29.9.2017
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Gute medizinische Versorgung vor Ort

Ein Teil des Teams im Eisenerzer Gesundheitszentrum: Dr. Hannes Bauer, DGKS Gudrun Franzl und Dr. Uwe Bauer- Schartner © Graf, AK Stmk

Wer mit einem Wimmerl in die Universitätsklinik komme, sei fehl am Platz, sagt Hannes Bauer. Er ist einer von zwei Ärzten im neuen zentral gelegenen Eisenerzer Gesundheitszentrum. Zusammen mit einer Ordinationsassistenz und Pflegepersonal und eingebettet in ein Netzwerk weiterer Angehöriger von Gesundheitsberufen sichert das Zentrum die Grundversorgung der Eisenerzer Bevölkerung.

31 Jahre Berufserfahrung 

Das Beispiel mit dem Wimmerl ist vielleicht extrem, Tatsache aber sei, dass "viele Patienten ganz oben in der diagnostischen Pyramide einsteigen" und so für überlaufene Ambulanzen und hohe Kosten sorgen. Einfache Wundversorgung, eine erweiterte Diagnostik mit einem eigenen Labor und weitere Leistungen werden seit Mitte Juni im Gesundheitszentrum angeboten. "Ich mache jetzt wieder Wundversorgung, operiere Abszesse und führe andere kleinere Eingriffe durch", sagt Bauer. Er bringt, wie er sagt, 31 Jahre Berufserfahrung in das Zentrum ein, sein junger Kollege, der nicht mit ihm verwandte Uwe Bauer-Schartner, frische wissenschaftliche Erkenntnisse. Das modern ausgebaute Zentrum nützen will auch die
dritte lokale Hausärztin.

Eisenerz schließt

Der Aufbau des Gesundheitszentrums geht auf eine Initiative des steirischen Gesundheitsfonds zurück, der auch die Basisfinanzierung des Zentrums bis zumindest 2020 übernimmt. Das Zentrum ist, wie Gesundheitslandesrat Christopher Drexler kürzlich sagte, Voraussetzung gewesen, um den LKH Standort Eisenerz zu schließen. Bis Mitte nächsten Jahres sind alle Abteilungen in Eisenerz in die zwei verbliebenen Standorte des LKH Hochsteiermark in Bruck und Leoben übersiedelt.

30 Gesundheitszentren

Sowohl das Gesundheitszentrum als auch die Schließung des LKH-Standortes sind Teil des Regionalen Strukturplanes Gesundheit Steiermark. Demnach sind bis zu 30 regionale Primärversorgungszentren als erste Anlaufstellen für alle medizinischen Fragen vorgesehen. Gleichzeitig werden die einzelnen Krankenhäuser in Verbünden organisiert. Das Spital, das alles macht, gibt es außer in Graz nicht mehr. Jeder Standort wird spezielle Aufgaben übernehmen, um mit hohen Fallzahlen Qualität zu garantieren. Die steirischen Gesundheitszentren bekommen durch ein neues Bundesgesetz, das im Sommer beschlossen wurde, einen passenden rechtlichen Rahmen. 75 Primärversorgungszentren sollen in ganz Österreich bis 2021 entstehen, 200 Millionen Euro sind dafür als Anschubfinanzierung von den Ländern und den Sozialversicherungen zweckgewidmet.

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