1.9.2016

Vorsicht vor "Fatkiller"-Werbelink

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Mit „Fatkiller“ in vier Wochen zwölf Kilogramm abnehmen – das verspricht ein Werbelink auf Facebook. Und weil es gar so einfach und verlockend klingt, wird die Werbung auch angeklickt. Die Folgen für die Konsumenten lassen dann meist das Geldbörserl und nicht die Kilos schmelzen, wie die AK Steiermark warnt.  

Schlankheitspillen um 300 Euro

Konsumenten schilderten der AK, dass sie den Werbebalken der Website „Fatkiller“ angeklickt haben und dafür, dass sie weitere Informationen erhalten, ihre Daten eingaben. Teils klickten sie danach den Bestell-Button, teils wurde der Vorgang vor der Bestellung abgebrochen. Bei beiden Vorgehensweisen erhielten sie in der Folge eine Packung mit angeblichen Schlankheitspillen und eine Zahlungsaufforderung mit Summen von 79 bis 300 Euro zugeschickt.  

Unseriöser Pillen-Anbieter

Hinter diesen und weiteren der AK bereits bekannten „Wunderpillen“ steckt die Aliaz Cooperation SIA aus Lettland. Das Unternehmen geht sogar so weit, bei Nichteinzahlung des geforderten Betrages die Alekum Inkasso GmbH aus Wien zur Geldeintreibung zu beauftragen. 

„In den uns bekannten Fällen besteht keine einzige Forderung zu Recht“, sagt Konsumentenschutz-Expertin Katharina Gruber. Wird eine Ware unaufgefordert zugesandt, besteht keine Verpflichtung zur Zahlung und zur Rücksendung. Jene Konsumenten, die den Bestell-Button tatsächlich gedrückt haben, sind ebenfalls nicht zahlungspflichtig, da dieser mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder Ähnlichem gekennzeichnet sein muss, um die Kostenpflicht der Ware hervorzuheben. 

Doch bestellt

Wer die Ware bestellt, aber inzwischen seine Meinung geändert hat, kann seine Meinung rückgägnig machen. Für Bestellungen im Internet gilt Folgendes: 

  • Sobald Sie die Ware erhalten, können Sie 14 Tage lang vom Kauf zurücktreten (sofern das Unternehmen alle gesetzlichen Vorschriften einhält, sonst haben Sie sogar noch länger Zeit)
  • Schicken Sie dem Händler einen eingeschrieben Brief und erklären Sie Ihren Rücktritt.  Eine Vorlage dazu finden Sie hier…
  • Heben Sie eine Kopie des Schreibens und den Postbeleg zu Beweiszwecken gut auf.
  •  Schicken Sie die Pillen zurück.  

Bei Zweifeln, AK fragen

Heuer gab es hinsichtlich „Fatkiller“ bereits unzählige telefonische Anfragen. In 20 Fällen wurde von der AK interveniert. Bis dato konnten sie für den Konsumenten erfolgreich abgeschlossen werden, die Forderungen wurden storniert.

Sollten rechtliche Probleme im Zusammenhang mit der Aliaz Cooperation SIA auftreten, rät Gruber, sich unbedingt an die AK oder an den Internet Ombudsmann zu wenden.

Tipp/Hinweis/Achtung

 Achtung

Vom Konsum der Fatkiller-Pillen ratet die AK ab: Es gibt keine genauen Hinweise auf die Inhaltsstoffe. Sie können unter Umständen auch negative Auswirkungen auf Körper und Gesundheit haben. Mehr Infos über „Wundermittel gegen Übergewicht“ finden Sie in unserer Broschüre … 






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