Strebhafte Schülerin beim Lernen © Sandor Jackal, Fotolia
Das Coronavirus hat auch auf das Bildungssystem massive Auswirkungen. Schülerinnen und Schüler lernen derzeit nur zuhause. © Sandor Jackal, Fotolia

Corona: Anworten auf Fragen rund um die Bildung

Wann wird die Zentralmatura voraussichtlich stattfinden? Wie wird mit Aufnahmeprüfungen an Unis und der FH umgegangen?

Das wichtigste zuerst – die Zentralmatura findet statt.

  • Unterrichtsbeginn für die Maturaklassen ist am 4. Mai. Ab dann läuft eine dreiwöchige gezielte Vorbereitung auf die Reifeprüfung. Die schriftliche Matura beginnt demnach nicht am 18. Mai, sondern am 25. Mai. Dieser Unterricht soll in Turn- und Festsälen stattfinden, damit die nötige Distanz unter den Schülerinnen und Schülern gewahrt bleibt. 
  • Schüler, die einer Risikogruppe angehören, werden weiter im "distance learning" betreut. 
  • Wichtige Schularbeiten zum Abschluss der 8. Klasse werden in maximal drei Gegenständen geschrieben, das heißt pro Woche eine Schularbeit, und die auch nur in jenen Gegenständen, in denen ein Schüler oder eine Schülerin maturiert. Corona-Erleichterung: Diese Schularbeiten werden in verkürzter Form stattfinden. Es geht vor allem um eine gute Vorbereitung auf die schriftliche Matura. 
  • Die schriftlichen Maturaarbeiten werden im Haupttermin 2020 nur in drei Prüfungsgebieten durchgeführt. Das werden in den meisten Fällen Deutsch, eine Fremdsprache und Mathematik sein. An berufsbildenden Schulen kann eines der drei Prüfungsgebiete auch eine fachbezogene Klausurarbeit sein. Die Dauer der Arbeiten wird um jeweils eine Stunde verlängert, damit der Prüfungsraum nach jeder Stunde ordentlich gelüftet werden kann.

Die Reihenfolge der Fächer für die schriftlichen Klausurprüfungen soll folgendermaßen aussehen: 

  • 25. Mai: nichtstandardisierte Prüfungsgebiete (z. B. Fachklausuren an BHS, etwa Elektrotechnik oder Maschinenbau)
  • 26. Mai: Deutsch
  • 27. Mai: Englisch
  • 28. Mai: (Angewandte) Mathematik
  • 29. Mai: Französisch oder Latein oder Griechisch
  • 3. Juni: Spanisch oder Italienisch oder Volksgruppensprachen 

Wer ein "Nicht genügend" erhält, kann dieses im Juni bei einer Kompensationsprüfung ausbessern (22. Juni: nichtstandardisierte Kompensationsprüfungen, 23. und 24. Juni: standardisierte Kompensationsprüfungen).

  • In die Beurteilung wird die Leistung des letzten Schuljahrs einfließen, und zwar in dieser Form: 50 Prozent der Gesamtnote macht die Maturaprüfung aus, und mit 50 Prozent schlagen die bisher erbrachten Leistungen zu Buche. Damit soll der Einsatz der Schülerinnen und Schülern im Maturajahr honoriert und außerdem nicht alles von einer einzigen Prüfung abhängig gemacht werden. 
  • Große Corona-Neuerung: die mündliche Matura. Hier gibt es aber ein Optionenmodell, das heißt, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin wünscht, dass er oder sie in einem oder mehreren Gegenständen mündlich geprüft wird, kann freiwillig auch mündlich maturiert werden.

Eine ähnliche Vorgehensweise gibt es bei den vorwissenschaftlichen Arbeiten (AHS) bzw. Diplomarbeiten (BHS): Die mündliche Präsentation entfällt, die Note wird auf Basis der abgegebenen schriftlichen Arbeit vergeben.

  • In Matura-Prüfungsgebieten, die gewählt wurden und in denen keine mündliche Prüfung abgelegt wurde, bildet die Note der 8. Klasse die Maturanote.
  • Wer jetzt nicht antreten möchte, kann zum Nebentermin im Herbst antreten.

Es wird spezielle Hygienemaßnahmen geben, die den allgemein geltenden Corona-Maßnahmen der Regierung entsprechen:

  • Alle Maturantinnen und Maturanten bekommen einen Mundschutz.
  • Die Arbeitsflächen werden desinfiziert, und in jedem Prüfungsraum steht zumindest ein Desinfektionsmittelspender bereit. 
  • Die Sitzordnung wird so gewählt, dass der Sicherheitsabstand gewahrt bleibt. 
  • Maturantinnen und Maturanten, die der Risikogruppe angehören, also Vorerkrankungen haben, erhalten die Möglichkeit, die Klausurarbeit in einem separaten Prüfungsraum zu schreiben.

Nach Ostern (am 15. April) wird auf der Matura-Homepage ein weiteres Übungspaket als Download zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es eine eigens eingerichtet Hotline für Rückfragen aller Art.

Die Termine für die Aufnahmeprüfungen an den Universitäten werden in die Planung miteinbezogen. Konkretere Informationen aus dem Bundesministerium folgen. 

Wie sieht es mit Handels- und Berufsschulen bzw. bei Lehrabschlussprüfungen aus? 

Die Abschlussfrage stellt sich aber natürlich auch für berufsbildende mittlere Schulen (BMS), zum Beispiel Handelsschulen oder dreijährige technische Schulen, und für Lehrlinge, die Berufsschulen besuchen. Für sie wird, wenn sie die letzte Klasse der Berufsschule positiv abgeschlossen haben, der theoretische Teil der Lehrabschlussprüfung entfallen, die positive Leistung wird für die Lehrabschlussprüfung angerechnet. Lehrlinge, die keinen positiven Abschluss der Berufsschule haben, können die Fachtheorie im Rahmen der Lehrabschlussprüfung absolvieren. Und für all jene Lehrlinge, die von den Betrieben vor Ostern zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur benötigt wurden (zum Beispiel im Einzelhandel), werden spezielle Angebote geschaffen, damit sie als Systemerhalter bzw. -erhalterinnen kein Jahr verlieren.

Wer im ersten oder zweiten Berufsschuljahr steckt, soll weiter via "distance learning" unterrichtet werden. Der fachpraktische Teil der Ausbildung soll nach Möglichkeit in den Sommermonaten nachgeholt werden. In jedem Fall soll der Aufstieg in das nächste Lehrjahr gegeben sein. 

Ist die Verschiebung der Sommerferien ein Thema?

Im Moment noch nicht. Allerdings hängt das von der Ausbreitung der Corona-Pandemie ab. 

Wann werden die Schulen - abseits der Matura - wieder geöffnet?

Eine Öffnung unmittelbar nach den Osterferien ist zunächst einmal vom Tisch. Bis auf Weiteres wird nur der Notbetrieb in Form von Betreuung an den Schulen weitergeführt. Bevor es in Familien zu einer Überlastung kommt, sollen sie das Angebot der Betreuung am Schulstandort in Anspruch nehmen, unabhängig davon, wie der berufliche Hintergrund der Eltern und Erziehungsberechtigten ist. Auch für Hochschulen und Universitäten bedeutet das, dass der Vorlesungsbetrieb bis auf Weiteres nur elektronisch, also etwa über "distance learning", erfolgt.

Werden alle entfallenen Schularbeiten nachgeholt?

Schularbeiten sind gem. § 7 Abs. 9 LBVO (Leistungsbeurteilungsverordnung) nicht nachzuholen, wenn dies im betreffenden Semester nicht möglich ist, an Berufsschulen auch dann nicht, wenn im betreffenden Unterrichtsgegenstand bereits eine Schularbeit vom Schüler bzw. von der Schülerin erbracht wurde und mit den anderen Leistungsfeststellungen eine sichere Leistungsbeurteilung für die Schulstufe möglich ist. Das darf allerdings jede Schule selbst entscheiden!

Wird die zu Hause erbrachte Arbeit in die Note miteinfließen?

Die Bearbeitung des zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterials fließt in die Leistungsbeurteilung ein und ist wie eine Hausübung bzw. Mitarbeit zu zählen. Lehrerinnen und Lehrer müssen zu ihren Schülerinnen und Schülern über bestehende Kommunikationskanäle regelmäßig Kontakt halten. Schülerinnen und Schüler müssen dafür verbindlich zur Verfügung stehen. Lehrerinnen und Lehrer sollen für den Zeitraum nach Ostern bis Ende April weitere Arbeitspakete für die Schülerinnen und Schüler zusammenstellen. Die Entscheidung, ob neuer Stoff vermittelt wird oder es zu einer weiteren Vertiefung kommt, soll schulautonom getroffen werden. Laut Bildungsministerium soll bei der Menge der Inhalte mit Augenmaß vorgegangen werden, um eine Überforderung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern und Erziehungsberechtigten zu vermeiden. Alle Schülerinnen  und Schüler, die Probleme  vorweisen oder seit Beginn der Schulschließungen nicht mehr erreichbar sind, sollen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern kontaktiert werden.

Was ist, wenn Schülerinnen und Schüler nicht digital von zu Hause aus arbeiten können? Wer bezahlt Kopien etc.?

Wenn eine digitale Lösung am Standort oder in der häuslichen Betreuung nicht zur Verfügung steht, übernimmt die erforderlichen Kopierkosten der Schulerhalter. Das Bildungsministerium wird bis 10. April ein erweitertes Service-Portal für "distance learning" einrichten. Dadurch soll es verbesserte Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Lehrpersonal sowie Schülerinnen und Schülern geben, wie zum Beispiel Videotelefonie mit der ganzen Klasse, aufgezeichnete Videos teilen oder schriftlich kommunizieren. Auch die Bereitstellung von klassen- und schulspezifischen Aufgaben und Lehrinhalten soll möglich sein. Schülerinnen und Schüler sollen dadurch einen genaueren Überblick über alle Aufgaben erhalten. Für Lehrerinnen und Lehrer werden Möglichkeit geschaffen, die Klasse einfach zu organisieren und zum Beispiel auch online Übungsbeispiele zu verbessern und zu beurteilen. Um Schülerinnen und Schülern aus benachteiligtem Umfeld eine Teilnahme am "distance learning" zu ermöglichen, werden über das Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern Endgeräte und Datenpakete angeschafft und zur Verfügung gestellt.

Habe ich Anspruch auf Dienstfreistellung, wenn die Schule oder der Kindergarten der Kinder schließen?

Bis auf Weiteres gelten folgende Maßnahmen: Alle Schulen ab der 9. Schulstufe (Berufsbildende mittlere und höhere Schulen, Oberstufe der AHS, Berufsschulen) werden ab Montag, 16. März 2020, auf "distance learning" umgestellt und der Präsenzbetrieb eingestellt.

Für alle Kinder bis zur 8. Schulstufe sowie Betreuungseinrichtungen (Kinderkrippen, Kindergärten, Volksschulen, Mittelschulen und Unterstufen der Gymnasien) wird ab Mittwoch, 18. März 2020, umgestellt: Es wird die Verpflichtung aufgehoben, die Kinder in die Schule zu schicken.

Wer die Kinder zuhause betreuen kann, soll das auch tun, damit soziale Kontakte so weit wie möglich reduziert werden. In den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für die 0- bis 14-Jährigen soll die Frequenz größtmöglich reduziert werden. Diese bleiben aber für die Betreuung jener Kinder geöffnet, deren berufstätige Eltern/Betreuungspflichtige keine Betreuung im privaten Umfeld organisieren können.

Die vorgesehenen Maßnahmen bedeuten, dass die notwendige Betreuung der Kinder von Beschäftigten trotz dieser weitreichenden Maßnahmen grundsätzlich gewährleistet sein soll. Ist dies tatsächlich der Fall, wird in aller Regel kein Dienstverhinderungsgrund für berufstätige Eltern vorliegen. Kompromisslösungen zwischen Arbeitnehmerinnen  bzw. Arbetinehmern und Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgebern sind daher ausdrücklich zu empfehlen.

Die gebuchte Schulreise ins Ausland, der Schulskikurs oder die Projektwoche mussten jetzt aufgrund des Erlasses der Schule storniert werden. Muss ich jetzt Stornogebühren bezahlen?

Kostenlos können Eltern oder Schulen zurücktreten – je nachdem, wer den Vertrag abgeschlossen hat –, wenn es für den Ort der jeweiligen Veranstaltung eine Reisewarnung des Außenministeriums (BMEIA) gibt – das gilt für zeitnahe Reisen. Aktuelle Reisewarnungen finden Sie auf der Website des Außenministeriums. Laut Bildungsministerium werden Familien jedenfalls keine Kosten aus abgesagten Schulreisen und Schulveranstaltungen entstehen. Dazu wird es eine entsprechende legistische Regelung geben. Damit ist sichergestellt, dass den Eltern alle Kosten, die aus nicht durchgeführten Reisen, Veranstaltungen und Projektwochen entstehen, ersetzt werden

Was ist die "Sonderbetreuungszeit"?

Die Bundesregierung kündigte am 12. März 2020 an, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Betreuungspflichten für Kinder unter 14 Jahren für bis zu drei Wochen eine bezahlte Sonderbetreuungszeit zu ermöglichen. Da aus rechtlicher Sicht ein Dienstverhinderungsgrund nicht vorliegt, sobald eine alternative Kinderbetreuung (etwa in der Schule oder im Kindergarten) möglich ist, bedarf eine solche Maßnahme einer zweiseitigen Vereinbarung. Sowohl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch Arbeitgeberinnen  und Arbeitgeber müssen daher für diese Ausnahmeregelung ihre Zustimmung erteilen.

Achtung: Bei der Sonderbetreuungszeit handelt es sich weder um einen Krankenstand, noch um einen Urlaub. Sie bekommen Ihr Entgelt weiter voll bezahlt. Ihr Arbeitgeber bzw. Ihre Arbeitgeberin bekommt auch ein Drittel der daraus entstandenen Lohnkosten vom Bund ersetzt.

Was kann ich tun, wenn Schulen oder Kindergärten die Betreuung verweigern?

Grundsätzlich wurde seitens des zuständigen Ministeriums angekündigt, eine flächendeckende Kinderbetreuung zu gewährleisten. Wir haben nun von einigen Fällen gehört, in denen eine solche Möglichkeit seitens der Schulleitung nur bestimmten Berufsgruppen gewährt wurde bzw. mit Schriftstück des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin. Wurde Ihnen eine Betreuungsmöglichkeit nicht gewährt, obwohl Ihr Kind notwendigerweise betreut werden muss und steht Ihnen sonst keine andere Betreuungsperson zur Verfügung, liegt ein berechtigter Dienstverhinderungsgrund vor, den Sie Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Arbeitgeberin unverzüglich melden müssen.

Müssen Eltern weiterhin Beiträge für Ganztagsschulbetreuung zahlen?

Ab 1. April werden keine Elternbeiträge für ganztägige Schulangebote an Bundesschulen (z. B. AHS-Unterstufe) eingehoben. Den Ländern und Gemeinden wird vom Bildungsministerium empfohlen, ebenfalls gänzlich auf die Einhebung von Beiträgen zu verzichten. Ebenso werden in Internaten ab 1. April keine Beiträge von Eltern und Erziehungsberechtigten eingehoben. 

Darf ich als älterer Schüler bzw. ältere Schülerin im Lebensmittelhandel aushelfen gehen?

Grundsätzlich ja, man darf in Lebensmittelgeschäften aushelfen, aber die offizielle Schulpflicht ist im normalen Umfang gegeben.

Ich muss im Sommer ein im Lehrplan verankertes Pflichtpraktikum absolvieren. Darf ich es antreten?

Sollte sich die Situation bis Mai wieder bessern und es möglich sein, das Pflichtpraktikum anzutreten, so sollte Kontakt mit der zukünftigen Arbeitgeberin oder dem zukünftigen Arbeitgeber aufgenommen werden, um das Pflichtpraktikum eventuell in gekürzter Form zu absolvieren. Sollten Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber (bereits) vom Vertrag zurückgetreten sein, sollte versucht werden, einen neuen Praktikumsplatz zu finden.

In all jenen Fällen, in denen kein Praktikumsplatz verfügbar und keine Kürzung der Praktikumsdauer möglich ist, kommt § 11 Abs. 10 des Schulunterrichtsgesetzes zur Anwendung und die Verpflichtung zur Absolvierung des Praktikums entfällt: "Macht ein Schüler glaubhaft, dass er ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum oder Praktikum nicht zurücklegen kann, weil keine derartige Praxismöglichkeit bestand, oder weist er nach, dass er an der Zurücklegung aus unvorhersehbaren oder unabwendbaren Gründen verhindert war, so entfällt für ihn die Verpflichtung zur Zurücklegung des Pflichtpraktikums bzw. Praktikums."

Bekomme ich auch jetzt Weiterbildungsgeld, obwohl meine Kurse nicht stattfinden?

Alle Personen, die schon in Bildungskarenz sind und derzeit keine Kurse besuchen können, erhalten bis auf Weiteres das Weiterbildungsgeld. Bei bereits vereinbarter, aber noch nicht angetretener Bildungskarenz können Sie in Bildungskarenz gehen, wenn Ihr Dienstverhältnis in der derzeitigen Lage weiterhin aufrecht bleibt. Beantragen Sie die Bildungskarenz elektronisch über das e-AMS-Konto. Erforderlich ist, dass Sie gleich auch die Anmeldebestätigungen der gebuchten (und inzwischen abgesagten!) Kurse anfügen. 

Wie geht es mit meinem Fachkräftestipendium weiter, da ich im Moment keine Kurse besuchen kann?

Auch ein begonnenes Fachkräftestipendium wird weitergezahlt, obwohl eine Ausbildung aktuell nicht besucht werden kann.

Bekomme ich Kurskosten refundiert, wenn der Kurs abgebrochen oder abgesagt wurde?

Die Einrichtungen der Erwachsenenbildung arbeiten an einer bundeseinheitlichen Lösung in Hinsicht auf Kulanz und Rückzahlung.  

Ich studiere – was ich kann ich tun?

Der Vorlesungsbetrieb wird bis Ende Juni nur online stattfinden. Damit soll das digitale Lernen weitergeführt und forciert, der Forschungsbetrieb schrittweise hochgefahren und Prüfungen elektronisch oder – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen – vor kleinen Prüfungskommissionen abgehalten werden. Weiters sollen Bibliotheken wieder öffnen und Labore im Sommer ihren Betrieb wieder hochfahren können.

Die Universitätsbibliothek verlängert die Entlehnfrist für alle entlehnten Bücher automatisch bis 22. April 2020. Die Universität Graz hat eine COVID-19-Hotline für Fragen eingerichtet: 0316 380 2000. Nutzen Sie auch die E-Mail unter covid-19@uni-graz.at.

Auch an den Fachhochschulen studiert man seit 16. März nur mehr online. Die ersten Masterprüfungen wurden schon online absolviert. Die Durchführung von weiteren Online-Prüfungen und Ersatzleistungen anstelle von Präsenzprüfungen ist in Vorbereitung. Ebenso wird an Lösungen für Praktika und Auslandssemester, die derzeit nicht absolviert werden können oder abgebrochen wurden, gearbeitet. Abschlussarbeiten werden elektronisch eingereicht. Die FH Joanneum ist auch für zukünftige Studierende offen. Die virtuelle Studienberatung beantwortet alle Fragen rund um das Studium, die Bewerbung und Aufnahme.

Wichtige Informationen der TU Graz gibt es unter www.tugraz.at/icoe/coronavirus/faq-studierende-students. Bei studienrechtlichen Fragestellungen wenden Sie sich bitte an das Studienservice unter study@tugraz.at. Die TU Graz versichert, Lösungen zu finden, damit den Studierenden keine Nachteile entstehen.

Wichtige Informationen der Kunstuniversität Graz (KUG):  Mit Blick auf die besonderen Herausforderungen der aktuellen Lage wurden alle Lehrenden ersucht, das Bestmögliche aus dieser Situation zu machen und die speziellen Gegebenheiten in die Bewertung dieses Semesters einfließen zu lassen. Insbesondere gilt es zu berücksichtigen, dass die für viele Studierende essenzielle Möglichkeit, an der KUG zu proben und zu üben, nicht mehr gegeben ist. Der Lehrbetrieb wurde  auf "distance learning" umgestellt.

Was passiert, wenn ich aufgrund von Verschiebungen von Lehrveranstaltungen die erforderlichen Stunden oder ECTS-Punkte nicht erreiche oder wenn sich durch die Maßnahmen gegen COVID-19 meine Studienzeit verlängert und ich deswegen Studienbeiträge bezahlen müsste?

Im Bereich der Studienförderung kann aufgrund der bestehenden Rechtslage im Rahmen der Vollziehung ein Ausgleich für eventuelle Härtefälle gefunden werden. Wenn nachgewiesen ist, dass der Entfall von Lehrveranstaltungen oder Prüfungen aufgrund von Maßnahmen gegen COVID-19 erfolgte, ist eine Verlängerung der Anspruchsdauer auf Studienbeihilfe durch Bescheid der Studienbeihilfenbehörde möglich. Kann der erforderliche Studienerfolg nach den ersten zwei Semestern aufgrund dieser Umstände nicht erbracht werden, ist es in entsprechend begründeten Fällen möglich, eine Studienunterstützung durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu erhalten.

Auch für den Bezug von Familienbeihilfe bestehen Verlängerungsmöglichkeiten. Zuständig ist in diesem Bereich das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend bzw. das Wohnsitzfinanzamt der Eltern.

Grundsätzlich hat das Bildungsministerium das Sommersemester 2020 in Bezug auf die Studienbeihilfe und Familienbeihilfe als ein "neutrales Semester" definiert, um einen längeren Bezug zu ermöglichen. Um Bezieherinnen und Bezieher von Studienbeihilfe vor negativen Konsequenzen zu bewahren, wird dieses Semester nicht für die Förderungsdauer in der Studienförderung gewertet – das gilt nicht nur für die Studienbeihilfe, sondern auch für Mobilitätsstipendien und Studienabschluss-Stipendien.

Das bedeutet:

  • Auszahlung: Natürlich wird auch im Sommersemester 2020 die Beihilfe ausbezahlt. Ein noch im laufenden Semester zu erbringender Prüfungsnachweis für das letzte Wintersemester wird verringert, weil die Nachinskriptionsfrist nur eingeschränkt für Prüfungen zur Verfügung stand.
  • Anspruchsdauer: Für alle Studierenden, die im Wintersemester 2019/20 oder im Sommersemester 2020 noch innerhalb der Anspruchsdauer waren, verlängert sich die Anspruchsdauer um ein Semester. Sie bekommen ein weiteres Semester Beihilfe, wenn sie es brauchen.
  • Studienerfolg: Für das Sommersemester 2020 ist ausnahmsweise kein Studienerfolg nachzuweisen. Der im Wintersemester 2020/21 oder im Sommersemester 2021 vorzulegende Nachweis über den Studienerfolg reduziert sich entsprechend.
  • Anspruchsfristen: Allfällige andere Fristen, z. B. für die Aufnahme des anschließenden Masterstudiums, für die Einhaltung der Altersgrenze oder für den Studienabschluss im Studienabschluss-Stipendium verlängern sich ebenfalls im Wintersemester 2020/21 um sechs Monate.
  • Antragsfristen: Diese ändern sich dadurch nicht. 
  • Umsetzung: Details werden noch durch entsprechendes Gesetz und Verordnung geregelt. Sobald das erlassen ist, werden die Neuregelungen auf der Homepage der Studienbeihilfenbehörde bekannt gegeben.

Mein Studienplan läuft aus und ich kann aufgrund der Einschränkungen durch COVID-19 nicht rechtzeitig abschließen. Was kann ich tun?

Hier ist zu unterscheiden, ob das Problem auf der Ebene der Universität oder Hochschule lösbar ist oder ob zwingende gesetzliche Bestimmungen einer "kulanten" Lösung entgegenstehen. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geht davon aus, dass die Universitäten und Hochschulen die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten im Sinne der Studierenden nützen, um Härtefälle abzufedern. Sollte dies im Einzelfall nicht möglich sein, wird sich das Bundesministerium gegebenenfalls um eine gesetzliche Lösung bemühen.

Wie können abgesagte Lehrveranstaltungen oder Praktika nachgeholt werden?

Soweit Lehrveranstaltungen nicht durch "distance learning" ersetzt werden konnten und damit entfallen sind, sollen diese natürlich soweit möglich nachgeholt werden, abhängig von der konkreten Situation. Möglich sind beispielsweise Blocklehrveranstaltungen oder Angebote in der ansonsten üblicherweise lehrveranstaltungsfreien Zeit.

Auch hinsichtlich der Praktika sind die unterschiedlichen Formate sowie die Umstände des konkreten Einzelfalls zu beachten. In vielen Fällen finden Praktika außerhalb der Universität/Hochschule statt und sind daher von den derzeit getroffenen Einschränkungen nicht notwendigerweise betroffen.

Meine Lehrveranstaltung wurde auf "distance learning" umgestellt, ich verfüge aber nicht über die notwendigen technischen Voraussetzungen. Was kann ich tun?

Die Umstellung des Lehrbetriebs hat den Zweck, die Auswirkungen von COVID-19 auf den Studienbetrieb und die Studierenden möglichst zu minimieren. Leider sind aber Einschränkungen nicht vollständig auszuschließen. Bei Problemen ist es jedenfalls empfehlenswert, mit der Leiterin bzw. dem Leiter der betreffenden Lehrveranstaltung Kontakt aufzunehmen. Eventuell kann ja eine individuelle Lösung gefunden werden. 

Wie sieht es mit den Aufnahmeprüfungsterminen für das kommende Wintersemester aus? Werden diese verlegt und/oder ausgeweitet?

Nach derzeitigem Stand ist es wahrscheinlich, dass zumindest einige Termine verschoben werden müssen. Über entsprechende Maßnahmen werden die Universitäten und Hochschulen bzw. das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zeitnah informieren. Bitte immer die Homepages gut im Blick behalten.

Wenn frühere Zivildiener einberufen werden, und diese sind auch viele Studierende, gibt es dann studienseitig Regelungen dafür?

Die Ableistung eines Zivildienstes berechtigt grundsätzlich zu einer Beurlaubung vom Studium. Da hier ein unvorhergesehenes Ereignis vorliegt, kann die Beurlaubung auch noch bis 30. April beantragt werden. Allerdings wirkt die Beurlaubung für das ganze Semester, sodass während der Beurlaubung auch keine Prüfungen abgelegt werden können. Detaillierte Informationen dazu haben die Universität Graz und die ÖH in einem Infoblatt zusammengefasst.

Derzeit ist der "außerordentliche Zivildienst" auf drei Monate beschränkt (April bis Juni). Die weiteren Entwicklungen sind derzeit jedoch schwer abzuschätzen. Sollte sich die Situation in Österreich auch nach Ostern nicht wesentlich ändern, werden grundsätzliche Entscheidungen zum Verlauf des Sommersemesters zu treffen sein, welche das Thema des außerordentlichen Zivildienstes miteinbeziehen. Insofern bleibt im Moment abzuwarten.

Wie erhalte ich Briefe und Bescheide der Stipendienstelle, wenn ich mich derzeit nicht an meinem Studienort aufhalte?

Falls Sie sich derzeit nicht an jenem Ort aufhalten, an dem Sie üblicherweise Ihre Bescheide erhalten, empfiehlt die Studienbeihilfenbehörde, im Einklang mit den örtlich geltenden Vorschriften, einen Nachsendeauftrag einzurichten. Dies ist auch online möglich, wenn man über ein elektronisches Benutzerkonto auf www.post.at verfügt.

Ebenso ist es die Aktivierung einer Handysignatur auch online möglich um sich in weiterer Folge auf www.oestereich.gv.at für die elektronische Zustellung anzumelden. Sie erhalten ihre Bescheide dann ortsunabhängig in Ihr elektronisches Postfach auf www.oesterreich.gv.at

Mehr Informationen finden Sie auf www.post.at und www.handysignatur.gv.at.

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