Mehrere Möglichkeiten für Karenz. © stock.adobe.com/detailblick, AK Stmk
Familien, die aufgrund der Corona-Krise von Arbeitslosigkeit betroffen sind, soll mit dem Härteausgleich geholfen werden. © stock.adobe.com/detailblick, AK Stmk

Alle Infos zum Corona-Familienhärte­ausgleich

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend hat einen neuen Hilfstopf aufgesetzt, der die rasche und unbürokratische Unterstützung von Familien bewerkstelligen soll. Ziel des sogenannten "Corona-Familienhärtefonds" ist es, Familien mit Kindern, die wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise von Arbeitslosigkeit betroffen sind, durch Zuwendungen finanziell unter die Arme greifen. Die Zuwendung wird für die Dauer der Einkommensminderung infolge der Corona-Krise, höchstens jedoch für drei Monate gewährt. Das vorherige Einkommen darf nicht überschritten werden!

Zur Ermittlung der Höhe wird als Basis ein Familienfaktor errechnet, der aus der Zusammensetzung der im gemeinsamen Haushalt lebenden Familie gebildet wird. Dieser Familienfaktor wird mit 300 multipliziert und ergibt die monatliche Zuwendung pro Monat für die jeweilige Familie, maximal jedoch 1.200 Euro pro Monat (siehe Beispiel unten).

Wer erhält Geld aus dem Härteausgleich?

Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um Geld durch den Familienhärteausgleich zu bekommen, und wer wiederum keinen Anspruch hat, haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst:

  • Grundvoraussetzung ist, dass die Familie ihren Hauptwohnsitz in Österreich hat und zum Stichtag 28. 2. 2020 für mindestens ein im Familienverband lebendes Kind Familienbeihilfe bezogen wurde.
  • Empfänger von Zuwendungen können nur österreichische Staatsbürger, Personen mit Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslands, Staatenlose mit ausschließlichem Wohnsitz im Bundesgebiet, Flüchtlinge sowie Drittstaatsangehörige und Subsidiär Schutzberechtigte gemäß Asylgesetz sein.
  • Mindestens ein Elternteil im gemeinsamen Haushalt hat wegen Corona den Job verloren oder ist auf Kurzarbeit umgestellt worden. Dies setzt eine aufrechte Beschäftigung zum Stichtag 28. 2. 2020 voraus.
  • Bei getrennt lebenden Elternteilen gilt: Nur Elternteil können um eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich ansuchen, wenn sie im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind leben, für das Familienbeihilfe bezogen wird, und wenn sie aufgrund der Corona-Krise eine Einkommensreduktion erlitten haben.
  • Wenn ein Elternteil karenziert ist (wegen Mutterschaft, Bildung etc.), ist nur dann eine Unterstützung möglich, wenn der andere im gemeinsamen Haushalt lebende Elternteil eine Einkommensreduktion aufgrund der Corona-Krise erlitten hat.
  • Das aktuelle Einkommen der Familie darf eine bestimmte Grenze, gestaffelt nach Haushaltsgröße, nicht überschreiten. Für die Berechnung der Unterstützung aus dem Corona-Familienhärteausgleich werden nur die Einkommen der Elternteile im gemeinsamen Haushalt berücksichtigt.
  • Pro Familie kann nur ein gemeinsamer Antrag gestellt werden, welcher jedoch für beide Elternteile die Belege zum Einkommensverlust beinhaltet. Zum Einkommen der Eltern zählen solche aus Erwerbstätigkeit sowie Transferzahlungen aufgrund früherer Erwerbstätigkeit (Arbeitslosengeld, Alterspension, Wochengeld bei Mutterschutz).
    Einkommensgrenze gestaffelt nach Haushaltsgröße:
      • 1 Elternteil und 1 Kind im Haushalt: 1.600 Euro netto
      • 1 Elternteil und 2 Kinder im Haushalt: 2.000 Euro netto
      • 1 Elternteil mit 3 und mehr Kindern im Haushalt: 2.800 Euro netto
      • Paar und 1 Kind: 2.400 Euro netto
      • Paar und 2 Kinder: 2.800 Euro netto
      • Paar mit 3 und mehr Kindern: 3.600 Euro netto

Wer bekommt keine Unterstützung?

Leider verwehrt der Corona-Familienhärtefonds genau jenen Familien die benötigte Unterstützung, welche die Hilfe am dringendsten benötigen würden. Die Unterstützung wird folgenden Gruppen verwehrt:

  • Eltern, die schon vor der Coronakrise bzw. vor dem 28. 2. 2020 arbeitslos waren
  • Empfängern von Sozialhilfe/Mindestsicherung
  • Geringfügig Beschäftigten
  • Alleinerziehenden, bei denen es mit den Alimenten eng werden könnte, weil der andere Elternteil die Arbeit verloren hat.

Beispiel: Berechnung der Zuwendung

Wie hoch die tatsächliche Zuwendung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Für die jeweiligen Faktoren werden anschließend Punkte vergeben.

  • Der Antragsteller bekommt 1 Punkt
  • Der zweite Elternteil bekommt 0,6 Punkte
  • Jedes Kind unter 10 Jahren erhält 0,4 Punkte
  • Kinder zwischen 10 und 15 Jahren erhalten 0,6 Punkte
  • Ist das Kind älter als 15 Jahre, zählt es 0,8 Punkte

Die Punkte werden zusammengezählt und dann mit 300 multipliziert. Dies ergibt den endgültigen Auszahlungsbetrag. Der Auszahlungsbetrag ist mit 1.200 Euro pro Monat begrenzt.

BEISPIEL

Familie: Mutter, Vater, Kind (8 Jahre alt)

Die Mutter stellt den Antrag: 1 Punkt
Vater: 0,6 Punkte
Kind: 0,4 Punkte

in Summe daher 2 Punkte mal 300 = 600 Euro Zuwendung

Wie kann der Antrag gestellt werden?

Das Ansuchen um die Zuwendung ist beim Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend mit dem dafür vorgesehenen Antragsformular zu stellen. Außerdem muss die Kopie der Bankkarte als Nachweis der Bankverbindung beigefügt werden. Der Antrag erfolgt per E-Mail an corona-hilfe@bmafj.gv.at (in Ausnahmefällen können Anträge auch per Post geschickt werden: an das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend, Abt. II/4, Untere Donaustraße 13-15, 1020 Wien).

Welche Nachweise sind sonst noch notwendig?

Dem Ansuchen sind der aktuelle Einkommensnachweis der von Kündigung bzw. Kurzarbeit betroffenen Person sowie Nachweise über Höhe und Zeitpunkt der Einkommensreduktion und deren Begründung beizulegen. Um eine rasche Bearbeitung Ihres Ansuchens zu ermöglichen, fügen Sie dem Antrag einen Einkommensbeleg per 28. 2. 2020 und eine Bescheinigung der AMS-Leistung oder einen Beleg über die Höhe des Corona-Kurzarbeitsentgelts hinzu.

Die endgültige Entscheidung über das Ansuchen wird vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend nach Maßgabe der vorhandenen Mittel getroffen. Auf Gewährung von Zuwendungen nach diesen Richtlinien besteht kein Rechtsanspruch.

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