14.6.2018
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Wer zahlt bei Sturmschäden?

Wer bei Schäden zahlt, ist oft sehr undurchsichtig. © adobe.stock/akf, AK Stmk

Nach den schweren Regenfällen im Juni in der Steiermark, die auch durch orkanartige Böen begleitet wurden, gibt es viele Schäden. Der AK-Versicherungsexperte Friedrich Ilger erklärt, welche Schadensursachen es gibt und wer die Schäden voraussichtlich zahlen muss. Gleich vorweg: Um beim steirischen Katastrophenhilfefonds Geld zu bekommen, müssen die Schäden dokumentiert und die Gemeinde informiert werden. Diese kümmert sich um das weitere Vorgehen.

Sturmschäden am Haus

Szenario eins: Der Baum eines Nachbarns ist auf das Haus des anderen Nachbarns gefallen – wer zahlt? Friedrich Ilger: "Da geht es darum, wie der Baum beieinander war, ob er morsch und ungepflegt war. Ist das der Fall, wird wahrscheinlich die Haftpflichtversicherung des Baumbesitzers zahlen. Ist es allerdings so, dass der Baum solide und gepflegt war, dann wird die Sturmschadenversicherung vom Besitzer des Hauses wahrscheinlich zahlen." Wahrscheinlich deswegen, weil ein Sachverständiger sich die Schäden anschauen wird und genau das bewerten muss.

Szenario Hochwasser

Hier sagt der Experte gleich: "Wasser ist ganz schwer, weil man unterscheiden muss, woher das Wasser kommt." Hochwasser ist Wasser, wenn ein wasserführendes Rinnsal oder ein Teich oder See plötzlich über die Ufer tritt. Wenn Regenwasser den Hang herunter kommt, dann ist es Niederschlagswasser. Wenn dort Erde mitkommt, dann ist es eine Mure. Und wenn nur Erde herunter kommt, dann ist es ein Hangrutsch. "Niederschlagswässer sind in den meisten Fällen in der Versicherung nur ganz gering gedeckt, mit 5.000 bis 10.000 Euro. Wenn das Niederschlagswasser in einen Kellerschacht dringt und der ausgebaute Keller zerstört wird, dann wird diese Summe nicht reichen, um den Schaden abzudecken. Und aufsteigendes Grundwasser gibt es auch bei starken Regengüssen. Das wird von überhaupt niemanden gedeckt."

Beschädigtes Auto

Ein Ziegel fällt vom Dach auf das Auto und beschädigt es. Da ist wahrscheinlich der Hauseigentümer zuständig, wenn das Dach nicht gewartet wurde. "Bei Sturmereignissen wie Emma und Paula sind das Katastrophenschäden und die Hausversicherung zahlt nicht, weil den Eigentümer kein Verschulden trifft. Der Schaden könnte eventuell über die eigene Kaskoversicherung abgedeckt sein."

Das gleiche ist bei einem Baum, der aufs Auto fällt. "Wenn der Sturm orkanartig ist, wird man nichts vom Waldbesitzer bekommen. Außer, wenn der Baum alt und morsch ist und er ihn nicht gepflegt hat. Dann wird wahrscheinlich seine Haftpflichtversicherung zahlen, weil ihn ein Verschulden trifft." Das ist eine so genannte verschuldensabhängige Haftung. "Hochwasser ist noch heikler, weil fürs Hochwasser kann meistens wirklich niemand etwas", meint der Experte. "Das ist dann vielleicht von der eigenen Kaskoversicherung gedeckt. Aber aufpassen: Die Kasko ist eine Sachversicherung und schließt grob fahrlässiges Verhalten aus." Das wäre, wenn man unter einem offensichtlich morschen Baum parkt oder unter einem Dach, wo die Schneemassen schon fast herunter brechen. Dann bin ich grob fahrlässig und die Versicherung zahlt nichts.

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