31.05.2017
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Kindertrinkpäckchen - nur bedingt empfehlenswert!

Trinkpäckchen als schnelle Getränke für zwischendurch sind sowohl bei den Kleinsten als auch bei Schulkindern sehr beliebt. Ein gutes fruchtsafthaltiges Getränk für Kinder sollte möglichst viele natürliche Bestandteile, wenig Zucker und keine unnötig zugesetzten Stoffe enthalten. Der AK-Konsumentenschutz hat den Inhalt laut Herstellerangaben von 6 konventionell und 4 biologisch erzeugten Trinkpäckchen, deren Verpackungsaufmachung oder Werbung sich speziell an Kinder richtet, bewertet. Das Ergebnis: Empfehlenswerte Produkte liegen im oberen Preissegment.

Testergebnis: Trinkpäckchen für Kinder (0,3MB)


Viel Zucker enthalten

  • Die Päckchen im Test kosten zwischen 0,20 und 1,29 Euro. Ein höherer Fruchtgehalt spiegelt sich meist in einem höheren Preis wieder. In den preisgünstigen Produkten wird der mangelnde Fruchtanteil geschmacklich durch Zuckerzusatz korrigiert.

  • 2 der Trinkpäckchen im Test weisen einen Fruchtgehalt von 100 Prozent auf und sind damit echte Fruchtsäfte. Bei den restlichen 8 Produkten handelt es sich um Fruchtsaftgetränke, also Mischungen aus Wasser mit Konzentrat und/oder Direktsaft.

  • Ein durchschnittlicher Erwachsener sollte pro Tag nicht mehr als 50 Gramm Zucker, also ca. 12 Stück Würfelzucker zu sich nehmen - für Kinder sind es je nach Alter entsprechend weniger. Der Gesamtzuckergehalt der getesteten Fruchtsaftgetränke liegt zwischen 6,6 und 20,4 Gramm. Das sind umgerechnet knapp 2 bis 6 Stück Würfelzucker - also bereits fast die Hälfte der empfohlenen Zuckeraufnahme eines Erwachsenen!
  • Echte Fruchtsäfte (zu 100 Prozent Direktsaft) enthalten von Natur aus viel Zucker. Die beiden Direktsäfte im Test mit 22,84 beziehungsweise 26 Gramm Gesamtzucker sollten daher weniger als Getränk zum Stillen von Durst, sondern viel mehr als eigenständige Obstmahlzeit angesehen werden.

Zusatz statt echter Frucht

Um auch die Päckchen mit wenig Fruchtanteil schmackhaft zu machen, müssen die Hersteller häufig tricksen. So enthalten 5 der Trinkpäckchen im Test auch Aroma beziehungsweise 3 zusätzlich noch Säuerungsmittel, die den Zahnschmelz angreifen können.

Vitamin- und Mineralstoffanreicherung spiegelt Mehrwert vor

Manche Hersteller versuchen, durch den Zusatz von Vitaminen einen fragwürdigen gesundheitlichen Mehrwert zu suggerieren. Hochwertige Säfte enthalten von Natur aus Vitamine. Entsprechende Supplemente entfalten nicht die gleiche Wirkung wie das natürliche Pendant.

Vor allem Betacarotin (Provitamin A) sollte bei Kindergetränken eher vermieden werden, da es sich in seiner isolierten Form in diversen Studien als gesundheitlich bedenklich gezeigt hat. 

Ebenfalls zu hinterfragen ist der Zusatz des Mineralstoffes Calcium. 

Machen Sie den Saft doch selbst

Wenn es mal schnell gehen soll, können Sie Ihrem Kind durchaus eines der empfehlenswerten Trinkpäckchen als Durstlöscher oder - gelegentlich - als Ersatz für eine Obstmahlzeit anbieten. Billiger, gesünder und umweltfreundlicher ist es jedoch, das Getränk selbst in einer wieder verwertbaren kindergerechten Trinkflasche zu zubereiten. Als geeignet gelten dabei Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder gespritzte Fruchtsäfte im Verhältnis 1:3.

Fruchtsaft oder Fruchtsaftgetränk - wo liegt der Unterschied?

Ein Fruchtsaft besteht zu 100 Prozent aus der deklarierten Frucht. Er wird entweder direkt gepresst, erhitzt und abgefüllt oder aus Konzentrat hergestellt. Beim Konzentrieren wird vom ursprünglich reinen Fruchtsaft unter Hitzeeinwirkung Wasser entzogen. Wertbestimmende Inhaltsstoffe, wie die flüchtigen Aromastoffe oder eventuell Fruchtfleisch, werden beim Eindickungsprozess aufgefangen und können technisch bei der Rückverdünnung wieder zugeführt werden. Jegliche Beimischung von Konservierungsmitteln, Aroma- oder Farbstoffen sowie sonstigen chemischen Zusätzen ist bei Fruchtsäften gesetzlich verboten.

Fruchtsaftgetränke und Fruchtsaftlimonade zählen zu den Erfrischungsgetränken und bestehen meist zum überwiegenden Teil aus Wasser, dem Fruchtsaft zugesetzt wurde. Während bei Kernobstsäften, Ananas- und Traubensaft der Fruchtsaftanteil mindestens 30 Prozent betragen muss, reicht bei anderen Fruchtsaftlimonaden bereits ein Anteil von mindestens 10 Prozent aus. Außerdem ist der Zusatz von Zucker, Aromaextrakten und/oder natürlichen Aromen sowie von Vitaminen und Mineralstoffen erlaubt.

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