Frau erhält Kündigung in der Schwangerschaft © SydaProductions, stock.adobe.com
Schwangere Arbeitnehmerinnen haben einen weitreichenden Kündigungs- und Entlassungsschutz. © SydaProductions, stock.adobe.com

Corona: Schutz für schwangere Arbeitnehmerinnen

Frauen, die jetzt ein Kind erwarten, sorgen sich zu Recht um ihre Gesundheit und die des Babys. Nach bisherigem Wissensstand gibt es zwar keinen Hinweis auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko während der Schwangerschaft, jede mögliche Erkrankung soll aber vermieden werden. "Leider ist es nicht erlaubt, aus Angst vor einer Infektion einfach nicht zur Arbeit zu gehen", warnt Bernadette Pöcheim, Leiterin der AK-Abteilung für Frauen und Gleichstellung. "Aber es gibt besondere Schutzbestimmungen für all jene, die ihre Arbeit nicht von daheim aus erledigen können." Da man unter einer Atemschutzmaske nur schwer Luft bekommt, dürfen Schwangere keine Arbeiten ausführen, die eine Maske erfordern. "In der unmittelbaren Betreuung im Gesundheitsbereich – beispielsweise als Ärztin, Krankenschwester oder Altenpflegerin – dürfen werdende Mütter derzeit nicht eingesetzt werden", so Pöcheim. In Supermärkten oder Apotheken sollen Schwangere aus den Zonen mit erhöhtem Kundenkontakt abgezogen und möglichst in anderen Bereichen, etwa im Lager, beschäftigt werden. Wer Fragen dazu hat, kann sich jederzeit in der Arbeitsmedizin des eigenen Unternehmens oder beim Arbeitsinspektorat erkundigen.

Eingeschränkte Kündigungsmöglichkeit

Schwangere Arbeitnehmerinnen genießen einen weitreichenden Kündigungs- und Entlassungsschutz. Sie können ihren Job nur dann verlieren, wenn das Arbeits- und Sozialgericht der Kündigung zugestimmt hat. Auch während des ersten Karenzjahres ist eine Kündigung nur mit Zustimmung des Gerichts möglich. Dieses gibt seine Zustimmung beispielsweise dann, wenn ein Betrieb oder eine einzelne Abteilung auf Dauer stillgelegt oder eingeschränkt werden und sich der Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung keinesfalls leisten kann. Wer in der Schwangerschaft eine Kündigung erhält, sollte den Arbeitgeber darauf aufmerksam machen, dass diese ungültig ist – und sich für arbeitsbereit erklären. "Frauen in dieser Situation sollten sich jedenfalls in der AK melden. Wir klären für sie, ob die Kündigung rechtsgültig ist", empfiehlt Pöcheim. "Sollte der Arbeitgeber eine einvernehmliche Kündigung anbieten, unterschreiben Sie bitte ja nicht ohne vorherige Rechtsberatung durch die AK oder die Gewerkschaft!"

Wochengeld gesichert

Beruhigende Nachrichten gibt es für jene Arbeitnehmerinnen, die vor dem Wochengeldbezug – in den acht Wochen vor und nach dem Geburtstermin – in Kurzarbeit geschickt werden. "Sowohl das Wochengeld als auch ein eventuell danach beantragtes einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld richten sich nach dem Einkommen vor der Kurzarbeit", erläutert Pöcheim. Auch ist keine Verminderung des Kinderbetreuungsgeldbezugs zu befürchten, wenn mitten in der Corona-Ausbreitung nicht alle Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen rechtzeitig durchgeführt werden können. Es empfiehlt sich, den jeweiligen Arzt oder die Ärztin telefonisch zu kontaktieren und individuell zu klären, ob die Untersuchungen aus medizinischen Gründen sofort durchgeführt werden sollen oder ein Abwarten möglich ist. Werden Untersuchungen vorerst aufgeschoben, sind sie so bald wie möglich nachzuholen. Keine Fristerstreckung gibt es für die Vorlage des Nachweises der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung bei der Krankenkasse. Trotzdem muss sich niemand dafür in Gefahr begeben: Der Abschnitt kann per Post oder per Mail an die ÖGK übermittelt werden.


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