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Urlauberinnen und Urlauber können sich mit dem digitalen Einreisecheck der AK über aktuell geltende Reisebestimmungen informieren. © Hbrh, stock.adobe.com

Reisewarnung für Kroatien: Wichtige Infos für Reisende

Seit Montag, 17. August 2020, gilt für Kroatien eine vom österreichischen Außenministerium beschlossene Reisewarnung und vom Gesundheitsministerium die Einstufung als Risikoland bei der Einreiseverodnung. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und die Arbeiterkammer erklären, was das für Betroffene heißt.

Was bedeutet die Reisewarnung für Urlauberinnen und Urlauber?

Es wird von den Behörden empfohlen die Rückkehr nach Österreich anzutreten und von zeitnahen Reisen nach Kroatien abzusehen. Ab Montag, 17. 8. 2020, gilt die verpflichtende Vorlage eines negativen CPR-Tests (der nicht älter als 72 Stunden ist) bei der Einreise nach Österreich, andernfalls müsste man diesen Test binnen 48 Stunden im Inland nachholen lassen und sich bis Vorliegen des Testergebnisses selbstständig in Qurantäne begeben.  Bis 21. 8. gibt es die Möglichkeit einen kostenlosen CPR-Test machen zu lassen. Anmeldung rund um die Uhr über die Gesundheitshotline 1450. 

Ich bin jetzt vor Ort in Kroatien und werde meine Reise abbrechen - welche Rechte habe ich?

  • Pauschalreise: Wir empfehlen mit dem Reiseveranstalter oder eventuell mit dem Reisebüro Kontakt aufzunehmen und zu erklären, dass man die Reise aufgrund der Reisewarnung abbrechen und früher nach Österreich zurückkehren möchte. Unserer rechtlichen Ansicht nach ist es die Aufgabe des Veranstalters sich darum zu kümmern, den Reisenden dürfen dadurch keine Mehrkosten entstehen. Dadurch, dass die Reise nicht wie ursprünglich geplant beendet werden kann, besteht die Möglichkeit, dass man einen Teil der Kosten ersetzt bekommt. Dies muss jedoch für jeden Einzelfall geprüft werden.
  • Individualreise (Ich habe nur ein Hotel, Apartment etc. gebucht): Wir empfehlen mit dem Unterkunftsgeber Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob man hier eine einvernehmliche Lösung finden kann. Diese Verträge unterliegen kroatischem Recht. Teil des Vertrages ist nur die Beherbergung selber - es ist nicht Inhalt des Vertrages woher ich anreise, wohin ich nachher weiterreise oder ob mein Land eine Reisewarnung ausspricht. Das hat mir das Hotel somit nicht zugesagt und dafür ist es auch nicht verantwortlich. Solange das Hotel selber offen ist und bleibt, kann das Hotel seinen Teil des Vertrages erfüllen. Von Österreich wurde jetzt zwar eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen und wir empfehlen auch damit zu argumentieren. Aus rechtlicher Sicht stehen die Chancen - mit diesem Argument den restlichen Vertrag kostenlos auflösen und Geld zurückbekommen zu können - schlecht. Wir vermuten somit, dass man außergerichtlich keine Chance hat Geld zurückzubekommen, wenn das Hotel dazu nicht bereit ist.
  • Individualreise (Ich habe nur einen Flug gebucht): Wir empfehlen mit der Airline oder eventuell mit dem Vermittler Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob man hier eine einvernehmliche Lösung finden kann. Sobald nicht direkt bei der Airline gebucht wurde, verweisen einen viele Airlines bezüglich allen Anfragen auf den Vermittler. Dies ist zwar ärgerlich, außergerichtlich kommt man dagegen jedoch nicht an. Der Beförderungsvertrag unterliegt dem Recht des Staates, wo die Airline ihren Sitz hat. Teil des Vertrages ist nur die Beförderung selber - es ist nicht Inhalt des Vertrages, dass ich in das Land einreisen kann oder dort bleiben darf. Das hat mir die Airline somit nicht zugesagt. Solange die Flughäfen selber offen sind und bleiben, können die Airlines Ihren Teil des Vertrages erfüllen. Von Österreich wurde jetzt zwar eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen und wir empfehlen auch damit zu argumentieren. Aus rechtlicher Sicht ist es jedoch unklar, ob man mit diesem Argument den restlichen Vertrag kostenlos auflösen kann. Wenn die Airline somit nicht bereit ist einen kostenlos auf einen früheren Flug umzubuchen oder den ursprünglichen Flug kostenlos zu erstatten, sehen wir außergerichtlich keine Chancen dies durchsetzen zu können (dies wird von einem Gericht zu klären sein). Man hat zumindest das Recht einen Teil der Steuern und Gebühren erstattet zu bekommen, wenn der Flug stattfindet und man diesen nicht in Anspruch nimmt.
  • Individualreise (Ich habe Anreise und Unterkunft getrennt voneinander gebucht): Wenn es keine Pauschalreise ist, gilt das, was oben bei den beiden "Individualreise"-Punkten gesagt wurde. 

Ich habe eine Reise nach Kroatien gebucht, die in der Zukunft stattfinden wird.

  • Pauschalreise: Es wird hierbei darauf ankommen, wann die Reise stattfinden wird. Sollte die Abreise unmittelbar bevorstehen (ca. eine Woche), kann man unseres Erachtens rechtlich argumentieren, dass es laut österreichischem Außenministerium nun eine offizielle Reisewarnung gibt und man deswegen kostenlos von dem Pauschalreisevertrag zurücktreten möchte. Liegt die Reise weiter als ca. eine Woche entfernt, ist es rechtlich unklar, ob man jetzt bereits kostenlos von dem Vertrag zurücktreten kann. Umso weiter die Abreise entfernt ist, umso unwahrscheinlicher wird es. Wir empfehlen dennoch mit dem Reiseveranstalter oder eventuell mit dem Reisebüro Kontakt aufzunehmen und abzuklären, ob eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann.
  • Individualreise (Ich habe nur ein Hotel, Apartment, etc. gebucht): Wichtig ist hier zuerst zu überprüfen, ob ich laut Vertrag die Möglichkeit habe kostenlos zu stornieren. Falls nicht, dann empfehlen wir mit dem Unterkunftsgeber Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob man hier eine einvernehmliche Lösung finden kann. Diese Verträge unterliegen kroatischem Recht. Teil des Vertrages ist nur die Beherbergung selber - es ist nicht Inhalt des Vertrages woher ich anreise, wohin ich nachher weiterreise oder ob mein Land eine Reisewarnung ausspricht. Das hat mir das Hotel somit nicht zugesagt und dafür ist es auch nicht verantwortlich. Nur bei Pauschalreisen ist die Anreise in der Regel auch Teil des Vertrages und somit zugesichert. Solange das Hotel selber offen ist und bleibt, kann das Hotel seinen Teil des Vertrages erfüllen. Von Österreich wurde jetzt zwar eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen und wir empfehlen auch damit zu argumentieren. Aus rechtlicher Sicht stehen die Chancen - mit diesem Argument den Vertrag kostenlos auflösen und Geld zurückbekommen zu können - schlecht. Wir vermuten somit, dass man außergerichtlich keine Chance hat Geld zurückzubekommen, wenn das Hotel dazu nicht bereit ist.
  • Individualreise (Ich habe nur einen Flug gebucht): Wichtig ist hier zuerst abzuklären, ob der Flug selber noch stattfindet. Falls nein, haben Sie das Recht die Kosten retour zu verlangen, da die Airline den Vertrag nicht wie gebucht erfüllen kann. Falls ja, empfehlen wir mit der Airline oder eventuell mit dem Vermittler Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob man hier eine einvernehmliche Lösung finden kann. Sobald nicht direkt bei der Airline gebucht wurde, verweisen einen viele Airlines bezüglich allen Anfragen auf den Vermittler. Dies ist ärgerlich, außergerichtlich kommt man dagegen jedoch nicht an.  Der Beförderungsvertrag unterliegt dem Recht des Staates, wo die Airline ihren Sitz hat. Teil des Vertrages ist nur die Beförderung selber - es ist nicht Inhalt des Vertrages, das ich in das Land einreisen kann oder dort bleiben darf. Das hat mir die Airline somit nicht zugesagt. Solange die Flughäfen selber offen sind und bleiben, können die Airlines Ihren Teil des Vertrages (die Beförderung) erfüllen. Von Österreich wurde jetzt zwar eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen und wir empfehlen auch damit zu argumentieren. Aus rechtlicher Sicht ist es jedoch unklar, ob man mit diesem Argument den Vertrag kostenlos auflösen kann. Wenn die Airline somit nicht bereit ist die Kosten zu erstatten, sehen wir außergerichtlich keine Chancen dies durchsetzen zu können (dies wird von einem Gericht zu klären sein). Man hat zumindest das Recht, einen Teil der Steuern und Gebühren erstattet zu bekommen, wenn der Flug stattfindet und man diesen nicht in Anspruch nimmt.  
  • Individualreise (Ich habe Anreise und Unterkunft getrennt voneinander gebucht): Wenn es keine Pauschalreise ist, gilt das, was oben bei den beiden "Individualreise"-Punkten gesagt wurde.

Musterbriefe und digitaler Einreisecheck

Für Urlauberinnen und Urlauber, die Reisen stornieren mussten oder deren Reisen abgesagt wurden, stellt die Arbeiterkammer verschiedenste Musterbriefe zur Verfügung. Achtung: Der von der AK erarbeitete digitale Einreisecheck, mit dem Reisende relativ unkompliziert feststellen können, welche Bestimmungen und Beschränkungen aktuell für sie bzw. ihre Reiseziele gelten, steht aufgrund von laufenden Aktualisierungen derzeit nicht zur Verfügung. 

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