26.5.2017

Alles unter den Teppich gekehrt

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Als Renate S. vor mehr als einem Jahr ihren Arbeitsplatz in einem kleinen steirischen Pflegeheim antrat, wurde sie nicht vor dem Patienten gewarnt. Nur gemunkelt wurde, dass der Mann psychische Probleme habe und aufgrund anderer Vorfälle bereits innerhalb der Einrichtung in dieses Heim verlegt wurde. "Er ist plötzlich zu mir in das Zimmer einer anderen Patientin gestürzt und hat mich gewürgt." Im Schock konnte Renate S. nicht einmal um Hilfe rufen. Schließlich ließ der Mann von ihr ab, eine Kollegin verständigte die Polizei. Ihre Tochter brachte die Frau mit Würgemalen ins Spital.

Mann attackierte vorher andere

Als die Heimhilfe nach dem Krankenstand zurückkam, war der Patient noch immer auf der Station. Ihr selbst war eine Versetzung oder eine einvernehmliche Auflösung des Jobs angeboten worden: "Das wollte ich nicht – das Team ist ja gut –, ich wollte zu unserem Schutz und für den Patienten, dass der Mann auf einen geeigneten Platz kommt." Als es dann aber hieß, der Patient müsse bleiben, sei sie zusammengebrochen, sagt Renate S., während sie mit den Tränen kämpft. Sie verstehe nicht, warum "das alles unter den Teppich gekehrt" werde. Vor dem Angriff auf sie habe der Mann bereits eine Kollegin und eine Patientin attackiert. Passiert sei damals und bis heute nichts. Sie gehe an die Öffentlichkeit, um mit ihrem Fall auf die Zustände aufmerksam zu machen, sagt Renate S.

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