnen brauchen wirksame Möglichkeiten, ihre Rechte auch durchzusetzen.
  • Recht auf differenzierte Nutzung: Die NutzerInnen müssen Herr über Ihre eigenen Daten bleiben Sie sollen selbst entscheiden können, welche Daten sie zu welchem Zweck zur Verfügung stellen.
TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK