17.8.2016

Größeres Risiko, höhere Prämien

BMX-Radler: Riskante Hobbys kommen teuer © -, VKI

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Risiko-Ablebensversicherungen sind nicht nur zur Besicherung von Krediten sinnvoll. Durch Produktvergleiche und jährliche Einzahlung lässt sich viel einsparen: Die wichtigsten Tipps für einen guten Abschluss. 

Für wen wichtig? Die Kinder sind noch klein oder stecken in der Ausbildung. Der Partner hat ein geringes Einkommen und könnte sich die Miete der Wohnung allein praktisch nicht leisten. Der Kredit fürs Haus läuft noch auf Jahre hinaus – es gibt verschiedene Szenarien, die (Fast-)Alleinverdienern schlaflose Nächte bereiten, weil sie ihren Partner und weitere Angehörige im Fall ihres Todes unversorgt wähnen. Durch eine (Risiko-)Ab­lebensversicherung lässt sich zumindest die finanzielle Seite abfedern.

Nichts aufschwatzen lassen. Lassen Sie sich kein anderes Lebensversicherungsprodukt unterjubeln, wenn Sie „nur“ eine Ablebensversicherung brauchen!

Die besten Angebote. Bei völlig gleichen Voraussetzungen zahlen Sie bei einem teuren Anbieter drei- bis viermal so viel wie beim günstigsten. Über alle Altersgruppen hinweg sind Europa, Interrisk und Dialog am günstigsten (Tabelle in der Infobox rechts). 

Unbedingt, Jahresprämien vereinbaren! Auch wenn mehrere Hundert Euro Prämie auf einen Schlag nach viel aussehen, ersparen Sie sich damit jede Menge Geld.

Individuell suchen. Abgesehen von den drei Testsiegern gilt: Günstige Tarife für Jüngere bei einem Anbieter bedeuten nicht automatisch auch günstigere Angebote für 40- oder 50-Jährige – und umgekehrt!

Die günstigsten Prämien. Die gibt es für jüngere Leute, Nichtraucher, bei bester Gesundheit, gefahrlosem Job, ungefährlichen Hobbys und bei jährlicher Prämienzahlung. Teuer wird es mit steigendem Alter, bei angeschlagener Gesundheit, riskantem Beruf und Hobby, für Raucher und bei monatlicher Zahlung.

Zusatzrisiken. Bei den meisten zahlen Raucher gut das Doppelte an Prämie, im Fall der Basler Versicherung sogar noch mehr: Ein 30-jähriger Raucher müsste dort bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einer Versicherungssumme von 100.000 Euro rund 233 Euro pro Jahr zahlen, während er als Nichtraucher mit rund 98 Euro versichert wäre. Bei anderen Anbietern spielt es keine so große Rolle, ob jemand Raucher oder Nichtraucher ist (bei der Interrisk etwa beträgt die Prämie für ein und denselben Modellver­sicherten 93,40 Euro, wenn er raucht, 71,70 Euro, wenn er nicht raucht). Die Grazer Wechselseitige wiederum unterscheidet nicht nach Rauchern und Nichtrauchern, sondern nach gesund und weniger gesund.

Gefährliche Aktivitäten. Ähnliches gilt für Zusatzrisiken wie gefährlichere Hobbys (Motorradfahren, Drachen­fliegen, Canyoning u. Ä.) sowie für Berufe mit erhöhtem Todesfallrisiko, wie etwa bei Dachdeckern und Spenglern, Gerüstbauern, Industriekletterern oder auch Skitouren­führern und Free-Climbing-Instruktoren. Nicht bei allen Versicherern gibt es dafür Zuschläge, daher ist es umso wichtiger, ein Versicherungsvergleichsprogramm mit dem eigenen Profil zu "füttern“ oder einen unabhängigen Makler zu Rate zu ziehen.

Gesundheitszustand. Bei Vorerkrankungen, die über das gängige Maß hinausgehen, wird es schwierig, einen Vertrag zu bekommen. Bei Versicherungssummen bis zu 150.000 Euro und einem Alter bis zu 50 Jahren reicht es meist, die Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß zu beantworten. Darüber hinaus verlangen manche Versicherer ein ärztliches Attest. Und: Zum Gesundheitszustand müssen korrekte Angaben gemacht werden. Hier darf nichts verborgen werden, sonst kann dies im Fall der Fälle zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers führen.

Tarif- und Zahlprämie. Bei den Prämienangaben unterscheiden die Versicherer zwischen Tarifprämie und Zahlprämie. Tarifprämie = die vom Versicherer kalkulierte Maximalprämie. Sie liegt 30 bis 150 Prozent über der Zahlprämie. Zahlprämie = der vom Versicherten tatsächlich zu zahlende Beitrag. Bei einem sehr schlechten Risikoverlauf (wenn z. B. aufgrund einer Epidemie deutlich mehr Versicherte als kalkuliert sterben würden) kann die Prämie maximal bis zur Tarifprämie ansteigen. Ein Blick auf die Tarifprämie kann daher nicht schaden. In unseren Vergleichen ist die Zahlprämie angeführt. Die ERGO Versicherung kalkuliert anders, hier sind Tarif- und Zahlprämie gleich hoch.

Detallierte Infos (kostenpflichtig) : http://www.konsument.at/page/suchergebnis?_charset_=utf-8&quicksearch=lebensversicherung