8.2.2016
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Bank-Berater: „Den Schas hätte ich nie verkauft"

Justitia © Fotolia.com/Anthony Leopold, AK Stmk

33 AnlegerInnen verlangen Schadenersatz für falsche Anlageberatung und Prospektfehler beim Verkauf von "geschlossenen Fonds" (Schiffs-, Immobilien- und Lebensversicherungsfonds). Der Streitwert der bislang anhängigen Klagen ist bei rund 2,5 Mio Euro.

 In den ersten Vernehmungen Ende Jänner legten vier geschädigte Anleger aus Schladming anschaulich dar, wie es zur Beratung in der Hypo Schladming gekommen war, was sie verstanden hatten und was ihnen alles nicht gesagt wurde. Der Bankberater überraschte mit der Aussage, dass er weder den Kapitalmarktprospekt, noch den Gesellschaftsvertrag je gelesen hätte.

Zerknirschter Bankberater

Er war auf einer Einschulung durch MPC und bekam auch Verkaufsprospekte (in einer Lasche auf der Rückseite befanden sich Beitrittserklärung, Anlegerprofil und Gesellschaftsvertrag sowie ein Zahlschein und eine Steuervollmacht). Die Hochglanzbroschüre mit Risikohinweisen bekam er offenbar nicht. Er sagte auch, dass seine Kunden sicherlich keinen Beitrittvertrag abgeschlossen hätten, hätten sie gewusst, dass ein Totalverlustrisiko bestehe, Ausschüttungen rückzahlbar seien und die Laufzeit auch länger als ca 10 Jahre sein könne. "Einen solchen Schas hätte ich meinen Kunden - hätte ich Bescheid gewußt - nie verkauft." 

Risiko-Broschüre nicht verteilt

Der VKI sieht einen großen Teil der Schuld beim deutschen Emissionshaus: Es hatte für Deutschland einen vielseitigen Verkaufsprospekt mit Risikohinweisen verwendet. In Österreich gab es eine wenige Seiten umfassende Verkaufsbroschüre, die die Kunden bekommen hatten. Eine zweite Broschüre über die Risken war den Kunden offenbar nicht gegeben worden. Die Hypo-Bank brachte origineller weise vor, dass alle Anleger bereits Erfahrungen mit Kommandit-Beteiligungen hätten. In den Vernehmungen stellte sich heraus, dass sich die Geschädigten als Kommanditisten am Hallenbad in Schladming beteiligt hatten, sich in keiner Weise mit der Rechtsform beschäftigt hatten. Dort stand im Vordergrund als Bürger für ein Bad zusammenzuzahlen und in Folge Rabatte auf die Jahreskarten zu bekommen. 

Verhandlung Anfang Juni

Die Hypo Bank legte auch Fotos von MPC-Veranstaltungen vor, wo Anleger zu sehen sind. Diese waren seinerzeit nicht um ihr Einverständnis gefragt worden, ob sie sich fotografieren lassen. Aus dieser Vorgangsweise muss man ableiten: Lassen Sie sich von Ihrer Bank nicht fotografieren - es könnte zu Ihrem Nachteil verwendet werden. Der VKI wird sich aber bemühen, den Personen, die auf dieser Veranstaltung waren, nun eine Teilnahme an einer weiteren Sammelklage anzubieten. Die Verhandlung wurde sodann auf 1. und 2. Juni 2016 vertagt.

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