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Gra­tis-Apps als Kos­ten­fal­le

Die AK Konsumentenschützer raten zur Vorsicht bei Gratis-Apps: Werbebanner oder so genannte In-App-Käufe – vor allem für Kinder verlockend bei Spielen – können teuer kommen. Die böse Überraschung kommt bei der Appshop- oder Handy-Abrechnung. Auch der Schutz persönlicher Daten kommt meist zu kurz. Apps greifen oft ohne berechtigten Grund auf Standortdaten oder Adressbücher und übertragen sie an die App-Entwickler. Überdies gibt es kein einheitliches Storno beim App-Kauf. Das zeigt ein AK Test mit Apps für Smartphones und Tablets.

Internet Ombudsmann hat getestet

Derzeit gibt es Millionen von Apps, also Programme, für viele Anwendungen. Sie sind einfach auf Smartphones oder Tablets zu installieren. Der Verein Internet Ombudsmann erhob für die AK exemplarisch mögliche Fallen mit den zwei häufigsten Smartphone-Betriebssystemen Android und iOS. Die Testgeräte waren ein HTC Wildfire-Handy (Android) und ein Apple iPad (iOS).

Teure (Kinder-) Spiele

Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Apps. AK KonsumentenschützerInnen warnen bei Gratis-Apps vor so genannten In-App-Käufen: Gerade Kindern ist in der Spiellaune oft nicht bewusst, dass sie auf einen kostenpflichtigen In-App-Kauf klicken, etwa für zusätzliche Spieleguthaben, um im Spiel schneller voranzukommen.

Beispiel

Die AK Erhebung zeigt anhand eines von vielen Beispielen: Beim kostenlosen Spiele-App „Smurfs Village“ startet beim Klick auf das Hammer-Symbol ein In-App-Kauf mit dem zusätzliche Spielepunkte gekauft werden. Das kann bis zu 80 Euro ausmachen. Beide Betriebssysteme bieten Sperren und Sicherheitsfunktionen an. Eltern sollten die Sperre von In-App-Käufen aktivieren, um teure Rechnungen zu vermeiden.


Hinter Werbebanner lauert Abo-Falle

Werbebanner können ebenfalls zur Kostenfalle werden, zeigt der AK Test. GratisnutzerInnen werden über Werbebanner zu Kaufangeboten weitergeleitet. In den Verbraucherberatungen mehren sich außerdem Beschwerden über Abo-Fallen hinter Werbebannern. Betroffene berichten, dass nach offenbar unachtsamen Klicken auf unseriösen Anbieterseiten auf der Handy-Rechnung Beträge für nicht bewusst in Anspruch genommene Abo-Dienste aufscheinen – abgerechnet über so genanntes WAP-Billing. 

TIPP

Vermeiden Sie das Anklicken von Werbeeinschaltungen in Apps!

Zugriff auf persönliche Daten

Apps greifen sehr oft auf persönliche Daten zurück, etwa Adress- oder Standortdaten und übertragen sie an die App-Entwickler. Schadsoftware kann Nutzerdaten unbemerkt ausspionieren. 

TIPP

Prüfen Sie bei der Installation die Zugriffsberechtigung!

Hoher Verbrauch von Datenvolumen

Achtung, viel Datenvolumen kann ganz unbemerkt im Hintergrund verbraucht werden – und das kann kosten: Das kann beim ersten Download sein, bei Aktualisierungen und während der Nutzung. 

TIPP

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Datenvolumen!

Forderungen

Die AK verlangt mehr Sicherheit für KonsumentInnen bei den Apps. Es braucht Verbesserungen beim Datenzugriff, Storno und bei den Werbe-Abo-Fallen. Außerdem muss VerbraucherInnen-Bildung rasch als eigenes Unterrichtsfach verankert oder in ein bestehendes Fach integriert werden: Denn es kommt immer mehr auf das technische und wirtschaftliche „Gewusst wie“ der NutzerInnen an.  

Konkret verlangt die AK
  • Der Datenzugriff muss auf das für die Diensterbringung nötige Maß reduziert werden.
  • Zusätzlich müssen Informationen und die Einwilligung zu Zugriffsberechtigungen verbessert werden.
  • Es sollte ein einheitliches, kostenloses Stornorecht bei einem App-Kauf innerhalb von etwa 15 Minuten geben.
  • Zudem appelliert die AK an die Handy-Anbieter, Werbe-Abo-Fallen von WAP-Anbietern abzustellen, die die Handy-Rechnung belasten. 

So zahlen Sie bei Apps nicht drauf:

  • Wollen Sie eine App wirklich installieren, lesen Sie vorher die Bewertungen (etwa im App-Shop und in Internet-Foren) durch.

  • Testen Sie kostenpflichtige Apps. Oft können Sie die Basisfunktionen gratis probieren. Es gibt auch so genannte „Light“-Versionen (oft als „Lite“ bezeichnet), die ausreichen.

  • Installieren Sie nur Apps aus den offiziellen App-Shops.

  • Kontrollieren Sie bei der Installation der App die Zugriffsberechtigungen. Wie das genau funktioniert, finden Sie in unserer Erhebung.

  • Seien Sie bei kostenlosen Apps besonders vorsichtig. Klicken Sie Werbelinks nicht an.

  • Sperren oder sichern Sie App-Käufe und In-App-Käufe in den Einstellungen, um ungewollte teure Überraschungen zu verhindern. Wie das geht, zeigt unsere Erhebung.

  • Vorsicht, wenn Kinder mit dem Gerät spielen! Sie könnten unbemerkt kostenpflichtige Dienste nutzen. Datendienste können Sie am Handy kostenlos sperren lassen. Damit schließen Sie auch einen Missbrauch durch Apps aus.

  • Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr brauchen, dann können diese auch im Hintergrund keine unerwünschten Daten mehr übertragen.  
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