Lassen Sie sich in der AK bei Ihrem Steuerausgleich beraten. © Graf-Putz, AK Stmk
Lassen Sie sich in der AK bei Ihrem Steuerausgleich beraten. © Graf-Putz, AK Stmk
29.1.2020

Neuerungen beim Steuerausgleich

"Der Familienbonus ist zweifellos eine umwälzende Neuerung, wenn es um die steuerliche Behandlung von Familien geht", weiß AK-Steuerexperte Bernhard Koller. Ab dem Kalenderjahr 2019 ersetzt dieser Bonus den Kin­der­frei­betrag und die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Da der Fa­mi­lien­bonus als Freibetrag konzipiert ist, bedarf es auch eines entsprechenden Einkommens, um den Bonus in voller Höhe (1.500 Euro pro Kind und Jahr) lukrieren zu können. "Der Teufel liegt da durchaus im Detail", berichtet Koller aus der Praxis. Eltern seien gut beraten, den Familienbonus entsprechend ihrer Einkommen so zu "jonglieren", damit er auch voll ausgeschöpft werden kann. Sollte der Bonus bereits monatlich über die Gehaltsabrechnung lukriert worden sein, muss er bei der Arbeitnehmerveranlagung dennoch angegeben werden.

Alle Steuerspartage der AK 2020. © -, AK Stmk
© -, AK Stmk

250 Euro pro Kind

Alleinerziehende bzw. Alleinverdienende, die zu wenig verdienen, um den Bonus voll auszuschöpfen, bekommen daher auch weniger. Eine Tatsache, die die AK bei der Beschlussfassung über den Familienbonus kritisiert hatte. Für Einkommen unter der Lohnsteuergrenze (etwa 1.065 Euro netto), aber über der Geringfügigkeitsgrenze gebührt ein Zuschlag von 250 Euro pro Kind auf die Negativsteuer, die nunmehr die sperrige Bezeichnung "So­zi­al­ver­si­che­rungs­rückerstattungsbetrag" trägt. Sie macht bis zu 500 Euro aus und kann im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden.

Was ist steuermindernd?

Aber auch abgesehen vom Familienbonus gibt es viele Aufwendungen, die steuermindernd wirken:

  • Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag
  • Unterhaltszahlungen
  • Kirchenbeitrag und Spenden
  • Pendlerpauschale, sofern nicht schon bei der Gehaltsabrechnung be­rück­sich­tigt. Für Geringverdiener: 100 Euro Zuschlag zum "So­zi­al­ver­si­che­rungs­rückerstattungsbetrag"
  • "Außergewöhnliche Belastungen": In diese Kategorie fallen beispielsweise Pflegekosten, wobei allerdings allfälliges Pflegegeld gegengerechnet wird
  • Gewerkschaftsbeitrag, sofern dieser nicht vom Lohn oder Gehalt abgezogen wird
  • Betriebsratsumlage (auch dann, wenn sie vom Entgelt abgezogen wird)
  • berufsbedingte Ausgaben, etwa für Weiterbildung
  • Sonderausgaben für personenbezogene Versicherungen, die vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen wurden
  • Sonderausgaben für Wohnraumbeschaffung und -sanierung, vorausgesetzt, deren Rückzahlung hat vor dem 1. Jänner 2016 begonnen

Lassen Sie sich beraten

AK-Experte Koller rät den Steuerpflichtigen, sich die Chance, Geld vom Finanzamt zurückzuholen, nicht entgehen zu lassen: "Steirerinnen und Steirer, die keine Arbeitnehmerveranlagung durchführen, lassen in Summe Millionen liegen". Um die Steuerpflichtigen bei der bestmöglichen Veranlagung zu un­ter­stützen, startet die AK ab März wieder ihre traditionellen Steuerspartage (siehe Kasten). Der Erfolg kann sich sehen lassen: Seit Beginn der Steu­er­spar­tage im Jahr 2002 wurden in mehr als 47.000 Beratungen knapp 25,9 Millionen Euro vom Finanzamt zurückgeholt. Im Vorjahr waren es 4,2 Millionen Euro (im Schnitt 650 Euro) in mehr als 6.400 Beratungen.

Downloads

Links

Das könnte Sie auch interessieren

Das ändert sich 2020 beim Steuerausgleich. © ©Picture-Factory - stock.adobe.com, AK Stmk

Steuer­ausgleich - Was sich 2020 ändert

SV Bonus, Pensionistenabsetzbetrag, AFA, Kleinunternehmergrenze, Betriebsausgabenpauschale, ausländische Arbeitgeber & rückwirkende Änderungen

Familie auf Wiese © Pavel Losevsky, stock.adobe.com

FAQs zum Familienbonus Plus (FB+)

Die häufigsten Fragen zum Familienbonus Plus werden hier beantwortet.

Frau in Bibliothek © CandyBox Images, Fotolia.com

Steuer­sparen von A bis Z

Von A wie Adoptionskosten bis Z wie Zahnbehandlungskosten - was Sie unter welchen Bedingungen und wie steuerlich geltend machen können.