Pflegekraft bei der Arbeit © Jacob Lund, stock.adobe.com
Für die Dauer der Corona-Pandemie sind neue rechtliche Bestimmungen im Gesundheits- und Pflegebereich in Kraft. © Jacob Lund, stock.adobe.com

Covid-19: FAQ für Gesundheits- und Pflege­berufe

Die Arbeiterkammer dankt allen, die derzeit etwa in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und Mobilen Diensten dazu beitragen, dass Menschen in dieser besonderen Situation gut versorgt werden. Ihr leistet großartige Arbeit! Danke!

Wir haben - ergänzend zu den allgemeinen Infos unter www.jobundcorona.at - einige Informationen speziell für diese Berufsgruppen zusammengefasst. Diese Informationen werden regelmäßig aktualisiert. 

Für einen Überblick zur aktuell veränderten Rechtslage durch Covid-19 siehe:

Welche Änderungen ergeben sich generell bei Gesundheits- und Pflege­berufen?

Für die Dauer der Pandemie wurden Sonderregelungen auf Basis des 2. COVID-19-Gesetzes in einzelnen Berufsrechten geschaffen.

Sanitäterinnen und Sanitäter

Für die Dauer der Pandemie können auch Personen die Tätigkeiten von Sanitäterinnen und Sanitätern beruflich ausüben, die kein entsprechendes Berufsmodul absolviert haben - Sanitätergesetz (SanG) § 14 Abs 4

Für die Dauer der Pandemie dürfen vorübergehend auch all jene Personen als Sanitäter oder Sanitäterin tätig sein, denen die vorgeschriebene Fortbildung und Rezertifizierung fehlt. Das gilt vorübergehend auch für Personen, die bereits mehr als 100 Fortbildungsstunden im Rückstand sind. (SanG § 26 Abs 4).
Sanitäter und Sanitäterinnen dürfen Abstriche aus Nase und Rachen durchführen, um die Testung auf zum Beispiel das Corona-Virus zu ermöglichen (SanG § 9 Abs 1).

Medizinisch-technische Dienste (MTD-Berufe)

Darunter fallen:

  • Biomedizinische Analytiker/-innen
  • Diätologen/-innen
  • Ergotherapeuten/-innen
  • Logopäden/-innen
  • Orthoptiker/-innen
  • Physiotherapeuten/-innen
  • Radiologietechnologen/-innen

Personen, die für ihre MTD-Ausbildung im Ausland eine Anerkennung oder eine Nostrifikation erhalten haben, müssen zumeist vorgeschriebene Auflagen, wie etwa Ergänzungsausbildungen, erfüllen, bevor sie in Österreich tätig werden können. Für die Dauer einer Pandemie dürfen sie das auch dann, wenn die verlangten Ergänzungsausbildungen noch nicht abgeschlossen sind.

Auch in den medizinisch-technischen Laboratoriumsdiensten gibt es für die Dauer einer Pandemie Sonderregelungen. 

So können Laboruntersuchungen vom Fachpersonal vorübergehend auch ohne ärztliche Anordnung durchgeführt werden. Und um ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den medizinischen Laboren sicherzustellen, dürfen während einer Pandemie auch Menschen medizinische Laboruntersuchungen machen, die ein geeignetes naturwissenschaftliches oder veterinärmedizinisches Studium abgeschlossen haben MTD-Gesetz (MTD-G) § 4 Abs 5

=> Sonderregelung zur nachträglichen Registrierung

Gesundheits- und Krankenpflege

Für die Dauer einer Pandemie dürfen Personen ohne pflegerische Ausbildung und ohne die Qualifikation "Unterstützung in der Basisversorgung", kurz UBV, unterstützende Tätigkeiten bei der Basisversorgung durchführen. Dabei ist auf die entsprechende Dokumentation zu achten und sicherzustellen, dass alle Informationen über Veränderungen des Zustandes des begleiteten Menschen an die anordnende Pflegeperson weitergegeben werden.
Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) § 3a Abs 7

Personen, die für ihre Pflegeausbildung im Ausland eine Anerkennung oder eine Nostrifikation erhalten haben, müssen zumeist vorgeschriebenen Auflagen, wie zum Beispiel Ergänzungsausbildungen erfüllen, bevor sie in Österreich tätig werden können. Für die Dauer einer Pandemie dürfen sie das auch dann, wenn die verlangten Ergänzungsausbildungen noch nicht abgeschlossen sind.

Das gilt sowohl für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege als auch für die Pflegeassistenzberufe.

=> Sonderregelung zur nachträglichen Registrierung

Muss ich mich weiterhin registrieren lassen?

Für die Dauer der Pandemie Covid-19 gibt es bei der Registrierung Änderungen. So dürfen auch Personen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegeassistenzberufe und Personen des gehobenen medizinisch-technischen Dienstes (MTD-Berufe), welche nicht im Gesundheitsberuferegister (GBR) eingetragen sind, den Beruf ausüben. Dies gilt dann, wenn ein entsprechender Qualifikationsnachweis erbracht werden kann oder Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, anerkannt (nostrifiziert) sind.
=> weitere Infos

Ich bin schwanger, darf/muss ich weiter­arbeiten?

Es liegen bis jetzt nur wenige Erfahrungen mit Schwangeren vor. Ganz allgemein gilt aber, dass aufgrund der physiologischen und immunologischen Umstellungen während der Schwangerschaft eine erhöhte Empfänglichkeit für Infektionen nicht ganz ausgeschlossen werden. Siehe dazu auch die Website der AGES.

In Bereichen der unmittelbaren Betreuung, wie im Gesundheitsbereich – dort wo Schutzmasken (FFP2 oder FFP3), getragen werden müssen –, dürfen Schwangere nicht arbeiten. Das Tragen von Atemschutzmasken erschwert die Atmung und ist daher für Schwangere verboten. 

In Bereichen, in denen der Schutzabstand sicher nicht eingehalten werden kann, wie z. B. in der Pflege oder in der Kleinkinderbetreuung, dürfen Schwangere nicht eingesetzt werden.

Hinweis: Mund-Nasen-Schutz (MNS, "OP-Masken") stellt keinen Atemschutz im Sinn von persönlicher Schutzausrüstung dar. Schwangere dürfen erforderlichenfalls einen solchen verwenden. Da das Tragen dieser Maske jedoch auch mit einem gewissen Atemwiderstand verbunden ist, sollte darauf geachtet werden, dass die durchgehende Tragedauer eine Stunde nicht übersteigt und dann eine Pause gemacht wird.

Laut Arbeitsinspektorat gibt es anhand der bisherigen Forschung keinen Hinweis darauf, dass eine besondere Gefährdung von Schwangeren vorliegt. Empfohlen wird aber generell, dass schwangere Kolleginnen – wo möglich - aus dem direkten Kundenkontakt abgezogen werden.
=> weitere Infos

Für aktuelle Infos siehe www.arbeitsinspektion.gv.at

Aktuell wird an Lösungen gearbeitet. Wir informieren Sie laufend. Einige Arbeitergeber haben bereits zum Schutz schwangerer (gravider) Kolleginnen spezielle Lösungen geschaffen wie etwa Dienstfreistellung oder Versetzungen. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Betriebsrat und Arbeitgeber.

Wichtig: Das Kinderbetreuungsgeld reduziert sich nicht, sollten Untersuchungen, die im Mutter-Kind-Pass vorgesehen sind, aufgrund der derzeitigen Einschränkungen nicht durchgeführt werden können. Und: Kurzarbeit hat keine Auswirkungen auf das Wochengeld.
=> weitere Infos

Ich bin in Berufs­ausbildung. Wie geht es weiter?

Seit 1. Mai ist das Betreten von Ausbildungseinrichtungen unter Einhaltung der festgelegten Voraussetzungen wieder zulässig. Damit wird die Abhaltung von Präsenzunterricht einschließlich Leistungsfeststellungen grundsätzlich wieder möglich sein. Nichtsdestotrotz sollte für die Vermittlung der theoretischen Ausbildungsinhalte in Form von E-Learning, Blended-Learning und/oder mit anderen digitalen Hilfsmitteln in Bereichen, in denen zwischenzeitlich zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden konnten, jedenfalls der Vorzug gegeben werden. Vergleichbares gilt für Leistungsfeststellungen.

Bei der praktischen Ausbildung, die insbesondere im Patientenkontakt stattfindet, ist weiterhin das Ansteckungsrisiko in die Entscheidung, ob diese durchgeführt werden kann, einzubeziehen. Das individuelle Recht und die individuelle Pflicht auf bzw. zum Selbst- und Fremdschutz ist zu beachten. Die Durchführung der Praktika in gesundheitsberuflichen Ausbildungen sollte unter folgenden Voraussetzungen erfolgen: 

  • Zustimmung der Auszubildenden und der Praktikumsstelle
  • Gewährleistung der erhöhten Schutz- und Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Für weitere Informationen siehe: Information über Durchführung von Ausbildungen in Gesundheitsberufen im Zusammenhang mit dem Coronavirus (3.5.2020)

Für weitere Fragen zu Ihrer Ausbildung kontaktieren Sie bitte Ihre Ausbildungsstätte bzw. die Abteilung Gesundheit, Pflege und Betreuung der AK Steiermark per E-Mail gesund.pflege@akstmk.at oder telefonisch unter 05 7799 – 2577. 

Hat Covid-19 Auswirkungen auf meine Sonderausbildungen/Spezialisierungen?

Für die Dauer der Pandemie wird die Frist von fünf Jahren gemäß Art. 38 3. Covid-19 Gesetz gehemmt. Weiters sind Berufsangehörige, die bereits bis zu fünf Jahre Tätigkeiten einer Spezialisierung ausgeübt und nicht die entsprechende Sonderausbildung bzw. Spezialisierung erfolgreich absolviert haben, für die Dauer einer Pandemie berechtigt, über die Kompetenzen gemäß §§ 14 bis 16 hinausgehende Tätigkeiten dieser Spezialisierung auszuüben. Siehe § 17 GuKG.

Ich will im Herbst eine Ausbildung zu einem Gesundheits- und Sozialbetreuungsberuf beginnen. Ist das möglich?

Durch die Covid-Pandemie ergeben sich Auswirkungen auf Anmeldefristen, Zulassungsprüfungen etc. Hier wurden spezielle Lösungen geschaffen. Für eine tagesaktuelle Information zu Ihrer gewünschten Ausbildung wenden Sie sich bitte an Ihre (gewünschte) Ausbildungsstätte und die Kolleginnen und Kollegen der AK-Bildungsberatung (Bildungsberatung AK Steiermark)

Kann ich mir diverse Covid-Tätigkeiten für meine Ausbildung anrechnen lassen?

Unter bestimmten Bedingungen gibt es Möglichkeiten, siehe dazu Art. 23 § 3 3. Covid-19 Gesetz (Sondervorschriften) für die Anerkennung bestimmter Tätigkeiten.

Ich gehöre einer Risikogruppe an, muss/darf ich trotzdem arbeiten?

Im 3. Covid-19 Gesetz wurden spezielle Maßnahmen für Personen, die einer Risikogruppe angehören festgelegt. Ausgenommen sind Beschäftigte in der "kritischen Infrastruktur", dazu zählt auch der Gesundheits- und Pflegebereich. Diese sind von diesen besonderen Schutzbestimmungen ausgenommen. Siehe: Art. 45 (Schlussbestimmungen) 3. Covid-19 Gesetz.

Die Arbeiterkammer Steiermark setzt sich auch weiterhin dafür ein, dass diese Regelung auch für Kollegen und Kolleginnen in diesen Bereichen gilt.

In Österreich wurden Risikogruppen folgendermaßen definiert: Personen mit Vorerkrankungen und ältere Personen.

Auch wenn kein Anspruch auf Dienstfreistellung vorliegt, können Risikopatienten und -patientinnen dem Arbeitgeber ihre Vorerkrankung melden, wenn sie das wollen. Aufgrund der Fürsorgepflicht und dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) § 6 (Einsatz der Arbeitnehmer/-innen) ist der Arbeitgeber dann verpflichtet, auf die Konstitution des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin Rücksicht zu nehmen – sinnvollerweise sollte dies unter Einbeziehung der Arbeitsmedizin passieren. Arbeitnehmer/-innen mit bestimmten Vorerkrankungen oder mit einem Alter über 60 sollten, wenn es personell möglich ist, in weniger exponierten Bereichen eingesetzt werden. Siehe dazu auch: Personen mit Vorerkrankungen und ältere Personen

Siehe auch: Job und Corona: Schutz im Betrieb

Bitte klären Sie Ihr medizinisches Anliegen jedenfalls mit dem Betriebsrat und der Arbeitsmedizin beziehungsweise Ihrem Hausarzt ab.

Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gibt Empfehlungen zu Covid-19 Schutzmaßnahmen für Beschäftigte in Krankenanstalten sowie für die Pflege und Betreuung in teil-/stationären Einrichtungen bzw. in der 24-Stunden-Betreuung. Für weitere Informationen siehe: www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus---Fachinformationen.html

Was tun bei Kinder­betreuungs­pflichten?

Angeboten wird eine Betreuung für Kinder unter 14 Jahren für all jene, deren Eltern außer Haus erwerbstätig sind und ihre Kinder so nicht betreuen können. Dies gilt für alle Berufe, die unabkömmlich sind und zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft beitragen. 

Geregelt ist dies durch den Begriff "versorgungskritische Bereiche" im Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG ) § 18

Dazu zählen nicht nur Krankenhäuser, sondern auch Alten- und Pflegeheime und Mobile Dienste. Jeglichem medizinischen Personal und den Pflegekräften steht demnach eine Kinderbetreuung zu.
=> weitere Infos 

Wir empfehlen, die Bestätigung durch den Arbeitgeber (formloses Schreiben), dass dies hier der Fall ist. 

=> Zur Vereinbarung von Sonderbetreuungszeit auf www.jobundcorona.at

Können Masken im Krankenhaus wieder aufbereitet werden?

Unter bestimmten Bedingungen ja. Es braucht klare Hygienemaßnahmen. Siehe dazu den aktuellen Erlass aus dem Zentralen Arbeitsinspektorat vom 25. 3.2020.

Gibt es Auswirkungen bei Zivildienern in diesem Bereich?

Ja, die gibt es: Verlängerung des Zivildienstes sowie Zurückholen von Zivildienern zur Unterstützung der Gesundheitsberufe bei pflegefernen Tätigkeiten.

Was ändert sich sonst noch in meinem Arbeits­feld?

Das 2. Covid-2019-Gesetz enthält Änderungen für den Einsatz von Ärzten und Ärztinnen, Apotheken, Meldepflichten, Datenübermittlung, Bereitstellung von Hilfsmitteln, Ausstellung von Rezepten.
=> Weitere Informationen siehe 2. COVID-19-Gesetz

HINWEIS

Beachten Sie bitte auch die Links zu weiteren Informationen bzw. Fachinformationen am Ende der Seite.

Ändert sich etwas bei den Vorgaben zur Personal­berechnung?

Aufgrund der Covid-19-Krise kann in Pflegeheimen der Personalschlüssel unterschritten werden, dies jedoch nur dann, wenn die Pflege und Betreuung gewährleistet werden kann und das Fach- und Hilfspersonal nicht im vorgeschriebenem Ausmaß zur Verfügung steht.
=> weitere Infos

Wir informieren laufend über neue Entwicklungen.

Angehörige haben Fragen

Mund-Nasen-Schutzmasken

Mit spätestens 6. April 2020 ist es Pflicht in Supermärkten, die eine Fläche von 400 Quadratmeter überschreiten, eine Maske zu tragen, um andere vor einer Ansteckung zu schützen (siehe dazu auch den Erlass, Leitlinien zur Sicherung der gesundheitlichen Anforderungen an Personen beim Umgang mit Lebensmitteln; Hygieneregeln für den Einzelhandel). Wie diese Masken richtig verwendet werden und viele andere Fragen werden hier beantwortet

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