29.11.2016
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Ausbildung bis 18

AK-Präsident Josef Pesserl © Marija Kanizaj, AK Stmk

Der erste Jahrgang der vom neuen Gesetz über die Ausbildungspflicht bis 18 betroffen ist, beendet die Schulpflicht im kommenden Sommer. Ohne die neue Regelung würden rund 2.400 Jugendliche davon weder eine Ausbildung beginnen noch eine weiterführende Schule besuchen. AK-Präsident Josef Pesserl freute sich bei der Eröffnung, dass nun "alles daran gesetzt wird, dass Jugendliche bei ihrer Entwicklung unterstützt werden". Denn wer sein Berufsleben als Hilfsarbeiter beginne, habe kaum Aufstiegsmöglichkeiten und sei häufig arbeitslos.

Voller Sall bei der Fachtagung © Marija Kanizaj, AK Stmk

AMS-Landesgeschäftsführer Mag. Karl Heinz Snobe betonte, die Ausbildungspflicht sei eine Weiterführung der seit neun Jahren bestehenden Ausbildungsgarantie: "Wir haben in dieser Zeit gesehen, dass für manche Jugendliche der Übergang von der Pflichtschule in eine Ausbildung schwierig ist."

Aufbau der Betreuungsstruktur

In mehreren Referaten und in der Podiumsdiskussion ging es um den Aufbau der Strukturen, die es ab Sommer möglich machen, dass für alle Jugendliche eine passende Ausbildung gefunden wird. Das sei natürlich in erster Linie ein normaler Lehrplatz. Das könne aber auch eine Lehre in einer überbetrieblichen Einrichtung, die Teilnahme in einer Produktionsschule sein, eine Teillehre oder ein anderer Ausbildungsschritt sein, sagte der Leiter des Sozialministeriumservice in der Steiermark, Dr. Diethart Schliber.

ExpertInnen präsenterten die Umsetzungsschritte © Marija Kanizaj, AK Stmk

Mehr Burschen als Mädchen

Mehr Burschen als Mädchen brechen ihre Bildung ab, es passiert in der Stadt öfter als am Land und Kids mit Migrationshintergrund sind besonders oft betroffen. Aber, so MMag. Sonja Schmöckel vom Sozialministerium, die Chance einer Einbindung dieser Jugendlichen in Bildung oder Ausbildung ist in der Steiermark durch die gut vernetzte Projektlandschaft gut.

Was zählt zur Ausbildung?

Die Ausbildungspflicht kann erfüllt werden durch einen Lehr- oder Ausbildungsvertrag. Der Besuch weiterführender Schulen ist ebenso möglich wie Kurse für eine schulische Externistenprüfung. Die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist auch zulässig. Die aktuelle Liste wird auf sozialministeriumservice.at veröffentlicht.

Rute im Fenster

Ab Juli 2018 gibt es dann die Möglichkeit für Sanktionen, die aber nur eine "Rute im Fenster" darstellen sollen, so Schmöckel: "Wir wollen Jugendliche überzeugen und beraten, nicht strafen. Die Erziehungsberechtigten müssen eine Geldbuße zahlen, wenn sie ihre Kinder nicht unterstützen." Die Verwaltungsstrafen können im Wiederholungsfall bis zu 1.000 Euro betragen.

Antwort auf Publikumsfragen © Marija Kanizaj, AK Stmk

www.ausbildungbis18.at

Die steirische Koordinierungsstelle ist ist beim Aufbau geeigneter Strukturen, um jedem Jugendlichen persönlich zu betreuen, sagte DSA Elke Maria Lambauer. Umfangreiche Infos sind auf www.AusBildungbis18.at.

Armutsfalle

Wer nur die Pflichtschule besucht habe und womöglich nicht einmal ein Abschlusszeugnis vorweisen kann, landet oft in der Armutsfalle. "Ein Fünftel der Jugendlichen mit Hilfsjobs ist armutsgefährdet", sagte Mag. Muna Hamoud-Seifried vom AMS. Das AMS bietet niederschwellige Information und Beratung, übe eine Koordinierungsfunktion aus und suche und besetze Lehrplätze. Eine wesentliche Rolle in der Bereitstellung passender Angebote hat das Sozialministeriumservice, sagte Irene Sacherer.

Umfrage zur Ausbildungspflicht

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