28.3.2018
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Lehrling musste 5.300 Euro für Ausbildung zahlen

Kloputzen statt Fitnesstrainer-Ausbildung.  © BlueSkyImages, AdobeStock

Fitnesstrainer werden und das auch noch in einem bekannten Studio – das gefiel dem 18-jährigen Steirer und er begann seine Lehre. Da das Studio eine eigene Kampfkunst unterrichtet, war klar, dass der Bursche diese erlernen sollte – auf eigene Kosten. Der Kurs schlug sich mit 3.999 Euro zu Buche, ebenfalls stand ein Trainingslager übers Wochenende in Lignano um nochmals 700 Euro am Plan, das er dann aber doch nicht besuchte. Und natürlich wurde von dem Lehrling ein Mitgliedsbeitrag in Höhe von 599 Euro verlangt. Der Vater des Steirers zahlte alles, erhielt aber nie eine Rechnung.

Klo putzen statt Spinning

Und auch die Sache mit dem Fitnesstrainer verlief nicht einer ordnungsgemäßen Lehrausbildung entsprechend: Um Fitnesstrainer zu werden, gehört die Arbeit mit und an Geräten dazu – in dem Studio gibt es aber keine. Der Arbeitstag des Burschen bestand aus Studio reinigen, Klo putzen, staubsaugen, Kinder und Erwachsene in der Kampfkunst unterrichten und wieder putzen. Ab und an "durfte" er samstags in Einkaufszentren in der Steiermark und in Kärnten Flyer verteilen.

Eigene Philosophie

"Das Unternehmen stellt sich als große Familie dar. Als der Bursche einmal bei einem Seminar war, hieß es, er würde sich von der Familie distanzieren. In dem Studio gelten eigene Vorschriften, da gibt es eigene Weisungen", schildert AK-Bildungsexpertin Karin Ladenberger: "Als der Bursche von der Berufsschule kam, durfte er keine Trainings mehr abhalten, da er zu lange gefehlt hätte." Verstöße gegen die Vorschriften wurden laut dem 18-Jährigen hart geahndet: So hätte er einmal seine Boxhandschuhe zu Hause vergessen und als "Strafe" gegen seinen Ausbilder zum Sparring antreten müssen.

Gehalt schuldig

Der 18-Jährige kam schließlich nach etwa einem Jahr Lehrzeit zur AK, weil das Studio ihm zwei Monatsgehälter, Urlaubstage, Sonderzahlungen für 2016 und 2017 sowie die Ausbildungskosten schuldig geblieben war. Da eine Intervention nicht half, klagte die AK und schloss mit dem Unternehmen einen Vergleich. Der Lehrling stimmte diesem sofort zu, "um die Sache zu beenden" und erhielt 3.200 Euro.

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