1.2.2018

Pflege: AK prüft 24-Stunden-Verträge

Eine Obersteirerin, die seit Jahren daheim ihren Mann pflegt, musste selbst für eine Operation ins Krankenhaus. Mit der anschließenden Rehabilitation fiel sie für mehrere Monate als Pflegerin ihres Mannes aus. Sie solle doch für diese Zeit eine 24-Stunden-Betreuung nehmen, wurde der Frau in einem Gesundheitszentrum geraten. AK-Expertin Anika Tauschmann: „Über eine dort aufliegende Liste kam die Obersteirerin an eine Agentur, die ihr ein Pauschalangebot machte: 2.300 Euro pro Monat für die Betreuung ihres Mannes. Es war nicht ersichtlich, woraus sich dieser Betrag genau zusammensetzte.“ Pro Betreuer sollte die Frau 275 Euro pro Monat als staatliche Förderung bekommen.

Keine Förderung

Tatsächlich kam ein Betreuer aus dem Osten zur Betreuung des Mannes. Im Nachhinein aber erfuhr die Obersteirerin, dass die Agentur den Betreuer im Streit von der Sozialversicherung abgemeldet hatte. Tauschmann: „Von der Förderstelle kam dann prompt eine Absage, weil eine Unterstützung nur für ordentlich angemeldete Personen möglich ist.“

AK-Prüfung der Verträge

Über Einschreiten der Arbeiterkammer übernahm schließlich die Agentur einen Betrag in Höhe der nicht gewährten Förderung. Der AK-Konsumentenschutz bietet an, Verträge über eine 24-Stunden-Betreuung vor Vertragsabschluss zu prüfen.

AK-Tipps

Wie erkennt man eine seriöse Agentur?

• Nicht auf Billigsttarife einsteigen

• Gibt es ein ausführliches Erstgespräch für eine passende Betreuung?

• Klärt die Agentur über Rechte und Pflichten auf?

• Gibt es Ansprechpersonen bei der Agentur? Werden Einschulung und unterstützende Besuche angeboten?

• Wird das Betreuungspersonal direkt bezahlt? Falls alles über die Agentur läuft, ist Vorsicht geboten.

• Häufige Wechsel der Betreuerinnen oder der Betreuer ohne triftigen Grund sind ein Warnsignal.

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