Pflegekraft bei der Arbeit © Jacob Lund, stock.adobe.com
Für die Dauer der Corona-Pandemie sind neue rechtliche Bestimmungen im Gesundheits- und Pflegebereich in Kraft. © Jacob Lund, stock.adobe.com
25.01.2021

Covid-19: FAQ für Gesundheits- und Pflege­berufe

Die Arbeiterkammer hat ergänzend zu den allgemeinen Infos unter www.jobundcorona.at - einige Informationen speziell für diese Berufsgruppen zusammengefasst. 

Was ändert sich aktuell in meinem Arbeits­feld?

Das 2. COVID-2019-Gesetz enthält Änderungen für den Einsatz von Ärzten und Ärztinnen, Apotheken, Meldepflichten, Datenübermittlung, Bereitstellung von Hilfsmitteln, Ausstellung von Rezepten. 
=> Weitere Informationen siehe 2. COVID-19-Gesetz

Mit der 3. COVID-19-Notmaßnahmenverordung wurden aufgrund der aktuel­len Situation weitere Regelungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich beschlossen.

Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen dürfen die Einrichtung grundsätzlich nur dann betreten, wenn diese durchgehend eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung und bei Kontakt mit Bewohnern durchgehend eine FFP-2-Maske ohne Ausatemventil oder eine gleichwertige bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske tragen.

Beschäftigte bettenführenden Kur- und Krankenanstalten müssen bei Kontakt mit Patientinnen bzw. Patienten durchgehend entweder eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske (CPA), eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eine gleichwertige bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske tragen.

Darüber hinaus muss für Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen spätestens alle drei Tage und für Beschäftigte in bettenführenden Kur- und Krankenanstalten spätestens alle sieben Tage ein Antigen-Test auf SARS-CoV-2 oder ein molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt werden und dessen Ergebnis negativ sein. Im Falle eines positiven Testergebnisses kann die Einrichtung dennoch betreten werden, wenn jedenfalls mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit vorliegt und auf Grund der medizinischen Laborbefunde (insbesondere aufgrund des CT-Werts größer 30) davon ausgegangen werden kann, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Stehen dieses Tests jedoch nicht mehr zur Verfügung, sind vorrangig Beschäftigte mit Patienten- bzw. Bewohnerkontakt zu testen.

Darüber hinaus müssen die Betreiber ein COVID-19-Präventionskonzept zur Minimierung des Infektionsrisikos ausarbeiten und umsetzen.

=> Weitere Informationen siehe 3. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung

Ändert sich etwas bei den Vorgaben zur Personal­berechnung?

Aufgrund der Covid-19-Krise kann in Pflegeheimen der Personalschlüssel unterschritten werden, dies jedoch nur dann, wenn die Pflege und Betreuung gewährleistet werden kann und das Fach- und Hilfspersonal nicht im vorgeschriebenem Ausmaß zur Verfügung steht. 
=>  weitere Infos

Wir informieren laufend über neue Entwicklungen.

Welche Änderungen ergeben sich generell bei Gesundheits- und Pflege­berufen?

Für die Dauer der Pandemie wurden Sonderregelungen auf Basis des 2. COVID-19-Gesetzes in einzelnen Berufsrechten geschaffen.

Sanitäterinnen und Sanitäter

Für die Dauer der Pandemie können auch Personen die Tätigkeiten von Sanitäterinnen und Sanitätern beruflich ausüben, die kein entsprechendes Berufsmodul absolviert haben - Sanitätergesetz (SanG) § 14 Abs 4

Für die Dauer der Pandemie dürfen vorübergehend auch all jene Personen als Sanitäter oder Sanitäterin tätig sein, denen die vorgeschriebene Fortbildung und Rezertifizierung fehlt. Das gilt vorübergehend auch für Personen, die bereits mehr als 100 Fortbildungsstunden im Rückstand sind. (SanG § 26 Abs 4).
Sanitäter und Sanitäterinnen dürfen Abstriche aus Nase und Rachen durchführen, um die Testung auf zum Beispiel das Corona-Virus zu ermöglichen (SanG § 9 Abs 1).

Medizinisch-technische Dienste (MTD-Berufe)

Darunter fallen:

  • Biomedizinische Analytiker/-innen
  • Diätologen/-innen
  • Ergotherapeuten/-innen
  • Logopäden/-innen
  • Orthoptiker/-innen
  • Physiotherapeuten/-innen
  • Radiologietechnologen/-innen

Personen, die für ihre MTD-Ausbildung im Ausland eine Anerkennung oder eine Nostrifikation erhalten haben, müssen zumeist vorgeschriebene Auflagen, wie etwa Ergänzungsausbildungen, erfüllen, bevor sie in Österreich tätig werden können. Für die Dauer einer Pandemie dürfen sie das auch dann, wenn die verlangten Ergänzungsausbildungen noch nicht abgeschlossen sind.

Auch in den medizinisch-technischen Laboratoriumsdiensten gibt es für die Dauer einer Pandemie Sonderregelungen. 

So können Laboruntersuchungen vom Fachpersonal vorübergehend auch ohne ärztliche Anordnung durchgeführt werden. Und um ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den medizinischen Laboren sicherzustellen, dürfen während einer Pandemie auch Menschen medizinische Laboruntersuchungen machen, die ein geeignetes naturwissenschaftliches oder veterinärmedizinisches Studium abgeschlossen haben MTD-Gesetz (MTD-G) § 4 Abs 5

=> Sonderregelung zur nachträglichen Registrierung

Gesundheits- und Krankenpflege

Für die Dauer einer Pandemie dürfen Personen ohne pflegerische Ausbildung und ohne die Qualifikation "Unterstützung in der Basisversorgung", kurz UBV, unterstützende Tätigkeiten bei der Basisversorgung durchführen. Dabei ist auf die entsprechende Dokumentation zu achten und sicherzustellen, dass alle Informationen über Veränderungen des Zustandes des begleiteten Menschen an die anordnende Pflegeperson weitergegeben werden.
Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) § 3a Abs 7

Personen, die für ihre Pflegeausbildung im Ausland eine Anerkennung oder eine Nostrifikation erhalten haben, müssen zumeist vorgeschriebenen Auflagen, wie zum Beispiel Ergänzungsausbildungen erfüllen, bevor sie in Österreich tätig werden können. Für die Dauer einer Pandemie dürfen sie das auch dann, wenn die verlangten Ergänzungsausbildungen noch nicht abgeschlossen sind.

Das gilt sowohl für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege als auch für die Pflegeassistenzberufe.

=> Sonderregelung zur nachträglichen Registrierung

Muss ich mich weiterhin registrieren lassen?

Für die Dauer der Pandemie Covid-19 gibt es bei der Registrierung Änderungen. So dürfen auch Personen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegeassistenzberufe und Personen des gehobenen medizinisch-technischen Dienstes (MTD-Berufe), welche nicht im Gesundheitsberuferegister (GBR) eingetragen sind, den Beruf ausüben. Dies gilt dann, wenn ein entsprechender Qualifikationsnachweis erbracht werden kann oder Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, anerkannt (nostrifiziert) sind.
=> weitere Infos

Ich bin schwanger, darf/muss ich weiter­arbeiten?

Es liegen bis jetzt nur wenige Erfahrungen mit Schwangeren vor. Allgemein dürfen Schwangere jedoch in Bereichen, in denen der Schutzabstand sicher nicht eingehalten werden kann, wie im Gesundheitsbereich oder in der Kleinkinderbetreuung, nicht arbeiten. Das Tragen von Atemschutzmasken der Art FFP2 oder FFP3, aber auch FFP1 erschwert die Atmung und ist daher für Schwangere verboten.

Hinweis: Mund-Nasen-Schutz (MNS, "OP-Masken") stellt keinen Atemschutz im Sinn von persönlicher Schutzausrüstung dar. Schwangere dürfen erforderlichenfalls einen solchen verwenden. Da das Tragen dieser Maske jedoch auch mit einem gewissen Atemwiderstand verbunden ist, sollte darauf geachtet werden, dass die durchgehende Tragedauer eine Stunde nicht übersteigt und dann eine Pause gemacht wird.

Schwangere haben nun ab Beginn der 14. Schwangerschaftswoche einen Anspruch auf die sogenannte Sonderfreistellung COVID-19, wenn Sie im physischen Körperkontakt zu anderen Personen arbeiten. Allerdings nur dann, wenn es nicht möglich ist die Dienstnehmerin an einem anderen Arbeitsplatz zu beschäftigen, an dem kein physischer Körperkontakt erforderlich ist und der Mindestabstand eingehalten werden kann. Dabei ist auch die Möglichkeit von Homeoffice zu prüfen.

Liegen diese Voraussetzungen vor, haben Sie einen Anspruch auf das bisherige Entgelt!

Für aktuelle Infos siehe www.arbeitsinspektion.gv.at

Wichtig: Das Kinderbetreuungsgeld reduziert sich nicht, sollten Untersuchungen, die im Mutter-Kind-Pass vorgesehen sind, aufgrund der derzeitigen Einschränkungen nicht durchgeführt werden können. Und: Kurzarbeit hat keine Auswirkungen auf das Wochengeld.
=> weitere Infos

Ich gehöre einer Risikogruppe an, muss/darf ich trotzdem arbeiten?

Seit 6. 5. 2020 gilt ein neues Bundesgesetz, das gemeinsam mit einer dazugehörigen Verordnung des Gesundheitsministers jene Vorerkrankungen definiert, die – aus medizinischer Sicht – vor einer Infektion mit COVID-19 ganz besonders zu schützen sind. Die Möglichkeit der Freistellung für Risikogruppen wurde durch das zuständige Bundesministerium bis zum 31.03.2021 verlängert.

Eine Aufzählung der möglichen Vorerkrankungen findet sich in § 2 der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung. Sie ist jedoch nicht abschließend: Der behandelnde Arzt kann auf Grund seiner Expertise auch dann die Zugehörigkeit zur Risikogruppe attestieren, wenn Sie an ähnlich schweren Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen leiden oder litten.

Klargestellt wurde nunmehr, dass es sich bei der betroffenen Gruppe der "Risikopersonen" um Menschen handelt, die sehr schwere Vorerkrankungen haben und wissenschaftlich belegt besonders gefährdet sind. Die Lösung gilt nun auch für alle Beschäftigten – auch für jene, die etwa in versorgungskritischen Bereichen arbeiten.

Siehe auch: Job und Corona: Schutz im Betrieb

Bitte klären Sie Ihr medizinisches Anliegen jedenfalls mit dem Betriebsrat und der Arbeitsmedizin beziehungsweise Ihrem Hausarzt ab.

Hat Covid-19 Auswirkungen auf meine Sonderausbildungen/Spezialisierungen?

Für die Dauer der Pandemie wird die Frist von fünf Jahren gemäß Art. 38 3. Covid-19 Gesetz gehemmt. Weiters sind Berufsangehörige, die bereits bis zu fünf Jahre Tätigkeiten einer Spezialisierung ausgeübt und nicht die entsprechende Sonderausbildung bzw. Spezialisierung erfolgreich absolviert haben, für die Dauer einer Pandemie berechtigt, über die Kompetenzen gemäß §§ 14 bis 16 hinausgehende Tätigkeiten dieser Spezialisierung auszuüben. Siehe § 17 GuKG.

Besuchs­beschränkungen in den Alten- und Pflege­heimen und Kranken­häusern

Durch die 3. COVID-19-Notmaßnahmenverordung sind Besuche in diesen Bereichen weiterhin sehr streng geregelt. 

Besuchsbeschränkungen in Alten-, Pfleg- und Behindertenheimen

Das Betreten dieser Einrichtungen ist grundsätzlich untersagt. Es gibt jedoch gewisse Ausnahmen, somit sind Besuche unter folgenden Umständen erlaubt:

  • Besuche im Rahmen der Palliativ- und Hospizbegleitung, Seelsorge sowie zur Begleitung bei kritischen Lebensereignissen
  • Eine Besucherin bzw. einen Besucher pro Woche
  • Zusätzlich höchstens zwei Personen pro unterstützungsbedürftiger Bewohnerin bzw. unterstützungsbedürftigem Bewohner pro Tag, wenn diese regelmäßige Unterstützungs- und Betreuungsaufgaben leisten
  • Zusätzlich höchstens zwei Personen zur Begleitung minderjähriger Bewohnerinnen bzw. Bewohner von Behindertenheimen pro Tag
  • Bewohnervertreter, Patienten- und Pflegeanwälte sowie Organe der Pflegeaufsicht

Wenn ein Besuch aus diesen Gründen erlaubt ist, darf die Einrichtung nur dann betreten werden, wenn ein negatives Ergebnis eines Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 (nicht älter als 24 Stunden) oder eines molekularbiologischen Tests auf SARS-CoV-2 (nicht älter als 48 Stunden) vorliegt.

Zudem muss während des Besuchs bzw. Aufenthalts durchgehend eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eine gleichwertige bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske getragen werden, sofern keine sonstige geeignete Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung vorhanden ist, die das gleiche Schutzniveau gewährleistet.  

Besuchsbeschränkungen in Kranken- und Kuranstalten

Das Betreten von Kranken- und Kuranstalten ist grundsätzlich untersagt. Es gibt jedoch gewisse Ausnahmen, somit sind Besuche unter folgenden Umständen erlaubt:

  • Eine Besucherin bzw. ein Besucher pro Woche. Aber nur dann, wenn die Patientin oder der Patient länger als eine Woche aufgenommen ist
  • Zusätzlich höchstens zwei Personen zur Begleitung oder zum Besuch minderjähriger Patientinnen oder Patienten pro Tag
  • Zusätzlich höchstens zwei Personen zur Begleitung unterstützungsbedürftiger Patientinnen oder Patienten pro Tag
  • Höchstens eine Person zur Begleitung bei Untersuchungen während der Schwangerschaft sowie vor und zu einer Entbindung und zum Besuch nach einer Entbindung
  • Besuche im Rahmen der Palliativ- und Hospizbegleitung, Seelsorge sowie zur Begleitung bei kritischen Lebensereignissen
  • Patientenanwälte nach dem Unterbringungsgesetz sowie eingerichtete Kommissionen zum Schutz und zur Förderung der Menschenrechte

Darüber hinaus gelten gewisse allgemeine Regelungen für Kundenbereiche, wie die Einhaltung des Mindestabstandes von zwei Metern und die Verpflichtung eine FFP2-Maske zu tragen.

Weiters sind durch die Betreiber geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Nähere Informationen zu den steirischen Landeskrankenhäusern und Landespflegezentren finden Sie hier.

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