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Pflegekräfte sind gerade in der Corona-Krise großen Belastungen ausgesetzt. © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
22.4.2021

Tipps für Pflegekräfte, um psychisch besser durch die Krise zu kommen

Schon vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie standen die Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich vielfach unter Druck. Personalmangel, Arbeitsverdichtung, kurzfristige Dienstplanänderungen, wachsende Bürokratie - die Belastungen im Arbeitsalltag von Pflegekräften schlagen sich oft negativ auf die Gesundheit der Betroffenen nieder. Die Corona-Krise hat die Situation weiter verschärft, wie auch eine Analyse der Risikofaktoren für Depressionen bei den Beschäftigten von Universitätskliniken und weiteren Krankenhäusern der Maximalversorgung in Deutschland zeigt: Die höheren Werte hier waren vor allem mit unzureichender Erholung in der Freizeit verbunden. Außerdem standen erhöhte Angstwerte im Zusammenhang mit der Befürchtung, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

"Dank dieser Ergebnisse können wir Empfehlungen für zielgerichtete ressourcenstärkende Unterstützungsangebote aussprechen, die den Beschäftigten helfen, konkrete Krisen wie diese Covid-19-Pandemie besser zu bewältigen", sagt die Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin Petra Preimesberger, die unter anderem auch als Notfallpsychologin und Supervisorin tätig ist. Sie hat sechs Tipps für Pflegekräfte, um psychisch besser durch die Krise zu kommen. 

1. Seien Sie stolz auf das, was Sie leisten!

Berufsstolz entsteht durch eine hohe Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit. Sie leisten Hervorragendes und tun das mit großem Engagement und Fachwissen. Genießen Sie dieses Gefühl, holen Sie es in besonders stressreichen Situationen hervor, indem Sie z. B. Sätze wie "ich leiste wertvolle Arbeit" leise vor sich hersagen.

2. Fokussieren Sie sich auf die Sinnhaftigkeit Ihrer Arbeit

Achten Sie gerade in schwierigen Situationen darauf, was trotzdem positiv läuft. So entgehen Sie dem Risiko, alles nur mehr negativ zu sehen und sich selbst in eine psychische Krise zu stürzen. Lassen Sie am Abend den Tag an sich vorüberziehen und sammeln Sie die positiven Augenblicke.

3. Sorgen Sie gut für sich

Nur wenn es Ihnen gut geht, Sie Ihre Kraft aus Ihrer Besonnenheit und Ruhe schöpfen, können Sie auch dementsprechend für andere Menschen da sein. Gönnen Sie sich täglich eine gewisse Auszeit, in der Sie nur für sich etwas Angenehmes tun! Machen Sie diese "kleine Auszeit vom Alltag" zu Ihrem täglichen Wohlfühl-Ritual.

4. "Wir schaffen das" im Team

Einzelkämpfer waren gestern, jetzt setzt man auf Teamgeist. Sie sind nicht alleine, auch Helfer dürfen Hilfe annehmen. Wenn Sie nicht mehr weiterwissen oder weiterkönnen, wenden Sie sich an KollegInnen bzw. Ihre Vorgesetzten oder eine Vertrauensperson. Brennen Sie für Ihren Job, aber brennen Sie nicht aus. 

5. Gehen Sie in Supervision

Mit anderen zu reden, zu hören, dass es den anderen gleich oder ähnlich geht, kann enorm entlasten. Zu erfahren, welche Taktiken und Ressourcen KollegInnen in ähnlichen Situationen anwenden, erweitert den eigenen Aktionsradius. Sein eigenes Handeln zu reflektieren kann die Arbeit auf lange Sicht erleichtern.

6. Und das Wichtigste zum Schluss: "Lachen ist die beste Medizin"

Auch wenn einem derzeit das Lachen oft im Hals stecken bleibt, lachen Sie, wann immer es angebracht ist und es die Situation zulässt. Lachen wirkt stressreduzierend, Lachen entspannt, Lachen ist ansteckend und Lachen hält gesund, da es das Immunsystem stärkt.

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