7.7.2014
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KW Karma Werte GmbH: Konsumentenschützer warnen vor Risiken von Nachrangdarlehen

Die Zinsen auf Sparbüchern sind niedrig. Viele Konsumenten suchen daher nach alternativen Anlageformen, die einen höheren Ertrag versprechen. Gleichzeitig versucht eine Reihe von meist mittelständischen Firmen, sich ohne Sicherheiten an den Banken vorbei zu finanzieren. „Eine für Konsumenten besonders riskante Variante ist das „qualifizierte Nachrangdarlehen“ der KW Karma Werte GmbH“ halten die Konsumentenschützer der AK fest.

Nachrangdarlehen: Wie funktioniert das?

Der Darlehensgeber (Konsument) überlässt dabei dem Darlehensnehmer (Unternehmer) Geld zur Nutzung. Dies kann in Form einer einmaligen Zahlung und/oder in laufenden Raten erfolgen. Es wird vereinbart, dass die Zinsen und die Kapitalrückzahlung bei Fälligkeit nur dann erfolgen müssen, wenn das Unternehmen sich das leisten kann. 

Nachdem es sich in diesem Fall bei der KW Karma Werte GmbH um eine „GmbH light“ mit einem Mindeststammkapital von 10.000 Euro handelt, also sehr geringem Eigenkapital, ist ein solches Nachrangdarlehen als hochriskant einzustufen. Es besteht keine Einlagensicherung und ein Totalverlust des veranlagten Geldes ist möglich.

Kein Zinseszins bei Karma

Die dem Konsumentenschutz bislang vorliegenden Verträge wurden für eine Laufzeit von 25 Jahren abgeschlossen. Die Zinsen betragen in diesem Fall 5,875 Prozent p.a. und sollen laut Vertrag erst am Ende der Darlehenslaufzeit an die Anleger ausgezahlt werden. Zwischendurch erhalten die Anleger also keinerlei Zinsausschüttungen. Damit fehlt bei dieser riskanten Veranlagung sogar der Zinseszinseffekt. Die tatsächliche Rendite liegt bei 4,0923 Prozent.

Dafür dass der Anleger dem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellt, muss er sogar noch ein Aufgeld in Höhe von 5 Prozent zahlen. Aufgrund der Höhe des Agios ist die Vermutung naheliegend, dass ein erhebliches Provisionsinteresse seitens des Vertriebsapparates besteht. Eine ernsthafte Beratung des Anlegers kann man erfahrungsgemäß unter diesen Bedingungen nicht unbedingt erwarten.

Der Konsument kann nach Ablauf von 9 Jahren den Vertrag erstmalig vorzeitig kündigen. Allerdings ist in diesem Fall ein pauschalierter Schadenersatz in Höhe von 25 Prozent von der Differenz zwischen geleisteten Zahlungen und der vereinbarten Gesamtfinanzierung zu entrichten.

FMA erst auf Initiative der AK aktiv

Auf ihrer Homepage präsentiert sich die KW Karma Werte GmbH als „Der Spezialist für erneuerbare Energie und Photovoltaik“. Investments in erneuerbare Energien sind zur Zeit sehr beliebt, aber wie die Insolvenz des Windkraftkonzerns Prokon zeigt, auch sehr riskant. Eine umfassende Information über Chancen und Risiken alternativer Modelle ist daher unerlässlich. Wenig hilfreich war in diesem Zusammenhang die ursprüngliche Rechtsmeinung der Finanzmarktaufsicht (FMA), dass nachrangige Darlehen keiner behördlichen Kontrolle bzw. nicht der Prospektpflicht unterliegen. Auf unseren Einwand hin hat die FMA ihre Position geändert und vertritt nun die Ansicht, dass im Einzelfall geprüft werden muss, ob es sich um eine prospektpflichtige Veranlagung handelt.

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