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Kündigung und Zwangsurlaub

Viele Firmen sind unter Druck geraten und wollen ihre Mitarbeiter in Urlaub schicken oder das Arbeitsverhältnis einvernehmlich lösen. 

Alternative

Bitte schlagen Sie Ihrer ArbeitgeberIn unbedingt Kurzarbeit vor!

Mein Arbeitgeber will eine einvernehmliche Lösung und mich später wiedereinstellen. Soll ich das akzeptieren?

Die Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses ist rechtlich leider jederzeit möglich, sofern die entsprechenden Fristen und Formvorschriften erfüllt werden. Bei einer einvernehmlichen Lösung müssen außerdem sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber ihre ausdrückliche Zustimmung erteilen. Es gibt aber weniger drastische Mittel, um eine Krisensituation zu überbrücken! Bitte schlagen Sie Ihrer ArbeitgeberIn unbedingt Kurzarbeit vor! Während der Kurzarbeit bekommen Sie bis zu 90% Ihres bisherigen Lohnes vom AMS ersetzt. Ihr Arbeitgeber kann in dieser Zeit seine Lohnkosten auf bis zu Null senken. Das Arbeitslosengeld beträgt demgegenüber nur rund 55%.  

Wie kann ich mich gegen eine Kündigung wehren?

Ihr Arbeitgeber kann Sie auch jetzt jederzeit kündigen, wenn Sie nicht aufgrund von Kurzarbeit oder anderen Gründen einen besonderen Entlassungs- und Kündigungsschutz haben. Sie können auch gekündigt werden, während Sie im Krankenstand sind.

Eine Entlassung, also die „Fristlose“, darf Ihnen der Arbeitgeber nur dann geben, wenn Sie eine schwere Verfehlung begangen haben, wie z.B. einen Diebstahl, sodass Ihrem Chef nicht zugemutet werden kann, Sie auch nur einen Tag länger zu beschäftigen.

Was tun bei einer Entlassung oder einer unzulässigen Kündigung?

Arbeiterkammer und Gewerkschaften helfen Ihnen dabei, eine unzulässige Kündigung oder eine ungerechtfertigte Entlassung zu bekämpfen. Melden Sie sich bei uns!

ACHTUNG: Grundsätzlich können Sie eine Kündigung oder Entlassung nur für sehr kurze Zeit, nämlich innerhalb von 14 Tagen beim Arbeits-und Sozialgericht anfechten! Die Kündigung oder Entlassung muss nicht schriftlich sein. Auch eine mündliche Kündigung oder Entlassung gilt!

Kann ich dazu gezwungen werden, Urlaub oder Zeitausgleich abzubauen?

Urlaub ist Vereinbarungssache zwischen Ihnen und Ihrem Chef. Das bedeutet: Sie müssen sich beide einig werden, wenn tatsächlich ein Urlaub verbraucht werden soll. 

Zwischen 15.03.2020 und 31.12.2020 bestand davon eine Abweichung: Ihr Arbeitgeber konnte in dieser Zeit bei Vorliegen von COVID-19 bedingten Betriebseinschränkungen (bzw. Betriebsschließungen), also wenn Ihre Anwesenheit im Betrieb faktisch nicht möglich war, den Abbau von Urlaubsguthaben aus Vorjahren, von zwei Wochen des aktuellen Urlaubsanspruchs sowie eines allfälligen Zeitausgleichs-Guthabens von Ihnen verlangen (in Summe jedoch maximal 8 Wochen!).

Diese einseitige Möglichkeit der Urlaubs- und Zeitausgleichsanordnung ist mit 31.12.2020 außer Kraft getreten. 

Alternative

Bitte schlagen Sie Ihrer ArbeitgeberIn unbedingt Kurzarbeit vor!

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