Fragwürdiger Inflationsschutz

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Das derzeit äußerst niedrige Zinsniveau macht Sparen zu einem Verlustgeschäft. Sparprodukte mit "Inflationsschutz2 halten aber auch nicht immer das, was sie versprechen – und sind zudem oft mit einem höheren Risiko und zusätzlichen Kosten verbunden, warnt die steirische Arbeiterkammer.

0,125 bis 0,25 Prozent Sparzinsen für täglich fälliges, 0,45 bis 1,125 für fünf Jahre gebundenes Geld: Bei einer Inflationsrate von zuletzt 1,2 Prozent  werden Sparguthaben real immer weniger wert. Versicherungen und Banken reagieren mit Produkten, die einen "Inflationsschutz" versprechen.

Drei Produkte untersucht

Im Auftrag der steirischen Arbeiterkammer hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) drei derartiger Produkte (inflationsgeschützte Lebensversicherung, Inflationsschutzanleihe, Inflationsschutz-Fonds) unter die Lupe genommen und kommt zum Schluss, dass oft mit Sparkonten bei Direktbanken ähnliche Erträge zu erzielen seien, und das mit weniger Risiko. Auch relativiert sich der "Inflationsschutz" bei manchen Produkten dadurch, dass er sich am deutlich niedrigeren Verbraucherpreisindex der Eurozone orientiert.

Ausführliche Beratung nötig

Gemeinsam ist den Produkten, dass sie sehr „anspruchsvoll“ sind und ausführlicher Beratung bedürfen, warnt AK-Marktforscher Josef Kaufmann davor, sich von vermeintlich höheren Zinserträgen blenden zu lassen: "Kunden sollten ganz genau Kosten, Risken und tatsächliche Ertragschancen hinterfragen."

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