13.4.2016
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Unterstützung zu Hause hat viele Gesichter

Einige Vorträge gab es bei der Pflegemesse in Leoben © Graf, AK Stmk

Pflege tritt oft sehr kurzfristig auf. Wenn nicht bereits Vorsorge getroffen wurde, dann sind Betroffene vielfach nicht mehr selbst in der Lage über die gewünscht Form der Pflege und Betreuung selbst zu entscheiden, geschweige sie zu organisieren. Damit Berufstätige die Möglichkeit haben die Pflege & Betreuung eines nahen Angehörigen zu organisieren, bzw. diese beispielsweise für eine bestimmte Dauer selbst vornehmen können, "kann" mit dem Dienstgeber eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbart werden. Für die Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit gebührt seitens des Sozialministeriumsservice ein Karenzgeld. Beratunen und Info dazu gab es auf der Pflegemesse in Leoben.

Pflege wird gefördert

Für die Abwechslung des Pflegealltags und zur Entlastung pflegender Angehöriger sorgt die steigende Zahl an Tagesbetreuungszentren. Wer zuhause nicht mehr ohne Betreuung sein kann, für den bietet sich auch die 24 Stunden Betreuung an, die unter bestimmten Voraussetzungen von Seiten des Sozialministeriumsservice gefördert wird. Darüber hinaus gibt es für pflegende Angehörige es Förderangebote, die der Erholung dienen (z.B. die Ersatzpflege). Auch in einem AK-Workshop für pflegende Angehörige erhalten diese Tipps, wie sie den Pflegealltag leichter gestalten und bewältigen (siehe Infobox rechts). Abhängig von der Pflegegeldstufe beträgt die Förderung zwischen 1.200.- und 2.200.- Euro.

Mag. Alexander Grazer, Mag. Dunja Krobath, AK-Vizepräsidentin Patricia Berger und AK-Präsident Josef Pesserl.  © Graf, AK Stmk

Leistbare Pflegeangebote

Wenn vor allem am Lebensende die Betreuung zu Hause mit "einfachen" Pflegemaßnahmen nicht mehr bewältigt werden kann, dann können palliative Pflege- oder Hospizdienste helfen. Knackpunkt sind oft die Kosten. Ob eine konkrete Pflege- oder Betreuungsmaßnahme leistbar ist, hängt vom eigenen Einkommen, der Pflegegeldstufe und allfälliger Förderungen ab, im Fall des Pflegeheimes auch vom vorhandenen Vermögen. Allerdings werden von der öffentlichen Hand bei vorliegender Heimbedürftigkeit jene Heimkosten übernommen, die über die eigene Finanzkraft hinausgehen. Die 24 Stunden Betreuung ist – trotz Förderung - noch immer eine Leistung, die sich vor allem Vermögende oder große Familien leisten können.

Für Personen die zu Hause nicht mehr alleine wohnen können, eine Aufnahme in ein Pflegeheim mangels Heimbedürftigkeit aber noch nicht möglich oder gewünscht ist, bietet sich die Wohnform des "Betreuten Wohnens" an. Zu beachten ist, dass für das Betreute Wohnen bestimmte Regeln und Fördervoraussetzungen gelten, im Unterschied zum „Betreubarem Wohnen“ oder anderen Wortkreationen, die auf freie Vereinbarungen setzen. Wenn eine Pflege daheim oder in betreuten Wohneinrichtungen nicht mehr möglich ist, bleibt nur der Weg ins Pflegeheim. 

Umfassendes Beratungsangebot

In Kurzvorträgen wurde über mobile Pflege, Pflegeheim, 24 Stunden-Betreuung, das Pflegegeld, Pflegekarenz und Pflegeteilzeit, Kurzzeitpflege, Ersatzpflege sowie das neue Erbrecht für pflegende Angehörige informiert. Auch die neue Pflegedrehscheibe des Magistrats Graz, die Beratung rund um das Thema Pflege anbietet, wurde vorgestellt. Erstmals erhielten die TeilnehmerInnen auch Tipps im Umgang mit an Demenz erkrankten Personen. Alle Vorträge finden Sie rechts in der Infobox.

Das Pflegegeld wurde erhöht

Das Pflegegeld für alle Stufen ist seit Jänner um zwei Prozent erhöht. Bei der 24-Stunden-Betreuung gibt es mehr Transparenz.

Unterstützung im Pflegealltag

Pflegemesse im Kammersaal informierte umfassend über zahlreiche Betreuungsangebote und finanzielle Hilfen.

Fortbildung für Gesundheits- und Sozialberufe

30 Halb- und Ganztagsseminare zur beruflichen Persönlichkeitsbildung, zu Fach- und Rechtsthemen bietet die AK 2018. Hier können Sie sich anmelden.

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