13.9.2016
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Ansturm bei AK-Pflegetagung

Dr. Meinhild Hausreither vom Gesundheitsministerium im Vortrag. © Graf, AK Stmk

Das neue Gesundheits- und Krankenpflegesetz sei ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Pflege, erklärte Dr. Meinhild Hausreither, die im Gesundheitsministerium an der Ausarbeitung beteiligt war: "Der Ball liegt jetzt an Ihnen bei der Umsetzung", sagte die Juristin zu den 700 steirischen Pflegkräften, die zur AK-Tagung "Pflege im Wandel" in den Grazer Kammersaal gekommen waren. Die Eckpunkte des Gesetzes, deren Umsetzung bei der Tagung im Fokus standen: Der gehobene Dienst wird akademisch und das Diplompersonal übernimmt neue Aufgaben, etwa die Qualitätskontrolle und die Weiterverordnung von Medizinprodukten. Es wurde der neue Beruf einer Pflegefachassistenz mit zweijähriger Ausbildung geschaffen, und die Pflegehilfe heißt künftig Pflegeassistenz und wird von allen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten entlastet. 

Gute Pflege kostet

Die Arbeiterkammer, die den Prozess der Gesetzwerdung vorangetrieben hat, wird ein waches Auge auf die Auswirkungen auf die ohnehin stark belasteten Pflegekräfte in den steirischen Pflegeheimen und Krankenanstalten haben. Zur Kosteneinsparung tauge das neue Gesetz nicht, sagte AK-Vizepräsident Gernot Acko: "Ziel der Reform muss eine qualitativ hochwertige Pflege sein – und die bekommt man nicht umsonst." 

Dr. MMag. Elisabeth Rappold von der Gesundheit Österreich GmbH © Graf, AK Stmk

Dr. MMag. Elisabeth Rappold, Gesundheit Österreich GmbH, erklärte, es werde künftig auf den richtigen Mix an Kompetenzen ankommen. "Das ist nicht nur eine Frage der Attraktivität der Arbeitslätze, sondern auch eine der Ökonomie", spielte die Expertin auf das ständig im Hintergrund schwebende Kostenthema an. Sie machte auf bevorstehende Pensionierungswellen beim Pflegepersonal aufmerksam und mahnte eine rechtzeitige Ausweitung der Kapazitäten bei der Ausbildung ein: "Wir brauchen mehr Plätze an den Fachhochschulen." 

Kompetenzüberschneidungen

"Ich sehe eine große Chance für den Kompetenz- und Tätigkeitsbereich durch die multiple Ausbildung", betonte DKKS Christa Tax, MSc, Pflegedirektorin am LKH-Universitätsklinikum. Die Frage sei aber, wie man sich diesen Veränderungen stellt. Tax machte aufmerksam, dass es durch die neue Pflegefachassistenz zu Kompetenzüberschneidungen kommen könne. Tax: "Die Partizipation der Mitarbeiter gehört auf jeden Fall forciert. Der richtige Mitarbeiter am richtigen Arbeitsplatz führt zu weniger Misserfolgen in der Pflege und auch zu weniger Kosten." 

DGKS Waltraud Haas-Wippel, MA, hofft auf den Spirit of Change. © Graf, AK Stmk

Auf einen Spirit of Change hoffte DGKS Waltraud Haas-Wippel, MA, Pflegedirektorin der Grazer Geriatrischen Gesundheitszentren: "Es braucht Leute, die den neuen Weg mitgehen." Sie will den Fokus noch mehr auf die Bedürfnisse der HeimbewohnerInnen legen. In intraprofessionellen Teams müssen Generalisten und Spezialisten zusammenarbeiten. Ein langer Weg sei es, den Anteil des Diplompersonals in den Pflegeheimen zu heben und insgesamt den Betreuungsschlüssel pro PatientIn zu verbessern. Für bestehende MitarbeiterInnen müssten Traineeprogramme entwickelt werden, um die Ausbildung an den neuen gesetzlichen Standard anzupassen. 

Schwieriger Dienstplan

Durch die Einführung des zusätzlichen Berufsbildes der Pflegefachassistenz steige die Komplexität innerhalb der Pflegeberufe, erklärte Mag. Monika Wild, MSc, von der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt: "Für die Dienst- und Tourenplanung in der mobilen Pflege und Betreuung stellt das eine enorme Herausforderung dar." Zudem würden die KlientInnen mit noch mehr Bezugspersonen konfrontiert werden. Derzeit sei noch völlig unklar, wie die Verteilung der Pflegeberufe in der mobilen Pflege und Betreuung künftig sein wird, da das von den Normstundenvorgaben der Länder abhängen werde. In der Diskussion wurde die Forderung nach einer besseren Entlohnung aufgeworfen, die sich durch mehr Kompetenzen und mehr Verantwortung ergibt. Die ersten Ausbildungen für die neue Pflegefachassistenz sollten bereits nächstes Jahr starten, hieß es vom Podium. Positiv sei die Durchlässigkeit der Ausbildungen bis zur höchsten Stufe.

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