15.5.2015
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Olivenöle: Welche haben Extra-Qualität?

Immer mehr Ölverkäufer setzen bei der Rohware auf EU-Mischungen statt auf regionale Herkunft. Wer sich hier auf hübsche Bildchen auf den Etiketten verlässt, wird knallhart angeschmiert. Und die Belastung mit Schadstoffen ist immer noch ein Thema.

Iliada_Testsieger von Billa © -, VKI

Höchste Güteklasse. Alle eingekauften Öle tragen die Bezeichnung nativ extra (extra vergine) und gehören damit der höchsten Güteklasse an. Olivenöle dieser Güteklasse müssen unter anderem in Geruch und Geschmack fehlerfrei sein. So legt es eine eigene EU-Verordnung fest, die darüber hinaus auch noch bestimmte chemische Anforderungen stellt.

Verkostung durch Profis. Ob ein Olivenöl tatsächlich nativ extra ist oder doch nur nativ, also schon leichte sensorische Fehler aufweist, können ausschließlich Fachleute riechen und schmecken. Die Experten verkosteten die Proben und erstellten für jedes Öl ein eigenes sensorisches Profil sowie eine Charakterisierung. Kein einziges Öl erreichte bei den Experten die Bestnote. Immerhin fünf Proben haben sie aber sensorisch als gut beurteilt. Drei Öle mussten von den Profiverkostern aufgrund eines Fehlgeschmacks zurückgestuft werden: Bei San Fabio, aber auch bei Bertolli und Carapelli ist von extra vergine keine Spur! Für ein gutes Olivenöl müssen Konsumenten rund 11 bis 18 Euro pro Liter hinlegen. (Testergebnisse in der Infobox rechts)

Weichmacher. Das sind kritische Substanzen, die aus Kunststoffen herausgelöst werden können. Ins Olivenöl gelangen sie während des Herstellungsprozesses durch Kontakt mit Schläuchen und Behältern oder ungeeigneten Flaschenverschlüssen. Die gute Nachricht: 15 Öle waren in Sachen Weichmacher komplett sauber! Viel zu viel davon steckte im Olivenöl von Billa, worauf Billa strenge Kontrollen angekündigt und die betreffende Charge aus den Regalen genommen hat.  

Schadstoffe. PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind gefährliche Umweltschadstoffe, von denen einige beim Menschen eindeutig krebserregend wirken. Kein einziges der getesteten Öle war frei von PAK. Zahlreiche Öle enthalten nach wie vor einen regelrechten Schadstoffcocktail. So stecken in ja! Natürlich, Mani und Minos gleich neun verschiedene PAK. Die wenigsten PAK, nämlich vier, wurden Alnatura, einem Bio-Produkt, festgestellt. Obwohl seit Jahren bekannt ist, dass in vielen Ölen eine Menge an verschiedenen Schadstoffen steckt, gibt es bei den PAK noch immer keine offiziellen Richtwerte über den zulässigen Gesamtgehalt. Ein untragbarer Zustand, denn auch geringe Mengen an einzelnen Schadstoffen können in Summe zu hohen Belastungen führen.

Wärmebehandlung. Durch Wärmebehandlung kann man fehlerhafte Öle „upgraden“ und so aus einem nativen Öl ein extra natives machen, was natürlich verboten ist. Nach wie vor kann man eine thermische Behandlung nicht hundertprozentig nachweisen, sondern nur eine hohe Wahrscheinlichkeit feststellen. 

Herkunft. Profis können schmecken, woher die Oliven fürs Öl kommen. Alle Proben stimmten mit der angegebenen Herkunft überein. Kunden können sich also sicher sein, dass dort, wo etwa Griechenland auf dem Etikett steht, auch Oliven aus Hellas in der Flasche sind. Ärgerlich ist nur, dass immer mehr Ölverkäufer auf EU-Mischungen setzen, bei der Aufmachung ihrer Öle am Etikett aber etwas ganz anderes suggerieren.

Tipps für den Gebrauch

Gesund. Olivenöl kann aufgrund seiner Fettsäurenzusammensetzung wärmstens empfohlen werden. Die darin enthaltene Ölsäure beeinflusst den Cholesterinspiegel günstig. Sekundäre Pflanzenstoffe können vor Krankheiten schützen.

Richtig lagern. Wie jedes Öl reagiert auch Olivenöl empfindlich auf Wärme und Licht. Am besten kühl, dunkel und gut verschlossen aufheben.

Bald verbrauchen. Nach spätestens 15 Monaten, sagen Experten, ist jedes Öl „hinüber“. Also nicht zu lange bunkern. Bei bereits lange geöffneten Flaschen vor der Verwendung erst riechen und kosten. Verdorbenes Öl erkennt man an seiner Ranzigkeit.

Kompletter Testbericht: www.konsument.at/olivenoel052015 (kostenpflichtig)

Thunfisch: Bessere Kennzeichnung nötig

Thunfisch ist nicht gleich Thunfisch. Neben der fehlenden Kennzeichnung von Fanggebiet und -methode gibt es Preisunterschiede bis 400 Prozent.

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