7.6.2017

Ärger mit privaten Pflegeschulen

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Es sind keine Einzelfälle, weiß AK-Expertin Anika Tauschmann: "Speziell über Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege in Graz hören wir häufig Beschwerden." Es geht überwiegend um die verkürzte Ausbildung von der Pflegeassistenz zum gehobenen Dienst (§ 44 GuKG). Immer häufiger brechen Schülerinnen und Schüler die Ausbildung vorzeitig ab. Die Gründe dafür seien sicher vielfältig, sagt Tauschmann, aber "aus den Berichten der Betroffenen lässt sich ableiten, dass es vor allem am Verhalten und an der Unterrichtsplanung der Schulverantwortlichen liegt."

Kein geregelter Kostenersatz

Demnach findet der Unterricht aufgrund von Lehrermangel großteils in Form von Selbstunterricht statt. Prüfungskommissionen werden nicht ordnungsgemäß besetzt. Auch der pädagogische Unterricht von Lehrpersonal und Schulleitung lässt zu wünschen übrig: "Schülerinnen und Schüler werden immer wieder herablassend behandelt, bloßgestellt oder sogar gemobbt." Entscheiden sich Schülerinnen und Schüler, ihre Ausbildung abzubrechen, kommen weitere Probleme auf sie zu. Sie müssen teilweise mehrere Wochen auf die korrekte Ausstellung einer Ausbildungsbestätigung warten. Noch gravierender ist aber, dass in den Ausbildungsverträgen meist kein geregelter Kostenersatz bei vorzeitigem Abbruch der Ausbildung vorgesehen ist.

Finanzieller Ausgleich nach Klage

Exemplarisch ist der Fall von Kerstin M., die bei der AK um Rat gefragt hat. Aufgrund unzähliger Vorfälle mit der Direktorin sah sich die junge Frau nicht mehr in der Lage, ihre Ausbildung an dieser Schule zu beenden. Der Umstieg in eine andere Schule war erneut mit Kosten verbunden – das Geld für die nicht beanspruchten Teile der abgebrochenen Ausbildung schien verloren. Erst über ihre private Rechtsschutzversicherung war es Kerstin M. möglich, wirksam gegen die Schulleitung vorzugehen. Der Anwalt der Frau brachte eine Klage bei Gericht ein und erwirkte einen finanziellen Vergleich.

Es geht auch anders

Aber es gehe auch anders, sagt die AK-Expertin. So würden unter anderem die Akademie für Gesundheit (EMG) und das bfi immer wieder "gestrandete" Schülerinnen und Schüler aufnehmen und gelten damit als Beispiele einer funktionierenden und problemfreien Ausbildungseinrichtung.

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