24.5.2016
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Schwieriger Spagat der mittleren Führungskräfte

Reges Interesse über eine Studie über das mittlere Management © Graf, AK Stmk

Allein gelassen fühlen sich mittlere Führungskräfte im Gesundheitswesen. Weil Anerkennung, Unterstützung und entsprechendes Gehalt fehlen, reagieren viele mit Krankheit oder denken ans Aufhören, ergab eine Studie. 

Auf reges Interesse der überwiegend weiblichen Führungskräfte stieß die Präsentation und anschließende Diskussion einer Studie über das mittlere Management im Gesundheitsbereich in der Grazer Arbeiterkammer. Schon der Titel „Gesundes Führen – Führungskräfte in der Sandwich-Position“ zeigte das Problem auf: Wie gelingt der Spagat zwischen den finanziellen und personellen Vorgaben von oben, den Wünschen der MitarbeiterInnen und einer qualitativ gute Pflege der PatientInnen ohne selbst auf der Strecke zu bleiben? „Als Gegengewicht zu den Belastungen braucht es Gratifikation. Fehlt es an entsprechendem Gehalt, Anerkennung, Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit entwickeln sich Fehlbeanspruchungen und Krankheiten“, sagte Studienautorin Mag.a Sigrid Schmiedl.

Schlafstörungen

Die Hälfte der mittleren Führungskräfte reagiert mit Kreuzschmerzen. Und weil die Arbeit abends im Kopf weiter geht und auch der erste Gedanke in der Früh ist, leidet knapp ein Drittel an Schlafstörungen und ständiger Gereiztheit. Und jenes Fünftel der Befragten, das weder von oben noch von den MitarbeiterInnen Unterstützung bekommt, ist besonders anfällig für Krankheiten und denkt oft an einen Firmen- oder überhaupt an einen Berufswechsel. 

Ökonomisierung

Auf den vielfachen Druck machte auch AK-Präsident Josef Pesserl aufmerksam, der „im Gegensatz zum Wunsch steht, das Beste für die Patienten und Patientinnen zu tun“. Durch die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens mit Unternehmensspitzen, die meist nicht vom Pflegefach kommen, fehle es an Verständnis und Kultur für gute Pflege: „Der ewige Spardruck bringt den Unternehmen aber langfristig sicher keinen Gewinn.“

Unterstützung

Doch trotz knapper Kassen könne die Situation für das mittlere Management deutlich verbessert werden, sagte die Studienautorin: „Eine große Unterstützung sind mehr Mitsprache bei Entscheidungen, bessere Informationsflüsse und vor allem Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Besonders wichtig ist die Reduzierung der ständigen Störungen und Unterbrechungen der Arbeit, die von 86 Prozent aller Befragten genannt werden.“

Administration

In der Podiumsdiskussion mit Führungskräften im Gesundheitswesen ging es um den hohen Anteil der Arbeitszeit, der für bürokratische Tätigkeiten anfällt. Um sich selbst freizuspielen, müsse am aber gut delegieren und Wünsche, etwa von Ärzteseite, abwehren, sagte DGKS Waltraud Haas-Wippel, Pflegedienstleiterin der Grazer Geriatrischen Gesundheitszentren. DGKS Monika Wagner, MSc MSC MBA, Stationsleiterin Klinikum Graz, sagte, als berufstätige Mutter sei sie ständig gefordert. Die Führungsstelle solle aus dem Pflegeschlüssel herausgenommen und extra gezählt werden. Einig war man sich, dass die hohe Leistung und die enorme Verantwortung finanziell unzureichend abgegolten werden.

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