1.2.2018

Kündigungen immer öfter in Mitarbeitergesprächen "versteckt"

In der vergangenen Zeit häufen sich im Zuge der Beratungen der AK Steiermark Fälle, in denen Beschäftigte im Zusammenhang mit Arbeitgeberkündigungen offensichtlich "ausgetrickst" werden sollen. So werden etwa Betroffene zu einem Gespräch mit der Firmenleitung bzw. mit Vorgesetzten, meist in Anwesenheit mehrerer Personen, eingeladen. Im Zuge dieser meist in freundlicher Atmosphäre verlaufenden Gespräche wird nebenbei auch eine allfällige Kündigung erwähnt bzw. angekündigt, dass ein diesbezügliches Schreiben kommen werde

Böses Erwachen

Ein derartiges Kündigungsschreiben kommt dann "zufällig" 14 Tage nach diesem Gespräch, dies entspricht der grundsätzlichen Frist zur Einbringung einer Kündigungsanfechtungsklage. In diesem Schreiben wird dann meist auf eine angeblich schon im Zuge des erwähnten Gesprächs mündlich ausgesprochene Kündigung verwiesen.
Die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind dann meist völlig vor den Kopf gestoßen, da sie im
Zuge des Gesprächs mit den Vorgesetzten nicht das Gefühl hatten, definitiv gekündigt worden zu sein und deshalb auch keine weiteren Schritten unternommen haben.

Unterstützung

"Wird im Zuge von Gesprächen mit Firmenleitung bzw. Vorgesetzten eine Kündigung
erwähnt, sollten die Beschäftigten sofort nach dem Gespräch mit uns Kontakt aufnehmen", rät AK-Arbeitsrechtsexperte Wolfgang Nagelschmied. Prinzipiell ist nämlich auch eine mündliche Kündigung rechts- wirksam. Mit Ausspruch der Kündigung beginnt dann die erwähnte 14-tägige Anfechtungsfrist bereits zu laufen. 

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