18.2.2015
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Besser frisch als fertig

Junges Mädchen mit Gemüse © akvafoto2012, Fotolia

Der Markt für Kinderlebensmittel ist riesig. Mittlerweile lassen sich ganze Speisepläne mit Fertigprodukten zusammenstellen. Auf Dauer gesund ist das nicht.

Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Das weiß auch die Lebensmittelindustrie und nützt die Sorge um das Wohlergehen der Nachkommenschaft gnadenlos aus. Vom Säuglingsalter ihrer Kinder an werden Väter und Mütter mit immer neuen Produkten konfrontiert. Für jedes Lebensalter gibt es inzwischen Spezialprodukte in großer Zahl. Sie alle versprechen, optimal auf die Bedürfnisse der Jüngsten zugeschnitten zu sein. Wer möchte, kann bereits einen ganzen Tagesspeiseplan mit Lebensmitteln zusammenstellen, die ausdrücklich für Kinder angeboten werden.

Durch Werbung verunsichert. Dass Werbung wirkt, ist bekannt. Am allerbesten natürlich bei Kindern. Bis ins Vorschulalter halten die Sprösslinge Werbung für die Wirklichkeit. Aber auch bei den Eltern kommen Werbebotschaften bestens an, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag der deutschen Verbraucherzentrale zeigt: 40 Prozent der Interviewten gaben 2011 an, dass sie Kinderlebensmittel als für Kinder besonders geeignet ansehen. Entsprechend viel Geld geben die Familien dann auch für diesen vermeintlichen Mehrwert aus. Vor allem das penetrante Gerede von hochwertigen sowie schadstoffarmen Zutaten und einer besonders schonenden Verarbeitung der beworbenen Produkte zeigt Wirkung. Die Verunsicherung bei vielen Müttern und Vätern ist inzwischen so groß, dass sie sich die Zubereitung einer frischen Mahlzeit für ihr Kind immer weniger zutrauen!

Das Angebot ist nicht kindgerecht. Für eine Testserie über Kinderlebensmittel hat KONSUMENT schwerpunktmäßig neben reichlich fragwürdiger Werbung auch diverse Produkte genau untersucht. Fazit: Die meisten von ihnen enthalten, jede Menge Fett, Zucker und Salz. Viele Produkte sind stark verabeitet, mit Vitaminen sowie Mineralstoffen angereichert und mit Aromen, Farb- bzw. Zusatzstoffen aufgepeppt. Das Gesäusel von hochwertig und gesund, wie auf den bunten Verpackungen groß versprochen, kann man daher getrost vergessen.

Hin und wieder kein Problem. Auch wenn Kinderlebensmittel auf Dauer alles andere als optimal sind, kann man sie, wenn es ganz schnell gehen muss, hin und wieder auf den Tisch bringen. Aber grundsätzlich gilt:  Glauben Sie den Werbefuzzis kein Wort. Der Vergleich von zwei Menüplänen zeigt:  Selbst Zubereitetes ist die bessere Wahl (siehe Infobox rechts).


Gesunde Ernährung für Kinder

Überflüssig. Kinder brauchen keine Kinderlebensmittel, die noch dazu, zeigen, nicht optimal zusammengesetzt sind und auch relativ viel kosten.


Sinnlose Anreicherung. Die groß beworbene Vitamin- und Mineralstoffanreicherung von Kinderprodukten ist schlicht überflüssig.


Eingelernt. Fertiggerichte schwören schon früh auf einen industriellen Durchschnittsgeschmack ein und verführen zum schnellen Essen nebenbei.


Früh beginnen. Binden Sie Ihr Kind schon im Kleinkindalter in die Familienmahlzeiten ein.


Gemeinsam. Mit Eltern und Geschwistern am Tisch zu essen hält schlanker, als allein vor dem Fernseher in sich hineinzufuttern. 


Keine Angst. Auch wenn Ihr Kinder manchmal wählerisch ist: Wenn Sie sich auf seinen Geschmack einstellen, braucht es keine Extrawürste.


Mehr Übersicht. Natürlich kostet das selber Kochen Zeit. Aber dann wissen Sie wenigstens, was genau im Essen steckt.


Hoch die Gläser. Kinder können gar nicht über den Durst trinken. Rund ein Liter pro Tag sollte es sein, selbst für Schulanfänger. Ungünstig sind zuckersüße und damit kalorienreiche Limonaden und Säfte. 

Dickes Ende

Rund ein Fünftel der Mädchen und etwa ein Viertel der Buben im Alter zwischen 7 und 14 Jahren bringen bei uns zu viele Kilos auf die Waage. Knapp sechs bzw. neun Prozent dieser Kinder sind adipös, also stark übergewichtig. Am häufigsten von Übergewicht betroffen sind übrigens 10- bis 12-jährige Buben bzw. 13- bis 14-jährige Mädchen. Und: Die Anzahl der dicken Kinder hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wie im letzten österreichischen Ernährungsbericht von 2012 nachzulesen ist.

Zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen gehört eine gesundheitsfördernde Umgebung. Ein Baustein dafür ist die Einschränkung von an Kinder gerichteter Werbung für hochverarbeitete, fett- und zuckerreiche Lebensmittel sowie Softdrinks. Doch statt weniger flimmert immer mehr Werbung, z.B. für Süßigkeiten aller Art, über sämtliche Kanäle. Die seit einiger Zeit bestehende europäische Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft, auf fragwürdige Werbespots zu verzichten, ist damit gescheitert.

TIPP

Genaue Testergebnisse für sämtliche getesteten Kinderprodukte gibt es auf  www.konsument.at (Suchbegriff "Kinderlebensmittel"), kostenpflichtig.


Autokindersitze

Zehn Billigmodelle zwischen 40 und 80 Euro im Test: Nur einer als "gut" bewertet.

Kinderlebensmittel

52 Kinderlebensmittel unter der Lupe: zu hoher Zucker,- Fett- und Salzgehalt, Webseiten als Köder bei jedem vierten Produkt.

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