7.6.2018

Papamonat und Väterkarenz


Papamonat oder kurze Väterkarenz: Im AK-Gleichstellungsreferat erfahren Eltern, welche Variante besser zu ihrer Familie passt. © Fotolia.com/Syda Productions, AK Stmk

Immer mehr Männer gönnen sich nach der Geburt ihres Kindes einen Papamonat (Freistellung nach Familienzeitbonusgesetz). Oder eine Väterkarenz, die finanziell deutlich lukrativer ist und einen Kündigungsschutz hat. Welche Variante im Einzelfall empfehlenswert ist, lässt sich am besten in einer individuellen Beratung im Gleichstellungsreferat der Arbeiterkammer klären – die Unterschiede sind groß.

"In den vergangenen Jahren merken wir, dass sich erfreulicherweise immer mehr Väter engagieren wollen", erklärt AK-Gleichstellungsreferentin Bernadette Pöcheim. "In welcher Form sie das am besten tun können, klären wir gerne in einer persönlichen Beratung." Über 05/7799-2590 oder frauenreferat@akstmk.at können Sie einen Termin ausmachen. Die Väterkarenz ist vom Ende des Mutterschutzes bis zum zweiten Geburtstag des Kindes möglich – in Blöcken ab zwei Monaten bis hin zu fast zwei Jahren. Also jedenfalls die favorisierte Variante für diejenigen, die sich ihrem Kind ganz intensiv widmen wollen. 

Vorsicht: Die Mutter muss in der Zeit der Väterkarenz eine Regelung mit ihrem Dienstgeber treffen, da Mutter und Vater nur einen Monat gleichzeitig in Karenz gehen können. Die Mutter kann beispielsweise noch offenen Urlaub konsumieren.


AK fordert mehr Geld für Väter

Wer sich nur eine kurze Pause vom Job vorstellen kann, muss sich entscheiden. "Beim Papamonat sind die Väter auf die Zustimmung ihrer Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen angewiesen, während sie auf eine Väterkarenz einen Rechtsanspruch haben", erklärt Pöcheim. "Außerdem ist die Väterkarenz finanziell deutlich lukrativer und die Väter sind vor Kündigung geschützt – ab der Meldung der Karenz maximal vier Monate vor Antritt und dann noch vier Wochen nach Ende ihrer Berufsunterbrechung." Die Arbeiterkammer setzt sich unablässig dafür ein, diese drei Nachteile des Papamonats gesetzlich zu beseitigen: fehlender Rechtsanspruch und Kündigungsschutz sowie die schlechte Bezahlung. Einstweilen raten die AK-Expertinnen eher zu einer kurzen Väterkarenz. "Möglich ist zum Beispiel, dass die Mutter nach dem Mutterschutz nur einen zweimonatigen Karenzblock nimmt und der zweite Monat sich bereits mit einer zweimonatigen Karenz des Vaters überschneidet. So kann der Papa auch schon in einer ganz frühen Phase beim Kind sein."

Außerdem kämpft die Arbeiterkammer um gerechtere Bezahlung des Papamonats: "Es ist wirklich nicht einzusehen, dass jene Väter, die nach dem Papamonat später auch noch in Karenz gehen, die finanzielle Unterstützung für den Papamonat – ohnehin nur rund 700 Euro – dann auch noch vom Kinderbetreuungsgeldanspruch abgezogen bekommen", kritisiert die AK-Gleichstellungsreferentin. "Hier braucht es eine Neuregelung!"

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