Frau mit Maske © pressmaster, adobe.stock.com
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Geld zurück für angebliche „China-Masken“ von Hygiene Austria und Palmers

Es besteht der Verdacht, dass der Maskenhersteller Hygiene Austria aus China importierte FFP2-Masken als „Made in Austria“ umetikettiert haben soll – viele KäuferInnen fühlten sich getäuscht. Für diese gibt es nun Geld zurück: Die AK hat mit Hygiene Austria und Palmers zwei Vergleiche erzielt. Insgesamt erhalten durch das Einschreiten der AK Konsumentenschützer:innen 517 Konsument:innen fast 43.000 Euro – im Schnitt sind das 83 Euro pro Konsument:in. 

Tipp

Wer noch Rechnungen der FFP2-Masken von Palmers oder Hygiene Austria hat, kann sich bei der AK melden – wir helfen, das Geld zurückzuholen

AK hat zwei Musterverfahren geführt 

Dem Maskenhersteller Hygiene Austria wird laut Medienberichten vorgeworfen, chinesische FFP2-Masken angekauft und diese dann als in Österreich produzierte Ware verkauft zu haben. Die Masken sollen zuvor unter fragwürdigen hygienischen Umständen von SchwarzarbeiterInnen umetikettiert worden sein. Strafrechtliche Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft laufen. 

Nach Auffliegen des „Maskenskandals“ meldeten sich Anfang 2021 erste Betroffene bei der AK. Sie hatten die FFP2-Masken von Hygiene Austria oder Palmers gekauft und fühlten sich von der Bewerbung „Made in Austria“ getäuscht. Für ihre Kaufentscheidung war „Made in Austria“ ausschlaggebend, und sie nahmen für eine vermeintlich vertrauenswürdige und qualitativ hochwertigere Herstellung in Österreich bewusst höhere Kosten in Kauf.

KonsumentInnen bekamen Geld zurück

Die AK hat diese ersten Forderungen erfolgreich durchgesetzt: Für eine Handvoll KonsumentInnen konnte bereits mittels Intervention eine Lösung erzielt und Kaufpreise von insgesamt rund 800 Euro zurückgezahlt werden. 

Daraufhin hat die AK zwei Musterverfahren vor dem Bezirksgericht für Handelssachen Wien und Privatbeteiligtenanschlüsse im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geführt.

Im Anschluss konnte eine weitere außergerichtliche Lösung mit Hygiene Austria und Palmers für 57 Konsument:innen gefunden werden. Die beiden Unternehmen zahlen trotz unterschiedlicher Rechtsstandpunkte aus wirtschaftlichen Überlegungen den vollen Kaufpreis für die FFP2-Masken retour. Insgesamt fließen dabei über 10.000 Euro an die Konsument:innen.

Weitere, erfolgreiche Sammelaktion

Nach diesem AK Erfolg im Winter 2021 meldeten sich weitere hunderte hilfesuchende Konsument:innen. Für 453 Betroffene, die sich zur zweiten Sammelaktion angemeldet hatten, gibt es nun ebenfalls eine Lösung: Die Konsument:innen erhalten insgesamt rund 32.000 Euro oder alternativ auf Wunsch den Austausch der Masken (sie bekommen wahlweise für eine alte Maske zwei neue FFP2-Masken aus österreichischer Produktion). Wer die originalverpackten Masken zurück gibt, bekommt im Gegenzug den gesamten Kaufpreis retour. Wer die Masken nicht mehr hat, bekommt 60 Prozent des Kaufpreises.

Die AK hat die betroffenen Konsument:innen bereits über ihre Ansprüche informiert. Die Abwicklung erfolgt direkt mit den Unternehmen. Damit hat die AK die „Rückholaktion“ in Sachen FFP2-Maskenskandal erfolgreich abgeschlossen und knapp 43.000,- Euro für die Konsument:innen zurückgeholt.

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Wer noch Rechnungen der FFP2-Masken von Palmers oder Hygiene Austria hat, kann sich bei der AK melden – wir helfen, das Geld zurückzuholen

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