Geld berechnen und Geld vom Finanzamt holen © m.schuckart, fotolia.com
Unterschiedliche Möglichkeiten der Arbeitnehmer- veranlagung sorgen mitunter für Verwirrung. © m.schuckart, fotolia.com

"Steuerausgleich": Achtung Verwechslungsgefahr

Eine für die einzelne Steuerzahlerin bzw. den einzelnen Steuerzahler unerfreuliche Nachzahlung droht im Fall der sogenannten Pflichtveranlagung, sagt AK-Steuerexperte Bernhard Koller: "Diese Post vom Finanzamt flattert im Normalfall im Herbst ins Haus." Nämlich dann, wenn die Steuerpflichtige bzw. der Steuerpflichtige dauernd oder auch nur vorübergehend ein Einkommen aus einem zweiten Arbeitsverhältnis bezogen hat, erläutert Koller: "Mit dem höheren Einkommen steigt auch die Steuerlast." Mit einer Nachzahlung müssen auch Steuerpflichtige rechnen, die Krankengeld oder Leistungen aus dem Insolvenzentgeltfonds bezogen haben, nennt der Steuerexperte zwei weitere Beispiele. Diese Bezüge werden pauschal besteuert. Ist die Besteuerung aus dem Arbeitseinkommen höher, muss diese steuerliche Differenz über die Pflichtveranlagung ausgeglichen werden.

Automatische Steuerrückzahlung

Auf eine Zahlung vom Finanzamt können sich hingegen Steuerpflichtige freuen, die im Sommer Post vom Fiskus bekommen, in der sie aufgefordert werden, steuermindernde Ausgaben geltend zu machen und die Arbeitnehmerveranlagung durchzuführen. Wer darauf verzichtet, bekommt automatisch eine Steuerrückzahlung überwiesen. Diese Rückzahlung basiert auf Hochrechnungen der Finanz auf der Grundlage vorhergegangener Veranlagungen. Koller warnt allerdings davor, sich auf die antragslose Veranlagung zu verlassen: "Erstens werden nicht alle Steuerpflichtigen angeschrieben – so sind Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher oder Alleinverdienerinnen und Alleinverdiener nicht erfasst – und zweitens
kann sich seit der letzten Veranlagung auch viel geändert haben."

Freiwillig veranlagen besser

Die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung sei daher in jedem Fall vorzuziehen, rät Koller: "Die Arbeitnehmerveranlagung lohnt sich besonders, wenn man wenig verdient oder nicht das gesamte Jahr über gearbeitet hat." Als steuer- mindernd können zahlreiche Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder berufsbedingte Ausgaben geltend gemacht werden.

AK-Steuerspartage 2020

Um ihre Mitglieder bei der Arbeitnehmerveranlagung bestens zu unterstützen, bietet die AK Steiermark alljährlich ihre "Steuerspartage" an, so auch im Frühjahr 2020, kündigt Koller an. Die genauen Termine stehen noch nicht fest, werden aber rechtzeitig in der ZAK und online veröffentlicht.

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