2.7.2014
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Elga stärkt Rechte der Patienten

Befunde, Medikamente und Informationen über die eigene Krankengeschichte in einem elektronischen System: "Elga ist eine Pionierleistung im österreichischen Gesundheitswesen", erklärte AK-Präsident Josef Pesserl bei einer Infoveranstaltung mit Gesundheitsminister Alois Stöger im Grazer Kammersaal.

Dr. Jörg Garzarolli (Ärztekammer), Mag. Alexander Hagenauer, Dr. Gerald Bachinger,  Gesundheitsminister Stöger, Mag. Johann Maier und Dr. Susanne Herbek. © Fotostudio 44, AK Stmk

"Mir ist der gläserne Patient lieber als der tote Patient", wandte sich Pesserl gegen die von einzelnen Interessengruppen undifferenziert geführte Kampagne gegen elga. Österreich habe eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Gesundheitsminister Stöger ergänzte, während in anderen Ländern Leistungen zurückgenommen werden, baue man hierzulande Leistungen aus (Brustkrebsfrüherkennung, Zahnspange etc.). "Elga wird das Gesundheitssystem verbessern und die Rechte der Patienten stärken", ist Stöger überzeugt.

Start ab Ende 2015

Elga-Geschäftsführerin Dr. Susanne Herbek führte aus, dass künftig Spitäler und niedergelassene VertragsärztInnen sowie Apotheken und Pflegeeinrichtungen in Österreich flächendeckend vernetzt werden. Zunächst gehen ab Ende 2015 die Spitäler in den Bundesländern Kärnten, Steiermark, Oberösterreich, Tirol und Wien sowie Unfallkrankenhäuser der AUVA schrittweise mit Elga in Echtbetrieb. Bis Mitte 2016 werden alle rund 120 öffentlichen Spitäler mit Elga arbeiten. In der Folge können die niedergelassenen Vertragsärzte und die Apotheken die Elga-Funktion e-Medikation nutzen. Ab 2017 sollen private Krankenanstalten und ab 2022 Zahnärzte mit Kassenvertrag Elga verwenden.

Mehrfachuntersuchungen oder falsche Medikation verhindern

"Elga emotionalisiert, weil Gesundheit jedem ans Herz geht", so Herbek. Als Vorteile strich sie die Reduzierung von Mehrfachuntersuchungen und das Verhindern von falscher Medikamentendosierung heraus. Konkret sind in der persönlichen Gesundheitsakte Spitalsentlassungsbriefe, Laborbefunde, Bilder und die Medikamentenliste einsehbar. Keinen Zugang zu Patientendaten haben Versicherungen, Behörden (Amts- oder Chefärzte), Arbeitsmediziner und Arbeitgeber, beruhigte Herbek. Ein Missbrauch der Daten sei sogar mit Haftstrafen bedroht.

Für den persönlichen Zugang zu den Patientendaten müssen sich die Versicherten auf www.gesundheit.gv.at einloggen, wofür man eine gültige Bürgerkarte (z.B. e-card mit aktivierter Bürgerkartenfunktionalität plus Kartenlesegerät oder ein bürgerkartentaugliches Mobiltelefon/Handysignatur) benötigt. (Referatsunterlage als Download rechts).

Qualität der Behandlungsprozesse steigt

Publikum diskutiert über Elga © Fotostudio 44, AK Stmk

In der von Sigrid Hroch (ORF) moderierten Podiumsdiskussion erklärte der Sprecher der Patientenanwälte, Dr. Gerald Bachinger, durch Elga verschiebe sich das Informationsmonopol von den Ärzten zum Patienten, der Patient müsse nicht mehr Briefträger für Befunde spielen. Dr. Jörg Garzarolli, Kuriensprecher der niedergelassenen Ärzte, wollte die Ärztekammer nicht als generellen Elga-Gegner bewerten. Man sehe aber in der Möglichkeit der Patienten, Befunde oder Medikamente auszublenden, ein Problem für die Hausärzte. Mag. Johann Maier vom Datenschutzrat lobte die strengen Datenschutzbestimmungen, während Mag. Alexander Hagenauer vom Hauptverband der Sozialversicherung überzeugt ist, dass die Qualität der Behandlungsprozesse steigen wird.

In der Diskussion wurde hervorgehoben, dass Apotheken nur Zugriff auf die e-Medikation und nicht auf Befunde haben werden. Ärzte haben vier Wochen Zugriff auf Befunde (auf Wunsch kann diese Frist auf ein Jahr verlängert werden). Generell werden Befunde nur zehn Jahre auf elga einsehbar sein (Quellbefunde im Krankenhaus liegen 30 Jahre auf). Persönliche Befunde kann man von elga herunterladen. Eltern können mit Vollmacht auf die Daten der Kinder zugreifen, ab dem 14. Lebensjahr sind Jugendliche "elba-selbständig", so Herbek. Die Gesundheitsakte ist auch kein "Notfallinstrument", das heißt Rettungsfahrer haben keinen Zugang zu Patientendaten. Gesundheitsminister Stöger versteht die Reform als Dienst für den mündigen Patienten: „Sie können mit Ihren Daten tun, was Sie für richtig erachten.“

Förderungen für Gesundheitsausbildung

Pro Ausbildungsjahr gibt es bei Unterschreiten bestimmter Einkommensgrenzen 250 Euro. Ansuchen können bis 31. März 2018 eingereicht werden.

Bewegung am Arbeitsplatz

Beim Symposium „Betriebliche Gesundheitsförderung“ im Grazer Kammersaal rissen gymnastische Pausenfüller 220 Zuhörer vom Sessel.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK