4.6.2013
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Bewegung am Arbeitsplatz


Einfache Turnübungen © fotofritz, AK Stmk

Ein Anliegen, das Betriebsräte und Beschäftigte immer mehr bewegt: Beim Symposium "Betriebliche Gesundheitsförderung" im Grazer Kammersaal rissen gymnastische Pausenfüller 220 Zuhörer vom Sessel. Betriebliche Gesundheitsförderung sei eine Win-win-Situation für alle, erklärte AK-Präsident Walter Rotschädl in seiner Begrüßung: Für die Unternehmen rechnen sich derartige Programme, wenn dadurch weniger Fehlzeiten entstehen. Auch sei es von volkswirtschaftlichem Interesse, wenn gesündere ArbeitnehmerInnen das Gesundheitssystem entlasten.

Christina Finding © AK Stmk, Fritz Langmann

55.000 Steirerinnen profitieren

106 Betriebe und 55.000 Beschäftigte haben bisher von Projekten profitiert, berichtete Mag. Christina Finding von der steirischen Gebietskrankenkasse. Häufig umgesetzt werden Maßnahmen zur Verbesserung der psychosozialen Gesundheit, der Führungskultur und der Organisations- und Arbeitsplatzgestaltung. Die Projekte setzen an den Verhältnissen im Betrieb als auch am Verhalten der MitarbeiterInnen an. "Nur dann können positive Effekte auf Gesundheit, Motivation und Arbeitsfähigkeit erzielt werden."

Betriebliche Gesundheitsförderung ist für den AK-Experten Gerhard Plank ein Weg zu mehr Menschlichkeit. Unter der Voraussetzung einer offenen Diskussion und der Bereitschaft zu Veränderung können Probleme angesprochen werden: "Die Gemeinschaft der Beschäftigten wird zum Thema, und das kann viel in Bewegung setzen."

Siemens Transformers bewegt

Johann Schwaiger (Siemens Transformers) © Foto Langmann, AK Stmk

Praktische Beispiele gegen die zunehmende Belastung am Arbeitsplatz lieferte Johann Schwaiger von Siemens Transformers Weiz: Freiwillige Bewegungsakteure führen mit den KollegInnen Dehnungs-, Kräftigungs- und Koordinationsübungen durch. Dass jede Bewegung besser ist als keine, überzeugte das begeisterte Publikum mit einfachen Fitnessübungen. Siemens unterstützt das Bewegungsprogramm mit zwei zusätzlichen 10-Minuten-Pausen. Schwaiger: "Die Krankenstände gingen im Schnitt um drei Tage im Jahr zurück."

Bewährt habe sich auch das Patensystem in der Lehrlingsausbildung. In allen zehn Abteilungen wurden Lehrlingsbeauftragte gefunden, die maßgebliche Lehrinhalte der einzelnen Abteilungen festlegen und den Lernfortschritt der Lehrlinge kontrollieren.

Mitarbeiterbindung

Klaus_Seybold_Stahl_JU © fotofritz, AK Stmk

Gesundheitsförderung ist bei Stahl Judenburg eine der Maßnahmen, um in Zeiten von Abwanderung und niedrigen Geburtenraten Fachkräfte an das Unternehmen zu binden, betonte Personalleiter Mag. Klaus Seybold. So wurden und werden die Verhältnisse im Betrieb verändert (Führungskräftetraining, Gesundheitszirkel, geänderte Taktzeiten, Kommunikation, Schichtpläne und vieles mehr). Angesetzt werde auch beim Verhalten der Beschäftigten (RückenFit-Programm, Rauchfrei-Seminare, Gesundheitsvorträge, Sportangebote, usw.). "30 Prozent der Mitarbeiter bemerkten positive Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Gesundheit."

Podium Gesundheitsförderung © fotofritz, AK Stmk

Verhaltensänderung als Herausforderung

In der von Sigrid Hroch (ORF) geleiteten Diskussion forderte Seybold zum richtigen Tempohalten auf: Die Verhältnisse in Betrieben sind leichter gestaltbar als das Verhalten der Mitarbeiter zu ändern. Johann Schwaiger ist überzeugt, dass Gesundheitsprogramme nur einen Bruchteil von Effizienzsteigerungsprogrammen kosten. Die Crux sei allerdings, wie auch Lösungen im Schicht- oder Produktionsbetrieb gefunden werden können. Generell sollte Gesundheit vor keinem Bereich Halt machen, lautete das Resümee der Moderatorin.

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