Die Baulehre wird attraktiviert und zukunftsfit gemacht. © kuzmichstudio - stock.adobe.com, AK Stmk
Die Baulehre wird attraktiviert und zukunftsfit gemacht. © kuzmichstudio - stock.adobe.com, AK Stmk

Lehrberufe am Bau im (digitalen) Wandel

Die Digitalisierung hat längst Einzug am Bau gehalten: Elektronische Datenerfassung, digitale Pläne und Geräte sind Alltag auf der Baustelle. Das wirkt sich auch auf die Lehrberufe aus.

"Das veraltete Bild, dass Maurerlehrlinge unzählige Tonnen an Ziegel und Zementsäcken schleppen müssen, gehört schon lange nicht mehr der Realität an", sagt Manuel Trausenegger, Jugendsekretär der Gewerkschaft Bau-Holz. Mit der Neugestaltung der Baulehrberufe reagiert man auf die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen und passt die Ausbildungspläne den aktuellen Arbeitsvorgängen und -mitteln an.

Maurer- wird zur Hochbaulehre

Anstelle der bisherigen Lehrberufe wurden für die Baubranche drei Grundberufe mit einer Lehrzeit von vier Jahren neu definiert: Betonbau (zuvor Schalungsbau), Hochbau (Maurerlehre) und Tiefbau. Neu ist auch die Bauwerksabdichtungstechnik-Lehre, die eine Ausbildung im Bereich Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz umfasst. Die Ausbildungspläne treten mit 1. Jänner 2020 in Kraft.

Digitale Arbeitsmittel

Neben den Bezeichnungen wurden ebenso die Anforderungen der Lehrberufe überarbeitet. Denn auf den Baustellen arbeiten Maurerlehrlinge mit digitalen Messgeräten, elektronischer Baudokumentation sowie bauspezifischer Computersoftware. Diese Kompetenzen und Aufgaben finden sich nun ebenfalls in den Ausbildungsanforderungen wieder. Die steirische Bauwirtschaft stellt zudem Tablets mit vorinstallierten Bau-Apps für Lehrlinge ab dem zweiten Lehrjahr kostenlos zur Verfügung

Vielversprechende Jobchancen

"Fachkräfte am Bau werden stark nachgefragt: Eine Lehre in der Baubranche bietet daher gute Berufschancen bei hohem Einkommen", so AK-Bildungsbereichsleiterin Ursula Strohmayer. Ein Maurerlehrling verdient etwa 935 Euro im ersten Jahr.„Lehrlinge, die erst mit 18 Jahren die Hochbau-Lehre beginnen, steigen sofort in der Gehaltsstufe des dritten Jahres ein – mit rund 1.870 Euro“, sagt Trausenegger.

Bau-Workshops für Schulen

Für interessierte Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Neuen Mittelschule bietet die AK einen kostenlosen Workshop-Tag am Bau an. Strohmayer: "Der Workshop bietet den Jugendlichen praxisnahe Einblicke in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche sowie Lehrberufe am Bau."

Interview

Schleich: "Als Mädchen am Bau – kein Nachteil"

Nadine Schleich (16), Maurerlehrling bei Karl Puchleitner Baugesellschaft © privat, AK Stmk
Nadine Schleich (16), Maurerlehrling bei Karl Puchleitner Baugesellschaft © privat, AK Stmk

Warum hast du dich für die Maurerlehre entschieden? 
Nadine Schleich:
Ich wusste nie, was ich werden will. Ich wusste nur, dass ich schmutzig werden möchte beim Arbeiten. Mich hat es außerdem immer schon interessiert, wie Häuser von Grund auf gebaut werden. Durch Schnupperpraktika konnte ich den Maurerberuf kennenlernen und auch gleich meinen Lehrbetrieb finden.

Hast du das Gefühl, als Mädchen in dieser Branche einen Nachteil zu haben?
Im Gegenteil – die Leute reagieren zwar manchmal überrascht, aber total positiv. Und meine Arbeitskollegen haben mir sowieso von Anfang an das Gefühl gegeben, dass ich dazugehöre.

Das Beste an deiner Lehre?
Ich habe immer etwas anderes zu tun, wodurch die Arbeit sehr abwechslungsreich ist. Ein weiterer Vorteil ist für mich, dass ich draußen sein kann und die Natur um mich habe.

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