18.1.2016
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Gesundheitsförderung in der Praxis

Die Referenten © Selina Graf, AK Steiermark

Wie kommt die Idee der betrieblichen Gesundheitsförderung im eigenen Betrieb in die Gänge? Impulse dazu gab es anhand eines Best-Practice-Modells bei einem AK-Workshop.

War eine betriebliche Gesundheitsförderung bis vor kurzem oft als Kostenfaktor verrufen, so hat sich das inzwischen geändert, sagt AK-Präsident Josef Pesserl bei der Eröffnung des Workshops „Betriebliche Gesundheitsförderung in der Praxis – Von der Idee zum Best-Practice-Modell“ im AK-Bildungshaus Otto-Möbes-Akademie: „Eine ganzheitliche und nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung bringt jeden investierten Euro durch höhere Produktivität bis zu siebenfach zurück.“ Es sei dazu eine doppelte Gewinnsituation, denn die MitarbeiterInnen profitierten durch bessere Gesundheit, weniger Krankenstände und besseres Betriebsklima.

Ganzheitlich herangehen

AK-Experte Gerhard Plank sagte, es gehe um eine ganzheitliche Betrachtungs- und Herangehensweise, die ihre Zeit brauche: „So ein Projekt ist nicht in einem halben Jahr erledigt.“ Zentral sei, dass sowohl das Verhalten der Beschäftigten als auch die Verhältnisse im Betrieb betrachtet werden. Die Beschäftigten als ExperteInnen ihrer eigenen Arbeitssituation müssen einbezogen werden. Man müsse mit Mitteln des Projektmanagements an die Sache herangehen mit klarer Bedarfserhebung, Prioritätensetzung, sorgfältiger Planung und Abwicklung sowie laufender Kontrolle. Zentral sei auch, dass Betriebliche Gesundheitsförderung als Führungsaufgabe gesehen werde mit dem Ziel die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten nachhaltig zu sichern und zu verbessern.

Schlüsselpersonen ins Boot holen

Mag. Christine Finding © Selina Graf, AK Steiermark

Man müsse bei einem BGF-Prjekt die Schlüsselpersonen im Betrieb ins Boot holen, erklärte Mag. Christina Finding von der GKK, die in der Steiermark das BGF-Siegel vergibt. Von den ersten Überlegungen zu einem BGF-Projekt bis zum Abschluss seien zwei bis zweieinhalb Jahre zu veranschlagen. Auf allen Stufen des Projektes gibt die GKK professionelle Begleitung und Unterstützung, und auch öffentliche Förderungen stehen zur Verfügung. Die Evaluation des Projekts könne im Idealfall bereits weitere künftige Maßnahmen zeigen. So komme man vom zeitlich begrenzten Projekt zu einem betrieblichen Gesundheitsmanagement als integriertes Gesamtkonzept.

Projekt „echt gesund“

Mag. Georg Egger © Selina Graf, AK Steiermark

In die Praxis ging es bei der Vorstellung des ausgezeichneten Betrieblichen Gesundheitsprojektes der voestalpine Tubulars „echt gesund“ in Kindberg. Projektleiter Mag. Georg Egger berichtete über die Hintergründe des Engagements, Kennzahlen, Schichtplangestaltung Pausenregelungen und Messkriterien. Die Gesundheit werde von den Beschäftigten als wichtiges Gut gesehen, beim Schwerpunkt „Seelische Gesundheit“ im Vorjahr nahm die Hälfte der rund 1.100 Beschäftigte an einer der vielen angebotenen Maßnahmen teil.

Betriebsrat

Wesentlich für den Erfolg des Gesundheitsmanagements der voestalpine Tubulars sei die Einbeziehung der Beschäftigten, und das sei von Anfang an der Fall gewesen, sagten die Betriebsratsvorsitzenden der Arbeiter und der Angestellten, Heinz Jauk und Ing. Franz Reiterer. Sie berichteten über die vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten der Beschäftigten sowohl in der Dienst- als auch in der Freizeit und über Unterstützungen für MitarbeiterInnen.

Maßgeschneiderte Weiterbildung für Betriebsräte

Die kostenlosen Seminare und Veranstaltungen zum Thema "Arbeit, Recht, Gesundheit" starten wieder im Herbst.

Zwei Drittel gehen auch krank arbeiten

Zwei Drittel der steirischen Arbeitnehmer sind mindestens einmal wegen Personalmangels oder aus Angst um den Arbeitsplatz krank arbeiten gegangen.

Bewegung am Arbeitsplatz

Beim Symposium „Betriebliche Gesundheitsförderung“ im Grazer Kammersaal rissen gymnastische Pausenfüller 220 Zuhörer vom Sessel.

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