Das ändert sich 2020 beim Steuerausgleich. © ©Picture-Factory - stock.adobe.com, AK Stmk
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Steuerausgleich - Was sich 2020 ändert

1) Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag (SV-Bonus)

Ab 2020 erhöht sich der Verkehrsabsetzbetrag um 300 € (Zuschlag) bis zu einem Einkommen von 15.500 €. Dieser Zuschlag wird bis zu einem Einkommen von 21.500 € auf 0 € eingeschliffen.

Für die Negativsteuer bedeutet das, dass diese sich von maximal 400 € (bzw. maximal 500 € bei Anspruch auf das Pendlerpauschale) auf maximal 700 € (bzw. auf maximal 800 € bei Anspruch auf das Pendlerpauschale) erhöht.

Auch die Negativsteuer bei den PensionistInnen erhöht sich von maximal 110 € auf maximal 300 €.

2) Pensionistenabsetzbetrag

Weiters wird auch der Pensionistenabsetzbetrag von 400 € auf 600 € und der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag von 764 € auf 964 € erhöht.

3) Geringwertige Wirtschaftsgüter (Arbeitsmittel) - Absetzung für Abnutzung (AFA)

Die Grenze für die geringwertigen Wirtschaftsgüter erhöht sich von 400 € auf 800 €.

4) Kleinunternehmergrenze - Umsatzsteuer

Die Kleinunternehmergrenze erhöht sich von 30.000 € netto auf 35.000 € netto. Die Toleranzregel, dass innerhalb von fünf Jahren die Kleinunternehmergrenze einmalig um höchstens 15% überschritten werden darf, bleibt unverändert.

5) Betriebsausgabenpauschale

Ab dem Jahr 2020 haben KleinunternehmerInnen eine zusätzliche Möglichkeit, eine einfache Pauschalierung zu beantragen:

  • 20% für betriebliche Einkünfte, die im Rahmen eines Dienstleistungsunternehmen erzielt werden

oder

  • 45% für Handelsunternehmen und Produktionsbetrieben.

Neben diesen Pauschalen (20% oder 45%) können aber nur die bezahlten SV-Beiträge auf Grund der Pflichtversicherung als freier Dienstnehmer/Dienstnehmerin bzw. als neuer Selbständiger / Selbständige abgesetzt werden!

Diese Pauschalierung kann nicht von

  • Gesellschafter- Geschäftsführern,
  • Aufsichtsratsmitgliedern und
  • Stiftungsvorständen in Anspruch genommen werden.

Die bisherigen Pauschalierungsmöglichkeiten von 6% bzw. 12% bleiben unverändert aufrecht.

Allerdings können neben dem 6%igen bzw. 12%igen Betriebsausgabenpauschale auch

  • die bezahlten Sozialversicherungsbeiträge,
  • bei freien Dienstverträgen: die Beiträge zur Mitarbeitervorsorgekasse, die die Auftraggeberin bzw. der Auftraggeber bezahlt hat,
  • Ausgaben für Löhne einschließlich Lohnnebenkosten, Fremdlöhne und Waren und
  • Reise- und Fahrtkosten, soweit ein Kostenersatz in gleicher Höhe gegenübersteht,

abgesetzt werden.

6) Ausländische ArbeitgeberInnen ohne inländische Betriebsstätte

Wenn die ausländische Arbeitgeberin bzw. der ausländische Arbeitgeber keine Betriebstätte (z.B. Büro, Lager, Werkstatt) in Österreich hat, die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer aber in Österreich z.B. als VertreterIn oder im Home Office arbeitet, dann muss die ausländische Arbeitgeberin bzw. der ausländische Arbeitgeber die österreichische Lohnsteuer abziehen und ans österreichische Finanzamt abführen.

7) Rückwirkend für das Jahr 2019

1) Höhe der pauschalen Freibeträge aufgrund einer Behinderung

Rückwirkend für das Jahr 2019 wurden die pauschalen Freibeträge aufgrund einer Behinderung erhöht.

Der jährliche Freibetrag beträgt ab dem Jahr 2019:

Grad der Behinderung
Freibetrag
25% bis 34%
124 €
35% bis 44%
164 €
45% bis 54%
401 €
55% bis 64%
486 €
65% bis 74%
599 €
75% bis 84%
718 €
85% bis 94%
837 €
ab 95%
1.198 €

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